The Big Short (2015)
Film- / Serienprofil
- Originaltitel: The Big Short
- Deutscher Titel: The Big Short
- Erscheinungsjahr: 2015
- Land: USA
- Regie / Creator / Showrunner: Adam McKay
- Medium: Spielfilm
- Laufzeit / Umfang: 130 Minuten
- Schwerpunkte: Kriminalitätstheorien im Film, Wirtschaftskriminalität und Korruption
Kriminologische Relevanz
The Big Short gehört zu den eindrucksvollsten Filmen über Macht, Wirtschaft und gesellschaftliche Ungleichheit. Der Film zeigt, wie hochriskante Finanzgeschäfte, irreführende Kreditvergaben und systematische Interessenkonflikte zum Zusammenbruch des internationalen Finanzsystems beitragen, ohne dass die maßgeblichen Verantwortlichen strafrechtlich zur Rechenschaft gezogen werden.
Aus Sicht der marxistischen Kriminalitätstheorie verdeutlicht der Film, dass Recht und Strafverfolgung nicht unabhängig von gesellschaftlichen Machtverhältnissen verstanden werden können. Wirtschaftliche Eliten verfügen über Ressourcen und politischen Einfluss, die es ihnen ermöglichen, enorme gesellschaftliche Schäden zu verursachen, ohne in vergleichbarer Weise kriminalisiert zu werden wie Täter konventioneller Straßenkriminalität.
Darüber hinaus illustriert The Big Short zentrale Fragestellungen der Critical Criminology und der Forschung zur White-Collar Crime. Der Film lenkt den Blick auf strukturelle Formen wirtschaftlicher Devianz und macht deutlich, dass Kriminalität nicht allein auf individuelle Täter reduziert werden kann, sondern häufig in institutionellen und ökonomischen Rahmenbedingungen entsteht.
Kriminologische Einordnung
Kriminalitätstheorien
Marxistische Kriminalitätstheorien
Institutionelle Anomietheorie (IAT) (Messner & Rosenfeld)
Edwin H. Sutherland – White Collar Crime (1949)
Instanzenforschung/ Kritische Kriminologie
Schlüsselwerke
Taylor, Walton & Young – The New Criminology (1973)
Alessandro De Giorgi – Re-thinking the Political Economy of Punishment (2006)
Stuart Hall et al. – Policing the Crisis: Mugging, the State and Law and Order (1978)
Karl Marx und Friedrich Engels – Das Kommunistische Manifest (1848)