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General Strain Theory (Agnew)

Zuletzt aktualisiert: 24. März 2026 | Veröffentlicht: 2. Juni 2018 von Christian Wickert

Die General Strain Theory von Robert Agnew geht davon aus, dass kriminelles Verhalten häufig aus belastenden Erfahrungen (strain) entsteht. Solche Belastungen können nach Agnew auf drei unterschiedlichen Faktoren beruhen:

  1. Das Scheitern, ein Ziel zu erreichen
  2. Die Existenz von schädlichen Impulsen und
  3. Das Entfernen von positiven Impulsen.

Belastungen produzieren negative Emotionen wie z.B. Ärger oder Depressionen, die ohne adäquate Bewältigungsfähigkeiten delinquentes Verhalten fördern

Inhaltsverzeichnis

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  • Merkzettel
    • General Strain Theory nach Agnew
  • Die General Strain Theory nach Robert Agnew
  • Kriminalpolitische Implikationen der General Strain Theory
  • Kritische Würdigung /Aktualitätsbezug
  • Literatur
    • Primärliteratur
    • Sekundärliteratur
    • Weiterführende Information
      • Video

Merkzettel

General Strain Theory nach Agnew

Hauptvertreter: Robert Agnew

Erstveröffentlichung: 1985

Land: USA

Idee/ Annahme: Belastungen produzieren negative EmotionenEmotionen sind subjektive Erlebenszustände, die mit physiologischen und sozialen Reaktionen verbunden sind. wie z.B. Ärger oder Depressionen, die ohne adäquate Bewältigungsfähigkeiten delinquentes Verhalten fördern.

Abgrenzungen zu: Die Theorie kann als Erweiterung der Anomietheorie nach Merton verstanden werden. Anders als bei Merton sieht Agnew die Ursache von „strain“ nicht ausschließlich in schichtspezifischen Zugangschancen verortet.

Die General Strain Theory nach Robert Agnew

Im Vergleich zu Mertons Ausführungen zur Anomietheorie beinhaltet die General Strain Theorie eine breitere Sichtweise über die Belastungsursachen. Nach Agnew gibt es drei Hauptgründe für Abweichung verursachende Belastungen (deviance-producing strain):

  1. Das Scheitern, ein Ziel zu erreichen (z.B. gute Noten)
  2. Das Entfernen von positiven Impulsen (z.B. Tod eines Elternteils, Beziehungsende)
  3. Das Vorhandensein schädlicher Impulse (z.B. Schulprobleme)

Die General Strain Theory eignet sich besonders zur Erklärung von Delikten, die aus starken negativen Emotionen hervorgehen. Dazu zählen vor allem GewaltkriminalitätUnter Gewaltkriminalität werden Straftaten verstanden, bei denen physische Gewalt gegen Personen angewendet oder angedroht wird., Jugenddelinquenz sowie Formen der Selbstmedikation durch Drogenkonsum. Im Gegensatz zu klassischen Anomietheorien, die vor allem Eigentumsdelikte erklären, berücksichtigt Agnew stärker emotionale Reaktionen wie Ärger, Frustration oder Kränkung, die zu impulsiven oder aggressiven Straftaten führen können.

Nach Agnew kann „strain“ in allen Bevölkerungsschichten auftreten und ist kein schichtspezifisches Phänomen. Er versucht zu erklären, wie „strain“ zu kriminellen Handlungen führt. Er geht davon aus, dass „strain“ negative emotionale Zustände wie Wut oder Depression hervorruft, die, wenn keine adäquaten Bewältigungskompetenzen vorhanden sind, verschiedene delinquente Verhaltensweisen begünstigen (z.B. Wut –> gewalttätiges Verhalten, Depression –> problematischer Drogenkonsum usw.).

Als Gründe, warum manche Menschen auf psychischen Stress mit normkonformem und andere mit delinquentem Verhalten reagieren, nennt Agnew fehlende Bewältigungskompetenzen (wie Intelligenz, Kreativität, Problemlösefähigkeiten etc.) Darüber hinaus wirken sich negative Faktoren wie ein kriminelles Umfeld oder kriminalitätsfördernde Charaktereigenschaften negativ auf die Bewältigung von Belastungen aus.

 

Schaubild: General Strain Theory (Agnew)

Kriminalpolitische Implikationen der General Strain Theory

Die kriminalpolitischen Forderungen von Agnew können als vielschichtig angesehen werden, da auch seine Theorie mehrere unterschiedliche Ursachenfaktoren aufweist.

