Joker

Der psychisch belastete Arthur Fleck schlägt sich als Clown und Gelegenheitskomiker durch das sozial zerrissene Gotham City. Nachdem er wiederholt Ausgrenzung, Demütigung und Gewalt erfährt, entwickelt er sich schrittweise zu der Figur des „Joker“, deren Taten eine gesellschaftliche Protestbewegung auslösen.

Film- / Serienprofil

  • Originaltitel: Joker
  • Deutscher Titel: Joker
  • Erscheinungsjahr: 2019
  • Land: USA
  • Regie / Creator / Showrunner: Todd Phillips
  • Medium: Film
  • Laufzeit / Umfang: 122 Minuten
  • Schwerpunkte: Jugend, Devianz und Subkultur

Kriminologische Relevanz

Joker ist eine sozialpsychologische Charakterstudie über die Entstehung von Devianz unter Bedingungen sozialer Ausgrenzung, Armut und psychischer Belastung. Der Film schildert den schrittweisen Wandel Arthur Flecks vom gesellschaftlich marginalisierten Einzelgänger zu einer Symbolfigur kollektiver Gewalt und regt damit zu Fragen nach den sozialen Ursachen kriminellen Handelns an.

Aus kriminologischer Sicht lässt sich der Film insbesondere mit Anomietheorien, Labeling-Ansätzen sowie Theorien sozialer Desorganisation in Verbindung bringen. Wiederholte Erfahrungen von Demütigung, Ablehnung und institutionellem Versagen verdeutlichen, wie soziale Isolation und fehlende gesellschaftliche Integration zur Eskalation von Gewalt beitragen können. Gleichzeitig zeigt der Film, wie mediale Aufmerksamkeit und gesellschaftliche Deutungsmuster aus einem einzelnen Täter eine identitätsstiftende Symbolfigur machen.

Obwohl Joker keine realistische Erklärung schwerer Gewaltkriminalität liefern will, eignet sich der Film hervorragend, um die Wechselwirkungen zwischen individueller Biografie, sozialem Umfeld und gesellschaftlicher Reaktion auf Devianz zu diskutieren. Gerade die Vielschichtigkeit der Figur macht den Film zu einem wertvollen Ausgangspunkt für kriminologische und soziologische Analysen.

Bildquelle: Dcastillo4070, CC BY-SA 4.0 , via Wikimedia Commons

Kriminologische Einordnung

Trailer / Teaser