The Big Short (2015)

Mehrere Investoren erkennen bereits Jahre vor der Finanzkrise von 2007/08, dass der amerikanische Immobilienmarkt auf hochriskanten Hypotheken und spekulativen Finanzprodukten basiert. Während Banken und Ratingagenturen die Risiken verschleiern, wetten sie gegen das Finanzsystem – und profitieren schließlich vom Zusammenbruch der Märkte.

Film- / Serienprofil

Kriminologische Relevanz

The Big Short gehört zu den eindrucksvollsten Filmen über Macht, Wirtschaft und gesellschaftliche Ungleichheit. Der Film zeigt, wie hochriskante Finanzgeschäfte, irreführende Kreditvergaben und systematische Interessenkonflikte zum Zusammenbruch des internationalen Finanzsystems beitragen, ohne dass die maßgeblichen Verantwortlichen strafrechtlich zur Rechenschaft gezogen werden.

Aus Sicht der marxistischen Kriminalitätstheorie verdeutlicht der Film, dass Recht und Strafverfolgung nicht unabhängig von gesellschaftlichen Machtverhältnissen verstanden werden können. Wirtschaftliche Eliten verfügen über Ressourcen und politischen Einfluss, die es ihnen ermöglichen, enorme gesellschaftliche Schäden zu verursachen, ohne in vergleichbarer Weise kriminalisiert zu werden wie Täter konventioneller Straßenkriminalität.

Darüber hinaus illustriert The Big Short zentrale Fragestellungen der Critical Criminology und der Forschung zur White-Collar Crime. Der Film lenkt den Blick auf strukturelle Formen wirtschaftlicher Devianz und macht deutlich, dass Kriminalität nicht allein auf individuelle Täter reduziert werden kann, sondern häufig in institutionellen und ökonomischen Rahmenbedingungen entsteht.

Kriminologische Einordnung

Trailer / Teaser