Die Polizei ist keine homogene Organisation. Gleichwohl war sie historisch über lange Zeit durch ein vergleichsweise einheitliches Rollenverständnis geprägt: männlich, hierarchisch, körperlich robust, loyal gegenüber der Organisation und distanziert gegenüber dem polizeilichen Gegenüber. Mit gesellschaftlichen Wandlungsprozessen geriet dieses Selbstbild zunehmend unter Druck. Fragen nach Geschlecht, Herkunft und sexueller Identität betreffen
Polizeigeschichte
Polizei und Protestbewegungen ab den 1960er Jahren
Das Verhältnis von Polizei und Protest ist ein zentrales Spannungsfeld moderner Demokratien. Protestbewegungen artikulieren gesellschaftliche Konflikte, politische Forderungen und soziale Brüche, während die Polizei den staatlichen Auftrag hat, öffentliche Ordnung und Sicherheit zu gewährleisten. Wie dieses Spannungsverhältnis ausgestaltet wird, sagt viel über das demokratische Selbstverständnis einer Gesellschaft aus. Seit den
Wiederaufbau der Polizei nach 1945
Mit dem Ende des Nationalsozialismus stand die deutsche Polizei vor einem tiefgreifenden Legitimationsproblem. Als zentrale Trägerin nationalsozialistischer Herrschaft, Repression und Gewalt war sie diskreditiert und zugleich unverzichtbar für den Wiederaufbau staatlicher Ordnung. Der Wiederaufbau der Polizei nach 1945 vollzog sich daher in einem Spannungsfeld aus politischem Neuanfang, pragmatischen Sicherheitsbedürfnissen und
Beteiligung der Polizei am Vernichtungskrieg
Mit dem Beginn des Zweiten Weltkriegs radikalisierte sich die Rolle der Polizei im nationalsozialistischen Herrschaftssystem grundlegend. Polizeiliche Gewalt beschränkte sich nicht länger auf Überwachung, Verfolgung und Repression im Inneren, sondern wurde in den besetzten Gebieten zu einem zentralen Instrument systematischer Vernichtung. Die Beteiligung der Polizei am Vernichtungskrieg war kein Randphänomen
Polizei im Nationalsozialismus
Die Polizei war eine zentrale Stütze des nationalsozialistischen Herrschaftssystems. Entgegen dem lange gepflegten Mythos einer „sauberen Polizei“, die lediglich ordnungspolizeiliche Aufgaben wahrgenommen habe, zeigt die historische Forschung deutlich: Die Polizei war nicht nur Ausführungsorgan, sondern aktiver Träger nationalsozialistischer Herrschaft, Repression und Ausgrenzung. Die nationalsozialistische Machtübernahme führte nicht zu einer vollständigen
Polizei in der Weimarer Republik
Die Entwicklung der Polizei in der Weimarer Republik markiert einen zentralen Abschnitt der deutschen Polizeigeschichte. In kaum einer anderen Phase treten Modernisierung, Demokratisierungsanspruch und autoritäre Kontinuitäten so deutlich nebeneinander. Um diese Ambivalenzen zu verstehen, ist ein kurzer Blick auf die Polizei im Deutschen Kaiserreich unerlässlich. Die Polizei im Deutschen Kaiserreich: