Richard A. Cloward
Personenprofil
- Name: Richard A. Cloward
- Geburtsjahr: 1926
- Sterbejahr: 2001
- Land: Vereinigte Staaten
- Disziplin(en): Kriminologie, Soziologie
- Themen: Anomie, Anomietheorie, Soziale Ungleichheit, Armut, Soziale Desorganisation, Subkultur, Subkulturtheorien, Kriminalitätstheorien, Kriminalisierung, Soziale Kontrolle, Diskriminierung, Klassenkampf, Kapitalismus, Vulnerabilität
Weitere Informationen
Richard A. Cloward war ein bedeutender US-amerikanischer Soziologe und Kriminologe, der vor allem durch seine Arbeiten zu sozialer Ungleichheit, Devianz und sozialpolitischen Reformstrategien bekannt wurde. Er lehrte an der Columbia University und arbeitete eng mit seiner langjährigen Kollegin Frances Fox Piven zusammen. Cloward war zugleich akademischer Forscher und politischer Aktivist, der sich intensiv mit Strukturen von Armut, Ausschluss und gesellschaftlicher Teilhabe auseinandersetzte. Seine wissenschaftlichen Beiträge prägten sowohl die Kriminalsoziologie als auch die US-amerikanische Sozialpolitik der 1960er und 1970er Jahre.
Cloward entwickelte gemeinsam mit Lloyd E. Ohlin die Differential Opportunity Theory, in der betont wird, dass nicht nur legitime, sondern auch illegitime Mittel zur Zielerreichung ungleich verteilt sind. Abweichendes Verhalten ist damit stärker von verfügbaren Gelegenheitsstrukturen abhängig als von individuellen Defiziten. Die Theorie gilt als eines der wichtigsten Bindeglieder zwischen Anomietradition, Kulturkonzepten und Bandenforschung.
Parallel dazu entwickelte Cloward zusammen mit Piven zentrale Beiträge zur Armuts- und Wohlfahrtsforschung sowie Strategien politischer Mobilisierung marginalisierter Gruppen (Piven-Cloward-Strategie). Damit verbindet er Kriminalitätsforschung, Sozialstruktur und politische Soziologie auf einzigartige Weise.
Schlüsselwerke
- Delinquency and Opportunity (mit Lloyd E. Ohlin, 1960)
- Poor People’s Movements (mit Frances Fox Piven, 1977)
- Regulating the Poor (mit Frances Fox Piven, 1971)
- Zahlreiche Beiträge zur Theorie sozialer Ungleichheit, Devianz und Mobilisierung