Die Subkulturtheorie von Albert K. Cohen erklärt Jugenddelinquenz als kollektive Reaktion auf soziale Statusprobleme und die daraus entstehende Statusfrustration. Cohen geht davon aus, dass sich Jugendliche – insbesondere Jungen aus benachteiligten sozialen Milieus – zu sogenannten delinquenten Subkulturen zusammenschließen, in denen eigene Wert- und Normsysteme entstehen. Innerhalb dieser Gruppen können Verhaltensweisen Anerkennung und Prestige vermitteln, die außerhalb der SubkulturEine Subkultur bezeichnet eine Gruppe innerhalb einer Gesellschaft, die sich durch abweichende Werte, Normen, Verhaltensweisen oder symbolische Ausdrucksformen von der Mehrheitskultur unterscheidet. als abweichend oder kriminell gelten.
Merkzettel
Subkulturtheorie (Albert K. Cohen)
Hauptvertreter: Albert K. Cohen
Erstveröffentlichung: 1955
Land: USA
Idee/ Annahme: Die Subkulturtheorie von Cohen erklärt Jugenddelinquenz als kollektive Reaktion auf schulische Misserfolge und soziale Statusfrustration. Jungen aus benachteiligten Milieus können den mittelschichtgeprägten Erfolgsnormen nicht gerecht werden und bilden deshalb Subkulturen, in denen DelinquenzDelinquenz beschreibt die Neigung, strafbare Handlungen zu begehen., Respekt und „street credibility“ zentrale Werte darstellen. Diese alternative Werteordnung dient der Kompensation von gesellschaftlicher Ausgrenzung.
Cohens Überlegungen stehen zudem im Kontext der strukturfunktionalistischen Soziologie der Nachkriegszeit. Als Schüler von Talcott Parsons übernahm er die Annahme, dass gesellschaftliche Ordnung wesentlich durch gemeinsame NormenVerhaltensregeln und Erwartungen, die innerhalb einer Gesellschaft oder sozialen Gruppe als verbindlich gelten. und Wertvorstellungen stabilisiert wird – ein Gedanke, der auch in Theorien des Strukturfunktionalismus zentral ist.
Abgrenzung zu:
Im Unterschied zu individuell-psychologischen Theorien oder rein ökonomischen Anomiemodellen wie bei Robert K. Merton betont Cohen die soziale Dynamik innerhalb von Peer-Gruppen und die Entstehung kollektiver Normsysteme. Zudem geht er über
Sutherlands Lernansatz hinaus, indem er Gruppenkonflikte und Statusmechanismen stärker berücksichtigt.
Verwandte Theorien:
Differential Opportunity Theory (Cloward & Ohlin),
Differential Association Theory (Sutherland),
Anomietheorie (Merton)
Die Subkulturtheorie nach Albert Cohen
Cohens Theorie entstand vor dem Hintergrund der intensiven Debatten über Jugenddelinquenz in den USA der 1950er Jahre. In dieser Zeit rückten insbesondere Gruppen männlicher Jugendlicher aus urbanen Arbeitervierteln in den Fokus von Politik, Medien und Forschung. In Deutschland wurden vergleichbare Gruppen häufig als „Halbstarke“ oder „Eckensteher“ bezeichnet. Cohen versuchte, das Verhalten solcher Jugendgruppen nicht als individuelles Fehlverhalten, sondern als kollektive Reaktion auf soziale Statusprobleme zu erklären.
Cohen geht davon aus, dass viele jugendliche Straftäter Mitglieder delinquent geprägter Subkulturen sind. Subkulturen lassen sich dabei als soziale Teilsysteme verstehen, die über eigene Normen, Werte und Verhaltensregeln verfügen. Diese können in deutlichem Gegensatz zu den moralischen Vorstellungen der Mehrheitsgesellschaft stehen.
Der Zusammenschluss von Jugendlichen zu solchen Subkulturen ist nach Cohen eine Folge von Anpassungs- und Statusproblemen, die aus sozialen Ungleichheiten innerhalb der Klassengesellschaft entstehen. Vor allem Jungen aus der Unterschicht sehen sich mit Erwartungen konfrontiert, die an den Wertvorstellungen der Mittelschicht orientiert sind – etwa schulischer Erfolg, Leistungsbereitschaft und disziplinierte Lebensführung.
