Reefer Madness

Der Propagandafilm Reefer Madness schildert den angeblich verhängnisvollen Einfluss von Marihuana auf Jugendliche. Nach dem Konsum von Cannabis geraten die Figuren in einen Strudel aus Wahnsinn, Gewalt, sexueller Ausschweifung, Kriminalität und Mord. Der Film wurde ursprünglich als abschreckendes Lehrstück produziert und gilt heute als eines der bekanntesten Beispiele staatlich unterstützter Drogenpropaganda.

Film- / Serienprofil

Kriminologische Relevanz

Reefer Madness bietet einen einzigartigen Einblick in die Entstehung gesellschaftlicher Kriminalitätsbilder. Der Film zeigt weniger die Wirkungen von Cannabis als vielmehr die Mechanismen moralischer Paniken, politischer Kampagnen und medialer Kriminalisierung.

Aus heutiger Perspektive dokumentiert der Film, wie soziale Probleme konstruiert und bestimmte Bevölkerungsgruppen als Bedrohung dargestellt werden können. Die Darstellung von Cannabis als unmittelbare Ursache von Wahnsinn, Gewalt und Verbrechen spiegelt die kriminalpolitischen Debatten der 1930er Jahre wider und steht in engem Zusammenhang mit den Aktivitäten von Harry Anslinger und der frühen amerikanischen Drogenprohibition.

Kriminologisch relevant sind insbesondere:

  • Drogenprohibition
  • Moral Panic
  • Kriminalisierung
  • Medien und Kriminalität
  • Konstruktion sozialer Probleme
  • Devianz und soziale Kontrolle
  • Generalprävention
  • Abschreckung
  • Politische Kriminalitätsdiskurse
  • Drogenpolitik

Der Film verdeutlicht, wie stark gesellschaftliche Vorstellungen von Kriminalität durch politische Interessen, Medienberichte und kulturelle Narrative geprägt werden können.

Kriminologische Einordnung

Trailer / Teaser