Sheldon Glueck & Eleanor Glueck
Personenprofil
- Name: Sheldon Glueck & Eleanor Glueck
- Land: Vereinigte Staaten
- Disziplin(en): Kriminologie, Rechtswissenschaft, Soziologie
Weitere Informationen
Sheldon Glueck (1896 – 1980) und Eleanor Glueck (1898 – 1972) waren ein bedeutendes Forscherpaar der frühen empirischen Kriminologie. Beide arbeiteten an der Harvard Law School, wo sie ein gemeinsames Forschungsprogramm entwickelten, das zu den einflussreichsten Langzeitstudien über Jugenddelinquenz zählt. Ihre interdisziplinäre Ausbildung – Sheldon mit juristischem, Eleanor mit psychologischem Hintergrund – führte zu einer einzigartigen Verbindung aus Rechtswissenschaft, Psychologie und empirischer Sozialforschung.
Die Gluecks führten groß angelegte Längsschnittstudien durch, darunter die berühmte Cambridge-Somerville Youth Study, und entwickelten systematische Methoden zur Vorhersage von Rückfälligkeit. Ihre Forschung beeinflusste Kriminalpolitik, Bewährungshilfe und wissenschaftliche Debatten über Sozialisation, Erziehung und Delinquenzentwicklung über Jahrzehnte hinweg.
Die Gluecks gelten als Pioniere der empirischen, datengestützten Kriminologie. Sie kombinierten quantitative und qualitative Methoden, um Risikofaktoren für Delinquenz zu identifizieren und entwickelten frühe Modelle der delinquenten Karriere. Ihre Studien betonten vor allem:
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die Bedeutung familiärer Strukturen,
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sozialer Desorganisation,
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Schul- und Erziehungsverläufe,
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Persönlichkeitseigenschaften,
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und langfristiger Entwicklungsverläufe.
Sie etablierten Ansätze, die später von der Lebenslaufforschung (life-course criminology) weitergeführt wurden, u. a. durch Sampson & Laub, die direkt auf Datensätzen der Gluecks aufbauten. Ihre Arbeiten gelten als Meilensteine der Prognoseforschung, der Analyse von Rückfälligkeit und der Verschränkung sozialer und psychologischer Faktoren im Kriminalitätsverlauf.
Schlüsselwerke
- Unraveling Juvenile Delinquency (1950)
- Delinquents and Nondelinquents in Perspective (1968)
- Five Hundred Criminal Careers (1930)
- Later Criminal Careers (1937)
- Family Environment and Delinquency (1962)
- Zahlreiche Beiträge zur Rückfallforschung, Prognostik und Entwicklungssoziologie
Weiterführende Beiträge
Age-Graded Theory of Crime (Sampson & Laub) – Turning Points