Anknüpfend an die Anomietheorie nach Merton argumentiert Cohen, dass viele dieser Jugendlichen versuchen, die gesellschaftlich anerkannten Ziele zu erreichen, jedoch aufgrund ihrer sozialen Ausgangslage nur begrenzte Erfolgschancen besitzen. Im Vergleich zu Jugendlichen aus der Mittelschicht erleben sie häufiger schulische Misserfolge, geringere gesellschaftliche Anerkennung und schlechtere Zukunftsperspektiven. Diese Erfahrungen betreffen vor allem ihren sozialen Status und führen zu dem von Cohen beschriebenen Phänomen der Statusfrustration.
Statusfrustration
Der Begriff Statusfrustration beschreibt bei Cohen das Gefühl von Anerkennungs- und Statusverlust, das insbesondere Jugendliche aus benachteiligten sozialen Milieus im Vergleich zu gleichaltrigen Jugendlichen aus der Mittelschicht erleben.
Da schulischer Erfolg und gesellschaftliches Prestige stark an mittelschichtgeprägte Leistungsnormen gebunden sind, haben Jugendliche aus unteren sozialen Schichten häufig geringere Chancen, diese Erwartungen zu erfüllen. Wiederholte Misserfolge führen zu Frustration und bedrohen die eigene Selbstachtung.
Die Bildung delinquenter Subkulturen stellt eine kollektive Reaktion auf diese Situation dar: Innerhalb der GruppeEine Gruppe ist eine soziale Einheit von mindestens zwei bzw. drei Personen, die durch gemeinsame Interaktionen, Ziele oder Zugehörigkeitsgefühle verbunden sind. entstehen alternative Statuskriterien, in denen Eigenschaften wie Mut, Regelverletzung oder Provokation Anerkennung vermitteln können.
Beispiele für Statusfrustration:
- schulische Misserfolge trotz Anstrengung
- geringe Anerkennung durch Lehrer oder Institutionen
- Vergleich mit erfolgreicheren Jugendlichen aus der Mittelschicht
- Prestigegewinn durch Regelverletzungen innerhalb der Peer-Gruppe
Die daraus entstehenden Probleme der Selbstachtung werden schließlich kollektiv verarbeitet: Jugendliche mit ähnlichen Erfahrungen schließen sich zu Gruppen zusammen, in denen alternative Wertmaßstäbe entstehen. Innerhalb dieser Subkulturen können Eigenschaften und Verhaltensweisen Anerkennung verschaffen, die in der dominanten KulturKultur bezeichnet die Gesamtheit gemeinsamer Bedeutungen, Symbole, Praktiken und Lebensweisen einer Gesellschaft oder Gruppe. negativ bewertet werden.
Delinquente Subkulturen fungieren somit als alternatives Statussystem. Handlungen, die außerhalb der Gruppe als normabweichend oder kriminell gelten, können innerhalb der Subkultur Prestige und Anerkennung vermitteln. Aggression gegenüber Außenstehenden oder Regelverletzungen werden dadurch nicht nur legitimiert, sondern teilweise sogar erwartet. Schuldgefühle gegenüber der Mehrheitsgesellschaft verlieren in diesem Kontext an Bedeutung, da die Bewertung des eigenen Handelns innerhalb der Gruppe erfolgt.

Delinquente Subkulturen sind nach Cohen:
- nichtutilitaristisch (die devianten Handlungen werden nicht aufgrund erwarteter materieller Vorteile begangen)
- böswillig (Handlungen dienen häufig dazu, andere zu provozieren oder zu verletzen)
- negativistisch (Normverletzungen erfolgen bewusst im Gegensatz zu den Erwartungen der konventionellen Kultur)
- vielseitig (breites Spektrum unterschiedlicher Delikte und Normverletzungen)
- auf kurzfristige Befriedigung ausgerichtet (Bedeutung von unmittelbarem Vergnügen)
- resistent gegenüber äußerem Konformitätsdruck
Statussysteme der Mittelschicht und delinquenten Subkulturen
Die von Cohen beschriebenen delinquenten Subkulturen entwickeln ein alternatives Statussystem. Verhaltensweisen, die in der dominanten Mittelschichtkultur negativ bewertet werden, können innerhalb der Subkultur Anerkennung und Prestige vermitteln.
