Kurzdefinition
Vermögens- und Fälschungsdelikte umfassen Straftaten, bei denen Vermögensschäden durch Täuschung, Missbrauch von Vertrauen oder die Fälschung von Dokumenten und Zahlungsmitteln verursacht werden. Sie bilden eine eigenständige Hauptgruppe der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS).
Ausführliche Erklärung
Vermögens- und Fälschungsdelikte umfassen Straftaten, bei denen das Vermögen einer Person oder Organisation durch Täuschung, Missbrauch von Vertrauen oder die Fälschung von Urkunden, Dokumenten oder Zahlungsmitteln geschädigt wird. Sie bilden eine eigenständige Hauptgruppe der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS).
Zu dieser Deliktsgruppe zählen insbesondere Betrug, Computerbetrug, Untreue, Unterschlagung, Urkundenfälschung, Kreditkarten- und Scheckkartenmissbrauch sowie weitere Formen der Vermögensschädigung. Im Unterschied zu Diebstahlsdelikten wird das Vermögen häufig nicht durch die Wegnahme einer Sache, sondern durch Täuschung, Manipulation oder den Missbrauch bestehender Vertrauensverhältnisse geschädigt.
Vermögens- und Fälschungsdelikte verursachen jährlich Schäden in Milliardenhöhe und zählen zu den wirtschaftlich bedeutendsten Deliktsgruppen. Mit der Digitalisierung haben insbesondere Computerbetrug, Identitätsmissbrauch und andere Formen internetgestützter Betrugsdelikte erheblich an Bedeutung gewonnen. Gleichzeitig weisen viele dieser Delikte ein beträchtliches Dunkelfeld auf, da Vermögensschäden nicht immer erkannt oder angezeigt werden.
- Straftaten gegen das Leben
- Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung
- Rohheitsdelikte
- Diebstahlsdelikte
- Vermögens- und Fälschungsdelikte
Aus kriminologischer Sicht stehen bei Vermögens- und Fälschungsdelikten insbesondere Rationalität, Tatgelegenheiten und wirtschaftliche Anreizstrukturen im Mittelpunkt. Viele Delikte setzen planvolles Handeln, Fachwissen oder den Missbrauch beruflicher Positionen voraus und unterscheiden sich damit deutlich von spontanen Gewalt- oder Eigentumsdelikten. Die Deliktsgruppe bildet zugleich eine wichtige Schnittstelle zur Wirtschaftskriminalität, ohne mit dieser deckungsgleich zu sein.
Der Begriff steht in engem Zusammenhang mit Betrug, Wirtschaftskriminalität, Korruption, White-Collar Crime, Cybercrime und Geldwäsche.
Theoriebezug
Vermögens- und Fälschungsdelikte werden insbesondere durch Rational-Choice-Theorien, Ansätze der White-Collar-Crime-Forschung sowie Gelegenheits- und Kontrolltheorien untersucht. Im Mittelpunkt stehen Kosten-Nutzen-Abwägungen, Tatgelegenheiten sowie organisatorische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen, die betrügerisches Verhalten begünstigen können.
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