Alessandro De Giorgi

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Alessandro De Giorgi ist ein international anerkannter Vertreter der kritischen Kriminologie. Geboren in Italien und ausgebildet in Bologna, lehrt er heute an der San José State University in Kalifornien. Seine Forschung verbindet politische Ökonomie, Sozialtheorie und Kriminalpolitik, insbesondere mit Blick auf neoliberale Transformationsprozesse, soziale Ungleichheit und staatliche Kontrollregime. De Giorgis Arbeiten sind eng mit Debatten über Masseninhaftierung, Prekarisierung, Armutskriminalisierung und die Kontrolle von Migration verbunden. Er gilt als einer der wichtigsten zeitgenössischen Analytiker der „punitive governance“ im globalen Kapitalismus.

De Giorgi untersucht, wie neoliberale Restrukturierungen neue Formen sozialer Kontrolle und Bestrafung hervorbringen. Er argumentiert, dass Masseninhaftierung, Grenzregime und Überwachungspolitiken weniger auf individuelles Fehlverhalten reagieren, sondern ökonomische Unsicherheiten, Migration und Prekarität politisch verwalten. Sein Werk Re-thinking the Political Economy of Punishment verknüpft marxistische Traditionen, Foucaultsche Gouvernementalität, Wacquants Analyse des „neoliberalen Penalsystems“ und kritische Migrationsforschung. De Giorgi zeigt, wie strafrechtliche Institutionen zunehmend Funktionen sozialer Verwaltung übernehmen und spezifische Bevölkerungsgruppen – Migrant*innen, prekär Beschäftigte, rassifizierte Minderheiten – systematisch regulieren.

Schlüsselwerke

  • Re-thinking the Political Economy of Punishment (2006)
  • Immigration Controls, the Criminalization of Poverty, and Social Exclusion (2010 ff., diverse Aufsätze)
  • Back to Nothing: Prisoner Reentry and Neoliberal Neglect (2017)
  • Zahlreiche Beiträge zu neoliberaler Gouvernementalität, Prekarisierung, Migration und Strafpolitik