Stanley Cohen
Personenprofil
- Name: Stanley Cohen
- Geburtsjahr: 1942
- Sterbejahr: 2013
- Land: Vereinigtes Königreich / Südafrika
- Disziplin(en): Kriminologie, Kritische Kriminologie, Kultursoziologie, Soziologie
Weitere Informationen
Stanley Cohen gehört zu den einflussreichsten Kriminologen des 20. Jahrhunderts. Geboren in Südafrika, floh er aufgrund seiner politischen Haltung gegen das Apartheid-Regime ins Vereinigte Königreich und wurde dort zu einem prägenden Vertreter der Cultural Criminology und der kritischen Sozialforschung. Er lehrte u. a. an der University of Essex, der University of California und der London School of Economics. Cohen beschäftigte sich zeitlebens mit sozialer Kontrolle, Moralpaniken, staatlicher Gewalt und den gesellschaftlichen Bedingungen des Wegsehens. Seine Arbeiten verbinden politische Analyse, Kulturkritik und eine feinsinnige Beobachtung sozialer Prozesse.
Cohens Konzept der Moral Panics gilt als Schlüsselbeitrag der modernen Kriminologie. In Folk Devils and Moral Panics zeigte er, wie Medien, Polizei und Politik deviante Gruppen zu „Volksfeinden“ stilisieren und dadurch soziale Kontrolle intensivieren. Seine Analysen zur Überwachung, zu institutioneller Gewalt und zu staatlichen Repressionsformen gehören zu den wichtigsten Arbeiten der kritischen Kriminologie. Mit States of Denial schuf Cohen zudem ein Grundlagenwerk über kollektives Wegsehen gegenüber Menschenrechtsverletzungen. Seine Theorien beeinflussen Cultural Criminology, Labeling-Theorie, Mediensozialisation und politische Soziologie.
Schlüsselwerke
- Folk Devils and Moral Panics (1972)
- States of Denial: Knowing About Atrocities and Suffering (2001)
- Visions of Social Control (1985)
- Zahlreiche Beiträge zu Devianz, sozialer Kontrolle, Medien und Menschenrechten
Weiterführende Beiträge
Stanley Cohen – Folk Devils and Moral Panics (1972)