Kurzdefinition
Hot Spots Policing bezeichnet eine polizeiliche Strategie, bei der Maßnahmen gezielt auf kleinräumige Orte mit überdurchschnittlich hoher Kriminalitätsbelastung konzentriert werden.
Ausführliche Erklärung
Hot Spots Policing basiert auf der empirischen Beobachtung, dass Kriminalität räumlich stark konzentriert auftritt. Ein relativ kleiner Anteil von Straßen, Plätzen oder Stadtquartieren verursacht einen großen Teil der registrierten Straftaten. Anstatt flächendeckend zu agieren, richtet die Polizei ihre Ressourcen daher gezielt auf diese sogenannten „Hot Spots“.
Typische Maßnahmen reichen von erhöhter Präsenz und Kontrolltätigkeit über situative Prävention bis hin zu problemorientierten Interventionen. Empirische Studien zeigen häufig kriminalitätsreduzierende Effekte, ohne dass es zwangsläufig zu Verdrängungseffekten kommt. Kritisch diskutiert werden jedoch mögliche Nebenfolgen wie selektive Kontrolle, Racial Profiling oder eine Erosion polizeilicher Legitimität, insbesondere bei repressiver Umsetzung.
Theoriebezug
Hot Spots Policing ist eng verknüpft mit der Routine Activity Theory, situationaler Kriminalprävention, Abschreckungstheorien sowie Evidence-Based Policing. Kritische Bezüge bestehen zur Defiance Theory und zur Forschung über polizeiliche Legitimität.