| Dominante Mittelschichtkultur | Statuskriterien delinquenten Subkulturen |
|---|---|
| Schulischer Erfolg | Anerkennung durch Regelverletzung |
| DisziplinDisziplin bezeichnet ein System der Verhaltensregulierung durch Überwachung, Kontrolle und körperliche bzw. geistige Dressur. und Leistungsbereitschaft | Mut, Risikobereitschaft und Provokation |
| Langfristige Planung und Karriereorientierung | Orientierung an unmittelbarem Statusgewinn |
| Respekt gegenüber Autoritäten | Demonstrative Ablehnung von Autoritäten |
| StatusStatus bezeichnet die soziale Position einer Person innerhalb einer Gruppe oder Gesellschaft, die mit bestimmten Erwartungen, Rechten und Pflichten verbunden ist. durch Leistung | Status durch Delinquenz und Gruppentreue |
Die Subkulturtheorie ist keine Lerntheorie im engeren Sinne. Vielmehr verbindet sie Elemente der Lerntheorien mit Überlegungen der Anomietheorie. Cohen erklärt delinquentes Verhalten sowohl durch soziale Lernprozesse innerhalb von Peer-Gruppen als auch durch strukturelle Statusprobleme in einer ungleichen Klassengesellschaft.
Cohen hat sich später noch mit anderen Formen von Subkulturen auseinandergesetzt. Zudem entstanden von anderen Autoren eine Reihe weiterer Theorien um das Phänomen der delinquenten Subkultur. Gemeinsam haben all diese Konzepte jedoch Cohens Grundthesen:
Gesamtgesellschaftlich ungleich verteilte sozialstrukturelle Bedingungen führen zur Entwicklung von Subkulturen als Ausdruck sozialer Differenzierung und damit einhergehenden Statusproblem. Deren divergierende Normen ziehen Verhaltenserwartungen nach sich, welche von der Gesamtgesellschaft als abweichend begriffen, innerhalb der Subkultur jedoch als normal angesehen werden.
Kritische Würdigung / Aktualitätsbezug
Cohens Subkulturansatz macht darauf aufmerksam, dass Mitglieder delinquenten Subkulturen ihr eigenes Verhalten nicht notwendigerweise als kriminell wahrnehmen. Innerhalb der Gruppe gelten andere normative Erwartungen und Bewertungskriterien als in der Mehrheitsgesellschaft. Handlungen, die außerhalb der Subkultur als deviant oder kriminell gelten, können innerhalb der Gruppe als legitim oder sogar als besonders anerkennenswert erscheinen.
Damit verweist Cohen bereits früh auf einen Gedanken, der später in der Kriminalsoziologie zentrale Bedeutung erlangen sollte: Die Bewertung von Verhalten als konform oder abweichend hängt wesentlich von den jeweiligen sozialen Kontexten und Normsystemen ab. Was in einem sozialen Umfeld als DevianzVerhalten, das in einer Gesellschaft als unangemessen, abweichend oder regelverletzend gilt – unabhängig davon, ob es strafrechtlich relevant ist. gilt, kann in einem anderen Kontext als normales oder sogar erwartetes Verhalten erscheinen.
Die SubkulturtheorienSubkulturtheorien sind soziologische und kriminologische Ansätze, die abweichendes Verhalten und Kriminalität als Ausdruck spezifischer Werte, Normen und Lebensstile innerhalb sozialer Gruppen interpretieren, die sich von der Mehrheitsgesellschaft abgrenzen. sind daher vor allem für ihren Hinweis bedeutsam, dass Abweichung innerhalb bestimmter Gruppen als Normalität erlebt werden kann. Indem Cohen zugleich Überlegungen der Anomietheorie aufgreift, stellt sein Ansatz einen frühen Versuch dar, sozialstrukturelle Bedingungen und gruppenspezifische Lernprozesse miteinander zu verbinden. Anders als bei Merton stehen dabei jedoch nicht primär ökonomische Ziele im Mittelpunkt. Die von Cohen beschriebenen delinquenten Handlungen sind vielmehr häufig nichtutilitaristisch, böswillig und negativistisch.
