Griselda (2024)
Film- / Serienprofil
- Originaltitel: Griselda
- Deutscher Titel: Griselda
- Erscheinungsjahr: 2024
- Land: USA
- Regie / Creator / Showrunner: Carlo Bernard, Ingrid Escajeda, Doug Miro
- Medium: Serie
- Laufzeit / Umfang: 1 Staffel, 6 Episoden
- Schwerpunkte: Drogen und organisierte Kriminalität
Kriminologische Relevanz
Griselda veranschaulicht zentrale Merkmale organisierter Kriminalität: den Aufbau illegaler Märkte, arbeitsteilige Strukturen, internationale Netzwerke und die strategische Anwendung von Gewalt zur Durchsetzung wirtschaftlicher Interessen. Die Serie zeigt, dass organisierte Kriminalität nicht allein auf individuelle Täter zurückzuführen ist, sondern als komplexes unternehmerisches System funktioniert, in dem Macht, Loyalität und ökonomische Rationalität eng miteinander verknüpft sind.
Gleichzeitig hebt sich Griselda von vielen Mafia- und Kartellgeschichten dadurch ab, dass eine Frau im Zentrum eines traditionell männlich dominierten Machtfeldes steht. Die Serie zeichnet Griselda Blanco dabei weder als reine Täterin noch als bloßes Opfer ihrer Lebensumstände. Vielmehr zeigt sie, wie Armut, Migration, geschlechtsspezifische Gewalt und soziale Benachteiligung ihren Aufstieg ebenso prägen wie ihre eigenen Entscheidungen. Mit wachsender Macht übernimmt sie zunehmend dieselben Gewalt- und Herrschaftsmechanismen wie ihre männlichen Konkurrenten und entwickelt sich selbst zu einer zentralen Akteurin organisierter Kriminalität. Dadurch eröffnet die Serie eine differenzierte Diskussion über Geschlechterrollen, individuelle Verantwortung und die sozialen Bedingungen krimineller Karrieren.
Darüber hinaus macht die Serie deutlich, dass organisierte Kriminalität eng mit legalen Wirtschaftsstrukturen verflochten sein kann. Geldwäsche, internationale Handelsbeziehungen und korrupte Netzwerke sind wesentliche Voraussetzungen für den Erfolg des Kartells. Griselda eignet sich daher besonders zur Analyse von Organisierter Kriminalität, Drogenhandel, Gewaltökonomien und den sozialen und ökonomischen Bedingungen krimineller Karrieren.
Kriminologische Einordnung
Schlüsselwerke
James W. Messerschmidt – Crime as Structured Action (1993)
Pat Carlen – Women, Crime and Poverty (1988)