Cartel Land (2015)

Cartel Land begleitet zwei Bürgerwehren an den entgegengesetzten Seiten der US-amerikanisch-mexikanischen Grenze. Während sich in Mexiko bewaffnete Selbstverteidigungsgruppen gegen die Gewalt der Drogenkartelle organisieren, patrouilliert in Arizona eine Miliz, um die Grenze eigenständig zu überwachen. Die Dokumentation zeigt, wie staatliche Sicherheitsaufgaben zunehmend von privaten Akteuren übernommen werden und wie die Grenzen zwischen Selbstschutz, Vigilantismus und Machtmissbrauch verschwimmen.

Film- / Serienprofil

  • Originaltitel: Cartel Land
  • Deutscher Titel: Cartel Land
  • Erscheinungsjahr: 2015
  • Land: USA
  • Regie / Creator / Showrunner: Matthew Heineman
  • Medium: Dokumentation
  • Laufzeit / Umfang: 100 Minuten
  • Schwerpunkte: Drogen und organisierte Kriminalität

Kriminologische Relevanz

Cartel Land untersucht die Folgen eines schwindenden staatlichen Gewaltmonopols. Die Dokumentation zeigt, wie sich Bürgerinnen und Bürger bewaffnen und eigene Sicherheitsstrukturen aufbauen, wenn Polizei und Justiz als handlungsunfähig oder korrupt wahrgenommen werden. Selbstverteidigung erscheint dabei zunächst als legitime Reaktion auf die Gewalt der Drogenkartelle, entwickelt jedoch zunehmend eigene Machtstrukturen und Dynamiken.

Gleichzeitig macht der Film deutlich, wie fließend die Grenzen zwischen staatlicher Gewalt, organisierter Kriminalität und Vigilantismus sein können. Die Bürgerwehren geraten selbst unter den Verdacht von Korruption, Machtmissbrauch und Verbindungen zur organisierten Kriminalität. Dadurch stellt Cartel Land grundlegende Fragen nach der Legitimität privater Gewalt, den Voraussetzungen staatlicher Herrschaft und den Risiken informeller Sicherheitsstrukturen.

Cartel Land eignet sich daher besonders zur Analyse von Organisierter Kriminalität, Vigilantismus, staatlichem Gewaltmonopol, Korruption sowie der Wechselwirkung zwischen Unsicherheit, Selbstschutz und sozialer Kontrolle.

Kriminologische Einordnung

Trailer / Teaser