Angela Y. Davis

Angela Y. Davis, 2019
Oregon State University, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons

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Angela Y. Davis ist eine der bedeutendsten Intellektuellen der US-amerikanischen Bürgerrechtsbewegung und eine zentrale Stimme der abolitionistischen Kriminologie. Sie wurde in Birmingham, Alabama, geboren und erlebte Rassentrennung, Polizeigewalt und Diskriminierung bereits in ihrer Kindheit. Davis studierte u. a. bei Herbert Marcuse, engagierte sich politisch in der Black Panther Party und der Communist Party USA und wurde Anfang der 1970er-Jahre weltweit bekannt, als sie in einem hochpolitisierten Fall angeklagt, inhaftiert und nach internationaler Mobilisierung freigesprochen wurde.

Als Professorin lehrte sie u. a. an der University of California, Santa Cruz. Ihre wissenschaftlichen und aktivistischen Beiträge verbinden Feminismus, Rassismuskritik, Klassenanalyse und eine radikale Kritik des US-amerikanischen Gefängnissystems.

Angela Davis gehört zu den wichtigsten Vertreterinnen einer abolitionistischen Perspektive auf Kriminalität, Staat und Strafe. In Werken wie Are Prisons Obsolete? analysiert sie das Gefängnis als politisch-ökonomische Institution, die Rassismus, Armut und geschlechtsspezifische Gewalt reproduziert. Sie argumentiert, dass das moderne Gefängnissystem nicht primär Sicherheit schafft, sondern soziale Ungleichheit stabilisiert und marginalisierte Gruppen systematisch kontrolliert.

Davis verknüpft marxistische Theorie, Black Feminism und Critical Race Studies zu einer machtanalytischen Kritik staatlicher Strafgewalt. Ihre Arbeiten prägen heutige Debatten zu Masseninhaftierung, Polizeireform, Rassismus, Intersektionalität und Restorative Justice.

Schlüsselwerke

  • Are Prisons Obsolete? (2003)
  • Women, Race & Class (1981)
  • Freedom Is a Constant Struggle (2016)
  • If They Come in the Morning (mit Bettina Aptheker u. a., 1971)
  • Abolition Democracy (2005)