The Purge (2013)
Film- / Serienprofil
- Originaltitel: The Purge
- Deutscher Titel: The Purge – Die Säuberung
- Erscheinungsjahr: 2013
- Land: USA
- Regie / Creator / Showrunner: James DeMonaco
- Medium: Spielfilm
- Laufzeit / Umfang: 85 Minuten
- Schwerpunkte: Kriminalitätstheorien im Film
Kriminologische Relevanz
The Purge entwirft ein kriminalpolitisches Gedankenexperiment, das die Bedeutung gesellschaftlicher Normen und staatlicher Kontrolle untersucht. Indem für eine Nacht nahezu alle Straftaten legalisiert werden, entsteht ein Zustand, in dem sich sehr unterschiedliche Formen menschlichen Handelns beobachten lassen. Während manche Menschen ihre Mitmenschen schützen oder sich zurückziehen, nutzen andere die neue Freiheit zur Ausübung extremer Gewalt. Der Film verdeutlicht damit, dass der Wegfall rechtlicher Sanktionen nicht zwangsläufig zu identischem Verhalten führt, sondern individuelle Moralvorstellungen, Selbstkontrolle und soziale Werte weiterhin handlungsleitend bleiben können.
Zugleich hinterfragt der Film die Legitimation staatlicher Gewalt und die politische Funktion des Strafrechts. Die jährliche “Purge” wird offiziell als kriminalpolitisches Instrument zur Verringerung der Gesamtkriminalität dargestellt, dient tatsächlich jedoch der Stabilisierung sozialer Ungleichheit und der Ausgrenzung gesellschaftlich benachteiligter Gruppen. Gewalt erscheint damit nicht als Ausnahme, sondern als politisch organisierte Form sozialer Selektion.
The Purge eignet sich daher besonders zur Analyse von sozialer Kontrolle, Strafrecht, staatlicher Gewalt, Kriminalpolitik, Ungleichheit und den gesellschaftlichen Voraussetzungen von Sicherheit und Ordnung.
Kriminologische Einordnung
Kriminalitätstheorien
Anomietheorie (Merton)
General Theory of Crime (Gottfredson & Hirschi)
Control Balance Theory (Tittle)
Cultural Criminology
Schlüsselwerke