Eine kriminalpolitische Schlussfolgerung aus der General Strain Theory ist – in Übereinstimmung mit der AnomietheorieDie Anomietheorie beschreibt gesellschaftliche Zustände, in denen normative Orientierungen und soziale Regeln ihre Verbindlichkeit verlieren, was zu einem Anstieg von abweichendem Verhalten und Kriminalität führen kann. von Merton -, dass eine gute Sozialpolitik mit der Möglichkeit, individuelle (z.B. materielle) Ziele zu erreichen, einen kriminalpräventiven Faktor darstellt. Soziale Ungleichheit in der GesellschaftEine Gesellschaft ist ein strukturiertes Gefüge von Menschen, die innerhalb eines geografischen Raumes unter gemeinsamen politischen, sozialen und wirtschaftlichen Bedingungen leben und durch institutionalisierte soziale Beziehungen miteinander verbunden sind. führt zu einem erhöhten Druck auf die benachteiligten Mitglieder und damit zu einer erhöhten Wahrscheinlichkeit, kriminell zu werden.

Zweitens sind aufgrund einer gewissen Annäherung an die Kontroll- und Bindungstheorien auch deren kriminalpolitische Implikationen bei Agnew zu beachten: Der Verlust positiver Stimuli und das Erleben negativer Stimuli sind zumeist Veränderungen innerhalb des individuellen sozialen Umfeldes oder können zumindest durch dieses verstärkt oder verhindert werden. Erzieherische Maßnahmen, die Stärkung von Familie und Gemeinschaft und andere typische Forderungen der KontrolltheorienKontrolltheorien sind soziologische und kriminologische Erklärungsansätze, die davon ausgehen, dass Kriminalität und abweichendes Verhalten primär durch den Grad der sozialen Kontrolle bestimmt werden. Menschen verhalten sich dann konform, wenn sie durch soziale Bindungen, Normen und innere Überzeugungen kontrolliert werden. sind daher auch bei Agnew angezeigt.

Schließlich lassen die in der Strain-Theory angesprochenen Coping-Strategien (Bewältigungsfähigkeiten) eine weitere Form kriminalpräventiven Denkens zu: Da die entscheidenden Faktoren für die Begehung krimineller Handlungen letztlich Ärger und Frustration sind, muss es Aufgabe von (Re-)Sozialisationsprogrammen sein, alternative Denk- und Verhaltensweisen zu erlernen, die das Aufkommen solcher Emotionen verhindern oder zumindest eindämmen. Als Beispiel sei hier der sogenannte „heiße Stuhl“ aus der Sozialtherapie genannt, der den richtigen Umgang mit negativen Emotionen trainieren soll.

Kritische Würdigung /Aktualitätsbezug

Agnew ist es mit der General Strain Theory gelungen, die stark auf Unterschichtenkriminalität ausgerichtete Anomietheorie zu erweitern und mit anderen theoretischen Konzepten wie sozialer Kontrolle, sozialer Desorganisation und Emotionen zu verbinden. So entsteht ein verständliches Bild der Kriminalitätsentstehung.
Der stark multifaktorielle Charakter der Theorie führt jedoch zu der unausweichlichen Frage, was letztlich das Entscheidungskriterium dafür ist, sich aufgrund widriger Umstände abweichend zu verhalten oder trotz einer ganzen Reihe negativer Faktoren im individuellen Umfeld konform zu bleiben.
Agnew schreibt den Copingfähigkeiten im Umgang mit psychischen Belastungen eine wichtige RolleEine soziale Rolle bezeichnet das Bündel normativer Erwartungen, das an das Verhalten einer Person in einer bestimmten sozialen Position geknüpft ist. zu. Er beschreibt jedoch nicht explizit, welche Rolle sie spielen. In welcher Form beeinflussen sie im Einzelnen den Umgang des Individuums mit Belastungen?
Darüber hinaus kann die Kritik an den AnomieZustand der Normlosigkeit, in dem gesellschaftliche Normen und Werte ihre regulierende Wirkung verlieren.-, Kontroll- und sozialen Desorganisationstheorien analog auch für die General Strain Theory gelten.

Literatur

Primärliteratur

  • Agnew, Robert. (1985). A revised strain theory of delinquency. Social forces. 64(1), 151-167.
  • Agnew, Robert. (1992). Foundation for a general strain theory of crime and delinquency. Criminology. 30(1), 47-87.

Sekundärliteratur

  • Brown, S., Esbensen, F.-A., Geis, G. (2010): Criminology. Explaining Crime and It’s Context. S. 249-251.
  • Vito, G./Maahs, J./Holmes, R. (2007): Criminology. Theory, Research, and Policy. S. 157f.

 

Weiterführende Information

Video

https://www.youtube.com/watch?v=UA-7F1S1DNM

Dr. Robert Agnew’s lecture delivered at Eastern Kentucky University – College of Justice and Safety in 2005 titled „Strain Theory in Criminal Justice“.

YouTube

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Dr. Robert Agnew presents General Strain Theory: An Overview and Policy Implications (The University of Tampa)


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Kategorie: Kriminalitätstheorien Tags: Anomie und Drucktheorien, Belastungstheorien der Kriminalität, Coping-Strategien, General Strain Theory, Gewaltkriminalität, Jugenddelinquenz, Kriminalitätstheorien, negative Emotionen, Robert Agnew, strain, Strain Theory

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