• Zur Hauptnavigation springen
  • Zum Inhalt springen
  • Zur Seitenspalte springen
  • Zur Fußzeile springen

SozTheo

Sozialwissenschaftliche Theorien

  • Soziologie
    • Soziologische Theorien
    • Allgemeine Soziologie
    • Stadtsoziologie
    • Soziologie der Gewalt
    • Polizeigeschichte
    • Seminar: Polizei & Pop
    • Schlüsselwerke der Soziologie
  • Kriminologie
    • Schlüsselwerke der Kriminologie
  • Kriminalitätstheorien
    • Theorienfinder
    • Anomie-/ Druck-Theorien
    • Biologische Kriminalitätstheorien
    • Konflikttheorien
    • Karriere/ Entwicklung/ Lebenslauf
    • Kontrolle
    • Kultur/ Emotion/ Situation
    • Lernen/ Subkultur
    • Rational Choice
    • Sanktionierung
    • Soziale Desorganisation
  • Dossiers
    • Personenregister
    • Medien, Kultur & Kriminalität
    • Forschungsprojekt: Rap & Polizei
    • Cannabis: Artikelserie
    • Mode, Körper und Devianz
  • Forschung
    • Forschungsdesign
    • Operationalisierung
    • Stichprobe (Sampling)
    • Quantitative Methoden
      • Standardisierte Befragungen
      • Experiment
    • Qualitative Methoden
      • Experteninterview
      • Beobachtung
      • Dokumentenanalyse
      • Inhaltsanalyse
      • Diskursanalyse
      • Grounded Theory
    • Qualitätskriterien für wissenschaftliches Arbeiten
  • Wissenschaftliches Arbeiten
    • Bachelorarbeit Thema finden
    • Systematische Literaturrecherche
    • Exposé schreiben
    • Hausarbeit schreiben
    • Wissenschaftliche Arbeit schreiben
    • APA-Stil zitieren
    • Checkliste wissenschaftliche Arbeit
  • Film- und Serienkanon
  • Glossar
Sie befinden sich hier: Home / Glossar / Cosa Nostra

Cosa Nostra

Kurzdefinition

Cosa Nostra ist die traditionelle sizilianische Mafia und zählt zu den bekanntesten Organisationen der internationalen Organisierten Kriminalität.

Ausführliche Erklärung

Die Cosa Nostra ist die traditionelle Mafia Siziliens und gilt als eine der bekanntesten Formen der Organisierten Kriminalität. Ihre Ursprünge reichen bis ins 19. Jahrhundert zurück. Entstanden in einem Umfeld schwacher staatlicher Kontrolle, entwickelte sie sich zunächst als System privater Schutzgewährung und Konfliktregulierung, bevor sie zunehmend kriminelle Geschäftsfelder erschloss.

Die Cosa Nostra ist streng hierarchisch organisiert. Ihre Grundeinheit bildet die sogenannte Familie, die ein bestimmtes Territorium kontrolliert und von einem Capo geführt wird. Mehrere Familien können sich zu einer übergeordneten Kommission (Commissione) zusammenschließen, die Konflikte schlichtet und strategische Entscheidungen trifft.

Zu den traditionellen Einnahmequellen zählen Schutzgelderpressung (Pizzo), Drogenhandel, illegales Glücksspiel, Geldwäsche, Korruption und die Infiltration legaler Wirtschaftsbereiche. Zur Durchsetzung ihrer Interessen nutzt die Cosa Nostra Gewalt, Einschüchterung und den Einfluss auf politische sowie wirtschaftliche Entscheidungsträger.

Intern wird die Organisation durch strenge Loyalitätsregeln und den Schweigekodex der Omertà zusammengehalten. Seit den 1980er Jahren führten die Aussagen ehemaliger Mafiamitglieder (Pentiti) sowie die Arbeit engagierter Ermittler und Richter – insbesondere Giovanni Falcone und Paolo Borsellino – zu erheblichen Erfolgen bei der Strafverfolgung. Dennoch zählt die Cosa Nostra bis heute zu den bedeutendsten mafiösen Organisationen Europas.

Theoriebezug

Die Cosa Nostra verdeutlicht, wie kriminelle Organisationen stabile soziale Ordnungen mit eigenen Normen, Rollen und Loyalitätsstrukturen entwickeln. Die Differenzielle Assoziationstheorie von Edwin H. Sutherland erklärt, wie Werte wie Loyalität, Schweigen und Gewaltbereitschaft innerhalb der Organisation erlernt und an neue Mitglieder weitergegeben werden. Gleichzeitig zeigt die Geschichte der Cosa Nostra die Bedeutung staatlicher Kontrollkapazitäten: Wo staatliche Institutionen als schwach oder korrupt wahrgenommen werden, können mafiöse Organisationen gesellschaftliche Funktionen übernehmen und dauerhaft Macht ausüben.

