KriminalitätKriminalität bezeichnet gesellschaftlich normierte Handlungen, die gegen das Strafgesetz verstoßen. ist nicht geschlechtsneutral. In nahezu allen Ländern und über lange historische Zeiträume hinweg zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen Männern und Frauen in Bezug auf Täterschaft, ViktimisierungDer Prozess der Opferwerdung durch eine Straftat oder ein anderes schädigendes Ereignis. und gesellschaftliche Reaktionen auf Kriminalität. Während Männer einen überwiegenden Teil der registrierten Straftäter stellen – insbesondere bei GewaltGewalt bezeichnet die absichtliche Anwendung körperlicher oder psychischer Kraft zur Schädigung von Personen oder Dingen.- und Eigentumsdelikten –, sind Frauen häufiger Opfer bestimmter Deliktsformen, etwa sexualisierter Gewalt oder häuslicher Gewalt.
Diese Unterschiede haben in der KriminologieKriminologie ist die interdisziplinäre Wissenschaft über Ursachen, Erscheinungsformen und gesellschaftliche Reaktionen auf normabweichendes Verhalten. Sie untersucht insbesondere Prozesse sozialer Kontrolle, rechtliche Rahmenbedingungen sowie individuelle und strukturelle Einflussfaktoren. zu einer intensiven Diskussion darüber geführt, welche Rolle Geschlecht bei der Entstehung, Wahrnehmung und KontrolleKontrolle bezeichnet soziale Mechanismen, mit denen Verhalten überwacht, reguliert und an geltende Normen angepasst wird. von Kriminalität spielt. Dabei geht es nicht nur um biologische Unterschiede zwischen Männern und Frauen, sondern vor allem um soziale Rollen, Geschlechternormen und Machtverhältnisse, die Verhalten strukturieren.
Geschlecht ist damit eine zentrale Kategorie der Kriminalitätsforschung – ähnlich wie soziale Ungleichheit, Migration oder soziale Milieus.
Warum Männer häufiger straffällig werden als Frauen
Männer werden in Kriminalstatistiken deutlich häufiger als Tatverdächtige erfasst als Frauen. Dieser GenderGender bezeichnet das soziale Geschlecht und umfasst die kulturellen, sozialen und psychologischen Zuschreibungen, die mit Männlichkeit und Weiblichkeit verbunden sind. Gap in Crime gehört zu den stabilsten Befunden der Kriminologie und zeigt sich besonders deutlich bei Gewalt-, Sexual- und Raubdelikten.
Die Forschung erklärt diesen Unterschied vor allem mit geschlechtsspezifischer SozialisationSozialisation bezeichnet den Prozess, durch den Individuen die Werte, Normen, Verhaltensmuster und sozialen Rollen ihrer Gesellschaft erlernen und internalisieren. Dieser Prozess ermöglicht die Integration in soziale Gemeinschaften und die Entwicklung einer eigenen sozialen Identität., variierenden Formen sozialer Kontrolle, unterschiedlichen Tatgelegenheiten sowie kulturellen Vorstellungen von Männlichkeit, in denen Risiko, Dominanz und Gewalt teilweise positiv besetzt sind.
Geschlechterunterschiede in der Kriminalität
Ein Blick auf Kriminalstatistiken zeigt ein relativ stabiles Muster: Männer begehen deutlich häufiger Straftaten als Frauen. Dieser sogenannte Gender Gap in Crime gehört zu den robustesten empirischen Befunden der Kriminologie und findet sich in nahezu allen Ländern sowie über lange historische Zeiträume hinweg.
Die Unterschiede betreffen dabei nicht nur die Gesamtzahl der registrierten Straftaten, sondern auch die Verteilung verschiedener Deliktsformen. Besonders deutlich ist die Dominanz männlicher Täter bei GewaltkriminalitätUnter Gewaltkriminalität werden Straftaten verstanden, bei denen physische Gewalt gegen Personen angewendet oder angedroht wird.. Raub, schwere Körperverletzung oder Tötungsdelikte werden überwiegend von Männern begangen. In vielen Ländern liegt der Männeranteil bei schweren Gewalttaten deutlich über 80 Prozent.
Frauen sind dagegen häufiger bei Delikten vertreten, die mit geringerer körperlicher Gewalt einhergehen. Dazu gehören etwa bestimmte Eigentumsdelikte, Betrugsdelikte oder Formen von BeschaffungskriminalitätBeschaffungskriminalität bezeichnet strafbare Handlungen, die von suchtkranken Personen begangen werden, um sich finanzielle Mittel für den Erwerb von illegalen oder legalen Drogen zu verschaffen.. Insgesamt bleibt ihr Anteil an der registrierten Kriminalität jedoch deutlich geringer als der männlicher Täter.
