Sicario (2015)
Film- / Serienprofil
- Originaltitel: Sicario
- Deutscher Titel: Sicario
- Erscheinungsjahr: 2015
- Land: USA
- Regie / Creator / Showrunner: Denis Villeneuve
- Medium: Spielfilm
- Laufzeit / Umfang: 121 Minuten
- Schwerpunkte: Drogen und organisierte Kriminalität
Kriminologische Relevanz
Sicario richtet den Blick weniger auf die Strukturen der organisierten Kriminalität als auf die Strategien staatlicher Kriminalitätsbekämpfung. Der Film zeigt, wie der sogenannte “War on Drugs” zur Ausweitung geheimdienstlicher Befugnisse, militärischer Taktiken und extralegaler Maßnahmen führt. Dabei verschwimmen die Grenzen zwischen Strafverfolgung, militärischer Intervention und politischer Macht.
Gleichzeitig stellt Sicario grundlegende Fragen nach der Legitimität staatlicher Gewalt. Die Protagonistin Kate Macer steht für rechtsstaatliche Prinzipien wie Transparenz, Verhältnismäßigkeit und rechtsstaatliche Verfahren, während andere Akteure zunehmend utilitaristisch handeln und den Erfolg einer Operation über rechtliche Grenzen stellen. Der Film macht damit deutlich, wie Kriminalitätsbekämpfung selbst zum Gegenstand kriminalwissenschaftlicher Analyse wird.
Darüber hinaus thematisiert Sicario die transnationale Dimension organisierter Kriminalität. Die Gewalt der Drogenkartelle erscheint nicht als isoliertes mexikanisches Problem, sondern als Folge grenzüberschreitender ökonomischer, politischer und gesellschaftlicher Verflechtungen. Sicario eignet sich daher besonders zur Analyse von Organisierter Kriminalität, War on Drugs, staatlichem Gewaltmonopol, Polizeigewalt, Rechtsstaatlichkeit und den Spannungsverhältnissen zwischen Sicherheit und Freiheit.