Thirteen (2003)

Die dreizehnjährige Tracy gerät unter den Einfluss der charismatischen Evie und entwickelt sich innerhalb weniger Monate von einer unauffälligen Schülerin zu einer Jugendlichen, die Drogen konsumiert, stiehlt, Gewalt ausübt und ihre Familie zunehmend ablehnt. Der Film zeichnet eindringlich nach, wie Identität, Gruppendruck und familiäre Beziehungen jugendliches Verhalten prägen.

Film- / Serienprofil

Kriminologische Relevanz

Thirteen zählt zu den eindrucksvollsten Filmen über die Entstehung jugendlicher Devianz. Im Mittelpunkt steht nicht spektakuläre Kriminalität, sondern der schrittweise Wandel einer Jugendlichen, deren Verhalten durch den Einfluss von Gleichaltrigen, familiäre Konflikte und die Suche nach sozialer Anerkennung geprägt wird.

Der Film eignet sich besonders zur Veranschaulichung der Power-Control-Theory von John Hagan. Diese geht davon aus, dass familiäre Machtverhältnisse und geschlechtsspezifische Erziehungsstile beeinflussen, in welchem Ausmaß Jungen und Mädchen zu risikoreichem oder delinquentem Verhalten neigen. Thirteen zeigt, wie nachlassende elterliche Kontrolle, instabile Familienstrukturen und der Wunsch nach Autonomie die Entwicklung normverletzenden Verhaltens begünstigen können.

Darüber hinaus bietet der Film zahlreiche Anknüpfungspunkte für entwicklungsorientierte Kriminalitätstheorien sowie für Lern- und Subkulturtheorien. Besonders deutlich wird, wie Delinquenz nicht plötzlich entsteht, sondern sich in sozialen Beziehungen und alltäglichen Interaktionen entwickelt.

Kriminologische Einordnung

Trailer / Teaser