Eine zentrale Schwäche der Theorie liegt jedoch in ihrer starken Beschränkung auf Jugendkriminalität. Empirisch stützt sich Cohen vor allem auf Untersuchungen nordamerikanischer Straßengangs und Jugendbanden. Versuche, den Ansatz auf KriminalitätKriminalität bezeichnet gesellschaftlich normierte Handlungen, die gegen das Strafgesetz verstoßen. im Allgemeinen auszuweiten, stoßen daher schnell an Grenzen. Delikte der Wirtschaftskriminalität, Straftaten der Mittel- und Oberschicht oder auch weibliche Kriminalität lassen sich mit diesem Modell nur schwer erklären.
Zudem teilt Cohens Theorie einen zentralen Kritikpunkt der AnomietheorieDie Anomietheorie beschreibt gesellschaftliche Zustände, in denen normative Orientierungen und soziale Regeln ihre Verbindlichkeit verlieren, was zu einem Anstieg von abweichendem Verhalten und Kriminalität führen kann.: Beide Ansätze gehen implizit davon aus, dass auch Mitglieder der Unterschicht zunächst die mittelschichtgeprägten Leistungsnormen und Erfolgsziele teilen. Eine eigenständige Orientierung an schichtspezifischen Wertsystemen wird dabei kaum berücksichtigt.
Schließlich wird auch die empirische Grundlage der Subkulturtheorie teilweise in Frage gestellt. Kritiker bezweifeln, dass Jugendbanden tatsächlich über stabile, klar strukturierte Normsysteme verfügen, wie Cohen sie beschreibt. Viele Untersuchungen zeigen vielmehr, dass solche Gruppen häufig lose organisiert sind. Vertreter der Neutralisationsthese argumentieren darüber hinaus, dass Jugendliche gesamtgesellschaftliche Normen nicht vollständig verwerfen, sondern ihre Regelverstöße situativ rechtfertigen.
Anwendungsbezug: Welche Kriminalität erklärt die Subkulturtheorie?
Besonders geeignet für:
Jugendbanden, Vandalismus, Sachbeschädigung, Schuldelinquenz und andere Formen gruppenbezogener JugendkriminalitätKriminelles Verhalten von Personen, die nach deutschem Recht als Jugendliche (14 bis unter 18 Jahre) oder Heranwachsende (18 bis unter 21 Jahre) gelten..
Fallbeispiel
Mehrere Schüler erleben wiederholt schulische Misserfolge und erhalten wenig Anerkennung für ihre Leistungen. Gemeinsam gründen sie eine Clique, in der Regelverstöße, Provokationen und Vandalismus Anerkennung verschaffen. Innerhalb der Gruppe steigt das Ansehen gerade durch Verhaltensweisen, die von Lehrkräften missbilligt werden.
Interpretation mit der Subkulturtheorie
Nach Albert K. Cohen reagieren Jugendliche auf Statusfrustration, indem sie alternative Wertsysteme entwickeln. Innerhalb dieser delinquenten Subkultur gelten andere Maßstäbe für Anerkennung als in Schule oder GesellschaftEine Gesellschaft ist ein strukturiertes Gefüge von Menschen, die innerhalb eines geografischen Raumes unter gemeinsamen politischen, sozialen und wirtschaftlichen Bedingungen leben und durch institutionalisierte soziale Beziehungen miteinander verbunden sind..
Die Regelverletzungen dienen dabei nicht primär dem materiellen Gewinn, sondern der Erlangung von Status innerhalb der Gruppe.
Grenzen der Erklärung
Die Subkulturtheorie erklärt besonders überzeugend gruppenbezogene Jugenddelinquenz, Vandalismus, Schuldelinquenz und andere Formen von Kriminalität, bei denen Anerkennung und Status innerhalb einer Gruppe wichtiger sind als materielle Gewinne. Sie zeigt, wie aus gemeinsamen Erfahrungen von Misserfolg und Ausgrenzung alternative Wertsysteme entstehen können, in denen Regelverletzungen positiv bewertet werden.
