ZeroZeroZero (2020)
Film- / Serienprofil
- Originaltitel: ZeroZeroZero
- Deutscher Titel: ZeroZeroZero
- Erscheinungsjahr: 2020
- Land: Italien
- Regie / Creator / Showrunner: Leonardo Fasoli, Mauricio Katz, Stefano Sollima
- Medium: Serie
- Laufzeit / Umfang: Miniserie, 8 Episoden
- Schwerpunkte: Drogen und organisierte Kriminalität
Kriminologische Relevanz
ZeroZeroZero verdeutlicht, dass organisierte Kriminalität längst nicht mehr als lokal begrenztes Phänomen verstanden werden kann. Die Serie zeigt den internationalen Kokainhandel als hochgradig arbeitsteiliges Netzwerk, in dem Produzenten, Kartelle, Mafiaorganisationen, Logistikunternehmen und Finanzstrukturen über nationale Grenzen hinweg zusammenwirken. Kriminalität erscheint dabei weniger als das Handeln einzelner Täter, sondern als Teil globaler Wirtschafts- und Handelsprozesse.
Gleichzeitig macht die Serie deutlich, dass legale und illegale Märkte eng miteinander verflochten sind. Internationale Transporte, Finanzdienstleistungen und komplexe Unternehmensstrukturen bilden die infrastrukturellen Voraussetzungen für den globalen Drogenhandel. Dadurch rückt ZeroZeroZero die ökonomischen und organisatorischen Dimensionen organisierter Kriminalität stärker in den Mittelpunkt als klassische Mafia- oder Gangstergeschichten.
Darüber hinaus zeigt die Serie, dass staatliche Grenzen und Strafverfolgungsbehörden dem transnationalen Charakter organisierter Kriminalität häufig nur begrenzt gewachsen sind. Unterschiedliche Rechtsordnungen, Korruption und internationale Machtkonflikte erschweren eine wirksame Bekämpfung der Netzwerke. ZeroZeroZero eignet sich daher besonders zur Analyse von Organisierter Kriminalität, Globalisierung, Drogenhandel, Geldwäsche und den wirtschaftlichen Strukturen illegaler Märkte.
Kriminologische Einordnung
Kriminalitätstheorien
Rational Choice Theory
Schlüsselwerke
David Garland – The Culture of Control: Crime and Social Order in Contemporary Society (2001)
Didier Fassin – Enforcing Order (2013)