Gomorrha (2008)
Film- / Serienprofil
- Originaltitel: Gomorra
- Deutscher Titel: Gomorrha - Reise in das Reich der Camorra
- Erscheinungsjahr: 2008
- Land: Italien
- Regie / Creator / Showrunner: Matteo Garrone
- Medium: Spielfilm
- Laufzeit / Umfang: 137 Minuten
- Schwerpunkte: Drogen und organisierte Kriminalität
Kriminologische Relevanz
Gomorrha zeichnet organisierte Kriminalität nicht als abgeschlossene Unterwelt, sondern als festen Bestandteil gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Strukturen. Der Film macht deutlich, dass die Camorra weit über Drogenhandel und Gewalt hinaus Einfluss auf Arbeitsmärkte, Unternehmen, Umweltkriminalität und soziale Beziehungen nimmt. Organisierte Kriminalität erscheint dabei weniger als Ausnahmezustand denn als alltägliche Realität, in der legale und illegale Ökonomien eng miteinander verflochten sind.
Anders als viele Mafiafilme verzichtet Gomorrha auf eine romantisierende Darstellung krimineller Karrieren. Statt individueller Aufstiegs- oder Fallgeschichten stehen die Funktionsweise krimineller Netzwerke und die Austauschbarkeit ihrer Akteure im Mittelpunkt. Gewalt wird weder heroisiert noch spektakulär inszeniert, sondern als routinierter Bestandteil eines Systems gezeigt, das ganze Stadtviertel und Lebensläufe prägt.
Gomorrha eignet sich daher besonders zur Analyse von Organisierter Kriminalität, Parallelgesellschaften, informellen Ökonomien, kriminellen Netzwerken sowie der Verflechtung von Wirtschaft, Politik und Kriminalität.
Bildquellen: Federica Zappalà, CC BY-SA 3.0 IT , via Wikimedia Commons
Adam Harangozó, CC BY-SA 4.0 , via Wikimedia Commons
Kriminologische Einordnung
Kriminalitätstheorien
Theorie der differentiellen Gelegenheiten (Cloward & Ohlin)