Weniger geeignet ist die Theorie zur Erklärung von Individualdelikten oder Erwachsenenkriminalität. Zudem bleibt offen, warum manche Jugendliche auf schulische Misserfolge mit der Bildung delinquenter Subkulturen reagieren, während andere trotz vergleichbarer Erfahrungen normkonform bleiben. Die Entstehung der zugrunde liegenden Statusfrustration wird von der Anomietheorie nach Merton näher erklärt. Die Theorie der differentiellen Gelegenheiten ergänzt Cohen zudem um die Frage, welche kriminellen Möglichkeiten und Karrierewege Jugendlichen überhaupt offenstehen. Wie delinquente Einstellungen und Verhaltensweisen innerhalb solcher Gruppen erlernt und stabilisiert werden, beschreiben wiederum die Theorie der differentiellen Kontakte und die Theorie des sozialen Lernens.
Kriminalpolitische Implikationen
Wie auch die Anomietheorien lenkt Cohens Subkulturansatz den Blick auf sozialstrukturelle Ursachen von Jugenddelinquenz. Statusprobleme und Anpassungsschwierigkeiten entstehen demnach aus sozialen Ungleichheiten innerhalb der Klassengesellschaft. KriminalpolitikStrategien und Maßnahmen staatlicher Institutionen zur Aufrechterhaltung sozialer Ordnung und zur Reaktion auf regelwidriges Verhalten. müsste aus dieser Perspektive daher vor allem an den sozialen Bedingungen ansetzen, unter denen solche Statusfrustrationen entstehen.
In diesem Sinne lässt sich aus der Theorie ableiten, dass Maßnahmen zur Verbesserung von Bildungs- und Aufstiegschancen für benachteiligte Jugendliche kriminalpräventive Wirkungen entfalten können. Gerade im schulischen Kontext – einem zentralen Ort der Statusvergabe – könnten Programme zur Förderung sozial benachteiligter Schüler dazu beitragen, Statusfrustrationen zu reduzieren.
Cohen selbst formulierte allerdings keine konkreten kriminalpolitischen Programme. Sein Ansatz verweist vielmehr allgemein darauf, dass Jugendkriminalität nicht allein als individuelles Fehlverhalten verstanden werden kann, sondern auch als Reaktion auf strukturelle Ungleichheiten und fehlende gesellschaftliche Anerkennung.
Zugleich legt die Theorie nahe, dass ResozialisierungResozialisierung bezeichnet die gesellschaftliche Wiedereingliederung von Straftäter:innen. Ziel ist es, nach einer Straftat durch pädagogische, therapeutische und soziale Maßnahmen ein Leben ohne weitere Straftaten zu ermöglichen. nicht allein über Sanktionen erfolgen kann. Wenn delinquentes Verhalten innerhalb bestimmter Gruppen Anerkennung vermittelt, müssen alternative Möglichkeiten sozialer Anerkennung geschaffen werden. Präventionsprogramme, Bildungsangebote und stabile soziale Netzwerke können dazu beitragen, dass Jugendliche Status und Anerkennung auch innerhalb konventioneller sozialer Kontexte erreichen können.
Literatur und weiterführende Informationen
Primärliteratur
- Albert K. Cohen (1955): Delinquent Boys: The Culture of the Gang. New York: Free Press. Auflage von 1967.
- Cohens Buch wurde in Auszügen in deutscher Sprache veröffentlicht in: Cohen, A. K. (2016) Kriminelle Subkulturen. In: Klimke, D. & Legnaro, A. (Hrsg.) Kriminologische Grundlagentexte. Springer VS: Wiesbaden. S. 269-280. Oder auch: Cohen, A. K. (1957) Kriminelle Subkulturen. In: Heintz, P. & König, R. (Hrsg.) Soziologie der Jugendkriminalität. Studien zur Sozialwissenschaft. Opladen: Westdeutscher Verlag. S. 103-117.
Weiterführende Literatur
- Albert K. Cohen and James Short: Research in Delinquent Subcultures. In: Journal of Social Issues, S.20–37. 1968.
- Frederic M. Thrasher (1927): The Gang. Chicago. Auflage von 1968.
- William F. Whyte (1943): Street Corner Society. Chicago. 4. Auflage von 1993.
- Lewis Yablonski (1959): The delinquent gangs as a near group. In: Social Problems, 7, S.108-109
- Walter B. Miller (1958): Lower class culture as a generating milieu of gang delinquency. In: Journal of Social Issues, 15, S.5-19.



