Marcus Felson

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Marcus Felson ist einer der einflussreichsten Vertreter der modernen Umweltkriminologie. Er lehrte unter anderem an der University of Southern California, der University of Texas at Austin und später an der Rutgers University. Felson verbindet theoretische Analytik mit hoher Praxisnähe und gilt als einer der Hauptarchitekten einer Kriminologie, die die Bedingungen und Strukturen konkreter Tatgelegenheiten analysiert. Zusammen mit Lawrence E. Cohen entwickelte er Ende der 1970er-Jahre die Routine Activity Theory – ein Ansatz, der das Verständnis von Alltagsroutinen, Urbanität und Kriminalitätsmustern grundlegend veränderte.

Felsons Routine Activity Theory verschob den Fokus weg von Tätermotivation hin zu Alltagsumwelten. Kriminalität entsteht demnach, wenn drei Faktoren zusammenfallen:

  1. ein motivierter Täter,

  2. ein geeignetes Ziel,

  3. keine fähige Aufsicht.

Dieser Ansatz wurde zum Fundament der Umweltkriminologie und der modernen situativen Prävention. Felson betont, dass Kriminalität nicht zufällig ist, sondern aus räumlichen, zeitlichen und sozialen Mustern entsteht. Er prägte Konzepte wie „Crime Opportunity Structure“, „Crime Pattern Theory“ und setzte sich für empirische, konkrete Präventionsstrategien ein, die auf Architektur, Beleuchtung, sozialer Organisation und polizeilichen Routinen basieren. Seine Arbeit wirkt stark in CPTED, Hotspot-Policing, Kriminalitätsanalyse und Sicherheitsplanung hinein.

Schlüsselwerke

  • Crime and Everyday Life (1994, mehrere aktualisierte Auflagen)
  • Social Change and Crime Rate Trends: A Routine Activity Approach (mit Lawrence E. Cohen, 1979)
  • Routine Activity and Rational Choice (mit Ronald V. Clarke, 1993)
  • Zahlreiche Beiträge zu Umweltkriminologie, Urbanität und Kriminalitätsmustern

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