Markus D. Dubber

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Markus D. Dubber ist ein deutsch-amerikanischer Rechtswissenschaftler und einer der international einflussreichsten Theoretiker des modernen Polizei- und Strafrechts. Geboren in Deutschland und ausgebildet u. a. an der Harvard Law School, lehrt er heute an der University of Toronto Faculty of Law. Dubber ist bekannt für seine kritische Analyse des Polizei- und Strafgewaltbegriffs sowie für seine historisch fundierten Arbeiten zur Genealogie staatlicher Macht. Seine Forschung verbindet rechtsdogmatische Präzision mit politischer Theorie, Gouvernementalitätsstudien und kritischer Kriminologie.

In seinem Schlüsselwerk The Police Power: Patriarchy and the Foundations of American Government (2005) zeigt Dubber, dass das moderne „Police Power“ tief in vormodernen, patriarchalen Herrschaftsstrukturen wurzelt. Polizei versteht er nicht primär als Institution, sondern als Regierungslogik, die weit über polizeiliche Organisationen hinausreicht. Sie durchzieht staatliche Machtverhältnisse, Verwaltung, Strafrecht und gesellschaftliche Ordnungspolitiken.
Demgegenüber entwickelt Dubber den Begriff des Law Power – einer rechtsstaatlich begrenzten, normativ kontrollierten Form staatlicher Gewalt. Die Spannung zwischen police power und law power bildet den Kern seiner Analyse moderner Regierungen, insbesondere im Kontext der USA.
Seine Arbeiten verknüpfen Foucaults Gouvernementalität, Wacquants Analyse neoliberaler Kontrollregime und kritische Rechtstheorie mit aktuellen politischen Entwicklungen, darunter Massenüberwachung, Strafrechtsausweitung, Polizeigewalt, Migration und autoritäre Tendenzen.

Schlüsselwerke

  • The Police Power: Patriarchy and the Foundations of American Government (2005)
  • The Dual Penal State: The Crisis of Criminal Law in Comparative-Historical Perspective (2018)
  • New Demons: Rethinking Power and Care (mit Mariana Valverde, 2020)
  • Administrative Criminology? (diverse Aufsätze)
  • Zahlreiche Beiträge zur kritischen Kriminalpolitik, Gouvernementalität und Polizei- und Strafrechtstheorie