Computerspiele gehören zu den bedeutendsten Medienformen der Gegenwart. Millionen Menschen verbringen täglich Zeit in virtuellen Welten, lösen Rätsel, kämpfen gegen Gegner, bauen Städte auf oder übernehmen die Rolle von Polizisten, Verbrechern, Soldaten oder Detektiven. Kaum ein anderes Medium verbindet Erzählung, InteraktionInteraktion bezeichnet wechselseitige soziale Handlungen, bei denen sich Akteur:innen fortlaufend aufeinander beziehen und ihr Handeln an den erwarteten Reaktionen der anderen ausrichten. und audiovisuelle Inszenierung in vergleichbarer Weise.
Seit ihren Anfängen stehen Computerspiele immer wieder im Zentrum öffentlicher Debatten über Gewalt, Devianz und soziale KontrolleKontrolle bezeichnet soziale Mechanismen, mit denen Verhalten überwacht, reguliert und an geltende Normen angepasst wird.. Besonders gewalthaltige Spiele wurden wiederholt für Jugendgewalt, Schulamokläufe oder gesellschaftliche Verrohung verantwortlich gemacht. Gleichzeitig zeigen wissenschaftliche Untersuchungen, dass die Zusammenhänge zwischen virtueller Gewalt und realem Verhalten deutlich komplexer sind, als öffentliche Debatten häufig vermuten lassen.
Aus kriminologischer Perspektive sind Computerspiele jedoch weit mehr als potenzielle Risikofaktoren. Sie vermitteln Vorstellungen von KriminalitätKriminalität bezeichnet gesellschaftlich normierte Handlungen, die gegen das Strafgesetz verstoßen., Polizei, Strafe und Gerechtigkeit. Spiele wie Grand Theft Auto, L.A. Noire, Prison Architect oder This Is The Police entwerfen eigene Bilder von sozialer Ordnung, staatlicher Autorität und Devianz. Darüber hinaus entstehen in Online-Spielen eigene Gemeinschaften, Normen und Konflikte, die selbst Gegenstand sozialwissenschaftlicher Forschung geworden sind.
Die Beiträge in diesem Bereich beschäftigen sich mit der Darstellung von Kriminalität in Computerspielen, mit moralischen Debatten über Gewaltspiele sowie mit den sozialen und kulturellen Bedeutungen digitaler Spielwelten. Im Mittelpunkt stehen Fragen nach Medienwirkungen, Repräsentationen von Kriminalität und den Wechselwirkungen zwischen virtuellen und realen sozialen Ordnungen.
Beiträge
Grundlagen
- Computerspiele und Kriminalität
- Gewaltspiele und MoralSystem von Werten, Normen und Überzeugungen, das angibt, was als gut oder richtig gilt. Panics
- Killerspiele-Debatten in Deutschland
- Medienwirkungsforschung und Gaming
Kriminalität im Spiel
- Grand Theft Auto und die Faszination des Gesetzesbruchs
- PolizeiDie Polizei ist eine staatliche Institution zur Gefahrenabwehr, Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung und Verfolgung von Straftaten. in Computerspielen
- Gefängnisse in Computerspielen
- Kriminelle Karrieren in Open-World-Spielen
Kontrolle und ÜberwachungÜberwachung beschreibt die systematische Sammlung, Beobachtung und Analyse von Informationen über Personen, Gruppen oder Institutionen, meist durch staatliche oder private Akteure.
- Überwachung in digitalen Spielwelten
- PolicingPolicing bezeichnet die Gesamtheit gesellschaftlicher Praktiken, Institutionen und Strategien zur Herstellung von Ordnung, Sicherheit und sozialer Kontrolle – unabhängig davon, ob sie von der staatlichen Polizei ausgeübt werden oder nicht. in Online-Communities
- Cheating, Regelverletzungen und Sanktionen
- Digitale Ordnungssysteme in Games
GesellschaftEine Gesellschaft ist ein strukturiertes Gefüge von Menschen, die innerhalb eines geografischen Raumes unter gemeinsamen politischen, sozialen und wirtschaftlichen Bedingungen leben und durch institutionalisierte soziale Beziehungen miteinander verbunden sind. und Kultur
- Geschlechterbilder in Computerspielen
- Gewalt und MännlichkeitMännlichkeit bezeichnet kulturell und sozial geformte Vorstellungen davon, was als „männlich“ gilt. im Gaming
- Online-Subkulturen und DevianzVerhalten, das in einer Gesellschaft als unangemessen, abweichend oder regelverletzend gilt – unabhängig davon, ob es strafrechtlich relevant ist.
- Computerspiele als soziale Räume



