Cesare Lombroso

Cesare Lombroso wird heute mit der Idee vom "geborenen Verbrecher" assoziiert
Cesare Lombroso

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Cesare Lombroso gilt als Begründer der positivistischen Kriminologie und als zentrale Figur der frühen kriminalbiologischen Forschung. Er studierte Medizin und Psychiatrie und war als Professor für Gerichtsmedizin und Psychiatrie tätig. Internationale Bekanntheit erlangte Lombroso durch seine These vom geborenen Verbrecher (delinquente nato).

Lombroso ging davon aus, dass Kriminalität primär biologisch determiniert sei und sich in körperlichen Merkmalen – sogenannten Atavismen – äußere. Dazu zählte er u. a. Schädel- und Gesichtsformen, Asymmetrien oder bestimmte physiologische Auffälligkeiten. Kriminalität erschien bei ihm nicht als Ergebnis sozialer Bedingungen, sondern als Ausdruck einer evolutionären Rückständigkeit.

Sein Ansatz prägte die Kriminologie nachhaltig, gilt heute jedoch weitgehend als wissenschaftlich widerlegt und normativ problematisch. Lombrosos Werk steht exemplarisch für biologische Determinismen, die zur Legitimation von Stigmatisierung, Rassismus und repressiver Kriminalpolitik beigetragen haben. In der heutigen Kriminologie ist Lombroso vor allem von historischer Bedeutung und dient als kritischer Referenzpunkt für moderne, sozialwissenschaftliche Ansätze.

Schlüsselwerke

  • Der Verbrecher in anthropologischer, ärztlicher und juristischer Beziehung (1876)
  • L’uomo delinquente (1876)
  • Genio e follia (1864)
  • La donna delinquente (mit Guglielmo Ferrero, 1893)