Kurzdefinition
Jährlich veröffentlichte Statistik zur polizeilich bekannt gewordenen Kriminalität in Deutschland.
Ausführliche Erklärung
Die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) wird jährlich vom Bundeskriminalamt (BKA) veröffentlicht und enthält alle der Polizei bekannt gewordenen und abschließend bearbeiteten Straftaten in Deutschland. Sie erfasst unter anderem Deliktsarten, Tatorte, Tatverdächtige, Opfer, Schadenssummen sowie die polizeiliche Aufklärungsquote. Die PKS gilt als die wichtigste amtliche Kriminalstatistik Deutschlands und bildet eine zentrale Grundlage für Kriminalpolitik, Polizeiarbeit und kriminologische Forschung.
Die Statistik gliedert das registrierte Kriminalitätsgeschehen in mehrere Hauptgruppen. Dazu zählen Straftaten gegen das Leben, Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung, Rohheitsdelikte, Diebstahlsdelikte sowie Vermögens- und Fälschungsdelikte. Diese Einteilung ermöglicht eine bundesweit einheitliche Erfassung und Analyse der polizeilich registrierten Kriminalität.
Die PKS bildet ausschließlich das Hellfeld der Kriminalität ab, also jene Straftaten, die der Polizei bekannt geworden sind. Straftaten, die nicht angezeigt oder entdeckt werden, bleiben als Dunkelfeld unberücksichtigt. Umfang und Struktur des Hellfeldes werden unter anderem durch das Anzeigeverhalten der Bevölkerung, polizeiliche Kontrollintensität sowie gesetzliche Änderungen beeinflusst. Die PKS erlaubt daher keine unmittelbaren Aussagen über die tatsächliche Kriminalitätsbelastung einer Gesellschaft.
Darüber hinaus werden nicht alle polizeilich registrierten Straftaten in der PKS ausgewiesen. Politisch motivierte Kriminalität (PMK) wird beispielsweise in einer eigenständigen Statistik des polizeilichen Staatsschutzes erfasst. Die PKS ist deshalb eine wichtige, aber nicht vollständige Quelle zur Beschreibung des Kriminalitätsgeschehens in Deutschland.
Theoriebezug
Die Polizeiliche Kriminalstatistik bildet die wichtigste Grundlage der Kriminalitätsstatistik in Deutschland und spielt eine zentrale Rolle für die kriminologische Forschung. Zugleich verdeutlicht sie die grundlegende Unterscheidung zwischen Hellfeld und Dunkelfeld: Während die PKS ausschließlich polizeilich registrierte Straftaten erfasst, bleiben nicht angezeigte oder unentdeckte Delikte statistisch unsichtbar. Für eine realistische Einschätzung des Kriminalitätsgeschehens wird die PKS daher häufig durch Erkenntnisse der Dunkelfeldforschung ergänzt.
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