Robert King Merton

Robert K. Merton
Robert K. Merton, 1965

Personenprofil

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Robert K. Merton war einer der einflussreichsten Soziologen des 20. Jahrhunderts und prägte die US-amerikanische Soziologie nachhaltig. Er studierte unter anderem bei Talcott Parsons und entwickelte zentrale Konzepte des Strukturfunktionalismus weiter, wobei er sich bewusst von dessen normativem und systemstabilisierendem Charakter distanzierte.

Seine wissenschaftliche Bedeutung liegt insbesondere in der Entwicklung einer theoriegeleiteten, empirisch anschlussfähigen Soziologie. Mit Konzepten wie manifesten und latenten Funktionen, Dysfunktionen, Referenzgruppen, self-fulfilling prophecy sowie der Theorie mittlerer Reichweite schuf Merton ein methodisches Fundament moderner Sozialforschung.

Für die Kriminologie ist Merton vor allem durch seine Anomietheorie zentral. In seinem Aufsatz „Social Structure and Anomie“ analysierte er abweichendes Verhalten als Ergebnis struktureller Spannungen zwischen kulturell definierten Zielen und sozial ungleich verteilten legalen Mitteln. Die von ihm entwickelten Anpassungstypen (Konformität, Innovation, Ritualismus, Rückzug, Rebellion) gehören bis heute zum festen Kanon der Kriminalitätstheorien und beeinflussten zahlreiche Weiterentwicklungen, etwa bei Cloward/Ohlin oder Agnew.

Schlüsselwerke

  • Social Structure and Anomie (1938)
  • Social Theory and Social Structure (1949)
  • The Sociology of Science (1973)
  • On Theoretical Sociology (1967)