Herbert Mead

Portrait George Herbert Mead
Herbert Mead

Personenprofil

Weitere Informationen

George Herbert Mead war ein US-amerikanischer Philosoph und Sozialpsychologe und gilt als einer der zentralen Begründer des Symbolischen Interaktionismus. Obwohl Mead selbst kaum systematische Monographien veröffentlichte, prägte er durch seine Lehrtätigkeit an der University of Chicago und durch posthum herausgegebene Vorlesungen die moderne Sozialtheorie nachhaltig.

Seine wissenschaftliche Bedeutung liegt vor allem in der Theorie der Entstehung des Selbst durch soziale Interaktion. Mead verstand Identität nicht als angeborene Eigenschaft, sondern als prozessuales Ergebnis sozialer Kommunikation. Zentrale Konzepte wie das „Self“, die Unterscheidung von „I“ und „Me“, der „signifikante Andere“ sowie der „generalized other“ bilden bis heute das theoretische Fundament der Sozialisationstheorie und der mikrosoziologischen Analyse sozialen Handelns.

Meads Ansatz beeinflusste maßgeblich die Arbeiten von Herbert Blumer, Erving Goffman, Howard S. Becker und Edwin M. Lemert und ist sowohl für die Soziologie als auch für die Kriminologie – insbesondere für Labeling-Ansätze und Devianzforschung – von grundlegender Bedeutung.

Schlüsselwerke

  • Mind, Self, and Society (1934, posthum)
  • The Philosophy of the Act (1938, posthum)
  • The Philosophy of the Present (1932, posthum)