Narcos (2015–2017)
Film- / Serienprofil
- Originaltitel: Narcos
- Deutscher Titel: Narcos
- Erscheinungsjahr: 2015–2017
- Land: USA
- Regie / Creator / Showrunner: Carlo Bernard, Chris Brancato, Doug Miro
- Medium: Serie
- Laufzeit / Umfang: 3 Staffen, 30 Episoden
- Schwerpunkte: Drogen und organisierte Kriminalität
Kriminologische Relevanz
Narcos veranschaulicht die komplexen Strukturen organisierter Kriminalität am Beispiel des internationalen Kokainhandels. Die Serie zeigt, wie illegale Märkte arbeitsteilig organisiert sind und nur durch das Zusammenwirken von Produzenten, Schmugglern, Geldwäschern, korrupten Amtsträgern und internationalen Vertriebsnetzwerken funktionieren. Organisierte Kriminalität erscheint dabei nicht als Ansammlung einzelner Straftäter, sondern als transnationales ökonomisches System mit eigenen Machtstrukturen und Regeln.
Gleichzeitig macht die Serie deutlich, dass organisierte Kriminalität und staatliche Institutionen in einem wechselseitigen Spannungsverhältnis stehen. Korruption, politische Einflussnahme, internationale Kooperation und der Einsatz außergewöhnlicher Ermittlungsmaßnahmen prägen den sogenannten „Krieg gegen die Drogen“ ebenso wie die Strategien der Kartelle selbst. Dadurch eröffnet Narcos eine differenzierte Diskussion über die Möglichkeiten und Grenzen staatlicher Kriminalitätsbekämpfung.
Darüber hinaus zeigt die Serie, dass der Drogenhandel nicht allein durch individuelle Gier oder Gewalt erklärt werden kann. Armut, staatliche Schwäche, internationale Nachfrage und ökonomische Anreize schaffen Bedingungen, unter denen sich organisierte Kriminalität dauerhaft etablieren kann. Narcos eignet sich daher besonders zur Analyse von Organisierter Kriminalität, Drogenhandel, Korruption, Geldwäsche und den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen illegaler Märkte.