David Matza

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David Matza war ein US-amerikanischer Soziologe und Kriminologe, der vor allem durch seine Arbeiten zur Jugenddelinquenz, Devianz und moralischen Rechtfertigungsstrategien bekannt wurde. Er gilt als eine zentrale Figur an der Schnittstelle zwischen Symbolischem Interaktionismus, Labeling Approach und Kritischer Kriminologie. Matza wandte sich gegen deterministische Kriminalitätstheorien und betonte stattdessen die situative, ambivalente und moralisch eingebettete Natur abweichenden Handelns.

Besondere Bedeutung erlangte er durch die gemeinsam mit Gresham Sykes entwickelte Theorie der Neutralisierungstechniken, die erklärt, wie Täter ihr normabweichendes Verhalten rechtfertigen, ohne grundlegende gesellschaftliche Werte vollständig abzulehnen. In seinem späteren Werk entwickelte Matza mit dem Konzept der Drift eine prozessuale Perspektive auf Devianz, nach der Individuen zwischen normkonformem und abweichendem Verhalten „driften“, statt dauerhaft deviant zu sein. Damit leistete er einen wichtigen Beitrag zur Entdramatisierung von Devianz und zur Kritik an repressiven Kontrollstrategien.

Schlüsselwerke

  • Delinquency and Drift (1964)
  • Juvenile Delinquency (1961)
  • Becoming Deviant (1969)
  • Neutralization and Drift (mit Gresham M. Sykes, 1957)
  • The Myth of Addiction (1969)