Verwandte Begriffe

Fünf Familien Geldwäsche Korruption Mafia Omertà Organisierte Kriminalität (OK) Schutzgelderpressung ’Ndrangheta

Weiterführende Beiträge

Soziale Netzwerke und Beziehungen als Grundlage der Differential Association Theory nach Edwin H. Sutherland

Theorie der differentiellen Kontakte (Sutherland)

Mit der Theorie der differentiellen Assoziation entwickelte Edwin H. Sutherland eine der einflussreichsten kriminalsoziologischen Lerntheorien des 20. Jahrhunderts. Ihre zentrale Annahme lautet: Kriminalität ist kein angeborenes Merkmal, sondern ein sozial erlerntes Verhalten. Die sogenannte Differential Association Theory gilt heute als Grundlage…

Person betrachtet ihr Spiegelbild als Symbol für moralische Selbstrechtfertigung in der Neutralisierungsthese von Sykes und Matza

Neutralisierungsthese (Sykes und Matza)

Die Neutralisierungsthese bzw. die Theorie der Techniken der Neutralisierung geht auf Gresham M. Sykes und David Matza zurück. Sie beschreibt, wie Täter ihr eigenes abweichendes Verhalten durch moralische Rechtfertigungen relativieren oder entschuldigen. Solche Neutralisierungstechniken ermöglichen es, gegen gesellschaftliche Normen zu…

Verwandte Filme und Serien

Die folgenden Filme, Serien und Dokumentationen greifen zentrale Aspekte dieses Begriffs auf und veranschaulichen sie anhand konkreter Beispiele. Sie eignen sich als anschauliche Ergänzung zu den wissenschaftlichen Erläuterungen.
Schwarze Rose als Symbol für Macht, Familie und Vergänglichkeit in Der Pate (1972).

The Godfather (1972)

Spielfilm

Das Oberhaupt der mächtigen Corleone-Familie wird Ziel eines Attentats. Während innerhalb der New Yorker Mafia ein Machtkampf eskaliert, übernimmt sein zunächst unbeteiligter Sohn Michael Corleone schrittweise die Führung der Familie und entwickelt sich vom Kriegsheimkehrer zum skrupellosen Mafiaboss.

Aufgefächerte US-Dollarscheine als Symbol für sozialen Aufstieg, Status und die Attraktivität organisierter Kriminalität in GoodFellas.

GoodFellas (1990)

Spielfilm

Der junge Henry Hill wächst in einem von der Mafia geprägten Umfeld in New York auf und träumt davon, selbst Teil dieser Welt zu werden. Über mehrere Jahrzehnte verfolgt der Film seinen Aufstieg innerhalb der italienisch-amerikanischen Unterwelt sowie die persönlichen und kriminellen Konsequenzen dieses Lebensstils. GoodFellas basiert auf realen Ereignissen und zählt zu den bekanntesten Mafiafilmen der Filmgeschichte.

The Sopranos

Serie
FBI-Observationsfoto des Undercover-Ermittlers Joseph Pistone mit Mafiosi der Bonanno-Familie

Donnie Brasco (1997)

Spielfilm

Der FBI-Agent Joseph D. Pistone schleust sich unter dem Decknamen „Donnie Brasco“ in eine New Yorker Mafiafamilie ein. Während er das Vertrauen des alternden Gangsters Lefty Ruggiero gewinnt, verschwimmen zunehmend die Grenzen zwischen beruflicher Rolle und persönlicher Identität. Der auf einer wahren Geschichte beruhende Film zeigt eindrucksvoll die Funktionsweise organisierter Kriminalität und die psychischen Belastungen verdeckter Ermittlungen.

Gestapelte Casino-Chips als Symbol für Glücksspiel, Geldströme und die Verbindung von legalem Geschäft und organisierter Kriminalität in Casino.

Casino (1995)

Spielfilm

Las Vegas in den 1970er- und frühen 1980er-Jahren: Der professionelle Glücksspielmanager Sam „Ace“ Rothstein wird von der Mafia mit der Leitung eines großen Casinos betraut. Während er versucht, das Geschäft effizient und profitabel zu führen, sorgen sein impulsiver Freund Nicky Santoro und private Konflikte zunehmend für Spannungen. Martin Scorseses Film basiert auf realen Ereignissen und zeigt die Verflechtung von organisierter Kriminalität, Wirtschaft und Politik.

Historische Postkarte mit Badegästen an der Strandpromenade von Atlantic City als Sinnbild der Epoche von Boardwalk Empire.

Boardwalk Empire (2010–2014)

Serie

Atlantic City während der Prohibition. Der Politiker Enoch „Nucky“ Thompson kontrolliert als einflussreicher Machtbroker Politik, Polizei und organisierte Kriminalität. Die Serie zeigt den Aufstieg moderner Mafiaorganisationen sowie die enge Verflechtung von Korruption, Wirtschaft und staatlichen Institutionen.



← Zur Glossarübersicht

Seitenspalte

Über SozTheo

Prof. Dr. Christian Wickert

Prof. Dr. Christian Wickert
Soziologe & Kriminologe an der HSPV NRW. Betreiber von SozTheo.de und SozTheo.com. Verfasser dieses Beitrags.

→ Zur Profilseite

Beliebte Inhalte

Links

SozTheo.com Logo
SozTheo.com (englisch)
Criminologia Logo
Criminologia Kriminologie-Blog
Krimpedia Logo
Krimpedia

Webseite durchsuchen

Footer

Über SozTheo

SozTheo ist eine Informations- und Ressourcensammlung, die sich an alle an Soziologie und Kriminologie interessierten Leserinnen und Leser richtet.

SozTheo wurde als private Seite von Prof. Dr. Christian Wickert, Dozent für die Fächer Soziologie und Kriminologie an der Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung Nordrhein-Westfalen, erstellt. Die hier verfügbaren Beiträge und verlinkten Artikel spiegeln nicht die offizielle Meinung, Haltung oder Lehrpläne der HSPV NRW wider.

Impressum & Kontakt

  • Impressum & Datenschutz
  • Sitemap
  • zurück zur Startseite

Partnerseiten

Criminologia – Kriminologie-Blog

Krimpedia

Looking for the English version? Visit soztheo.com

Spread the word


Teile diesen Beitrag
  • teilen 
  • teilen 
  • teilen 
  • E-Mail 

Social Media

Besuche SozTheo auf Facebook

Besuche SozTheo auf Instagram

© 2026 · SozTheo · Admin