Lawrence E. Cohen

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Lawrence E. Cohen war ein US-amerikanischer Soziologe und Kriminologe, der gemeinsam mit Marcus Felson zu den Begründern der Routine Activity Theory zählt. Er lehrte an der University of Illinois, später an der University of California, Davis, und prägte über mehrere Jahrzehnte die empirische Kriminalitätsforschung. Cohen beschäftigte sich intensiv mit strukturellen Bedingungen von Tatgelegenheiten, Alltagsroutinen sowie den gesellschaftlichen Mustern, die Kriminalität begünstigen oder verhindern. Seine Arbeiten verbinden analytische Klarheit mit einem starken empirischen Fokus und zählen zu den meistzitierten Beiträgen der modernen Kriminologie.

Das zentrale theoretische Erbe Cohens ist die Routine Activity Theory (RAT), die Kriminalität als Ergebnis alltäglicher Interaktionsmuster beschreibt. Entscheidend sei nicht primär die Motivation potenzieller Täter, sondern das Zusammentreffen von drei Faktoren:

  1. ein motivierter Täter,

  2. ein geeignetes Ziel,

  3. fehlende fähige Aufsicht.

Diese Perspektive verschob den Fokus weg von individuellen Eigenschaften hin zu Analyse von Tatgelegenheiten, Urbanität, räumlicher Mobilität und technologischen Veränderungen. Cohens Ansatz beeinflusst bis heute die Umweltkriminologie, Situational Crime Prevention, Polizeistrategien, Sicherheitstechnologie, digitale Kriminologie und empirische Risikoforschung.

Schlüsselwerke

  • Social Change and Crime Rate Trends: A Routine Activity Approach (mit Marcus Felson, 1979)
  • Age Structure and Crime (mit Land & Felson, 1990)
  • Zahlreiche Beiträge zur Analyse von Kriminalitätsraten, Urbanisierung und Sozialstruktur