Auch in Deutschland zeigt die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS)Jährlich veröffentlichte Statistik zur polizeilich bekannt gewordenen Kriminalität in Deutschland. seit Jahrzehnten ähnliche Muster. Männer sind sowohl bei den Tatverdächtigen als auch bei Inhaftierten deutlich überrepräsentiert. Der Gender Gap gehört daher zu den zentralen Ausgangsfragen der kriminologischen Forschung: Warum begehen Männer wesentlich häufiger Straftaten als Frauen?
Die nachfolgende Grafik zeigt den geschlechtsspezifischen Anteil der Tatverdächtigenbelastungszahl (TVBZ) bei ausgewählten Delikten.
Die Darstellung verdeutlicht, dass der Gender Gap je nach Delikt unterschiedlich stark ausgeprägt ist. Besonders deutlich zeigt er sich bei Sexual-, Straßen- und Gewaltdelikten, während Eigentums- und Betrugsdelikte geringere geschlechtsspezifische Unterschiede aufweisen.
Neben den Unterschieden zwischen einzelnen Deliktarten zeigt sich der Gender Gap auch deutlich im Lebensverlauf. Die Polizeiliche KriminalstatistikSammlung und Auswertung von Daten über polizeilich registrierte Straftaten und Tatverdächtige. weist in nahezu allen Altersgruppen einen höheren Männeranteil unter den Tatverdächtigen aus.
Die Grafik zeigt den geschlechtsspezifischen Anteil der Tatverdächtigen nach Altersgruppen auf Grundlage der Tatverdächtigenbelastungszahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik. Während der Anteil weiblicher Tatverdächtiger im Kindesalter noch vergleichsweise hoch ist, nimmt der Männeranteil im Jugend- und frühen Erwachsenenalter deutlich zu.
Dieses Muster entspricht einem der stabilsten empirischen Befunde der Kriminologie: Kriminalität konzentriert sich besonders stark im Jugend- und frühen Erwachsenenalter und wird in dieser Phase überproportional häufig von jungen Männern begangen. Geschlechtsspezifische Sozialisation, Peer-Gruppen-Dynamiken, unterschiedliche Risikobereitschaft sowie gesellschaftliche Erwartungen an MännlichkeitMännlichkeit bezeichnet kulturell und sozial geformte Vorstellungen davon, was als „männlich“ gilt. gelten als zentrale Erklärungsansätze für diese Unterschiede.
Zur Erklärung dieser Unterschiede werden verschiedene Faktoren diskutiert. Dazu zählen insbesondere geschlechtsspezifische Sozialisation, unterschiedliche gesellschaftliche Erwartungen an Männer und Frauen sowie variierende Formen sozialer Kontrolle. Auch Unterschiede in Risikobereitschaft, Lebensstil und Tatgelegenheiten können eine RolleEine soziale Rolle bezeichnet das Bündel normativer Erwartungen, das an das Verhalten einer Person in einer bestimmten sozialen Position geknüpft ist. spielen.
Kriminologische Forschung betont heute, dass diese Unterschiede nicht allein biologisch erklärbar sind. Vielmehr entstehen sie aus dem Zusammenspiel sozialer Rollenbilder, kultureller NormenVerhaltensregeln und Erwartungen, die innerhalb einer Gesellschaft oder sozialen Gruppe als verbindlich gelten. und struktureller Ungleichheiten.
Gleichzeitig ist der Gender Gap kein vollständig universelles oder unveränderliches Phänomen. Internationale Vergleiche zeigen, dass der Anteil weiblicher Tatverdächtiger zwischen Ländern deutlich variieren kann. Solche Unterschiede hängen unter anderem mit rechtlichen Definitionen von Straftaten, mit unterschiedlichen Formen staatlicher Kontrolle sowie mit gesellschaftlichen Normen über GeschlechterrollenGesellschaftlich geprägte Erwartungen an Verhalten, Eigenschaften und Aufgaben von Männern und Frauen. zusammen.
Historische Beispiele zeigen zudem, dass Prozesse der KriminalisierungDer Prozess, durch den bestimmte Handlungen oder Verhaltensweisen durch gesetzliche Bestimmungen als kriminell definiert und strafrechtlich verfolgt werden. das Geschlechterverhältnis unter „Tätern“ erheblich verändern können. Während moderne Kriminalstatistiken überwiegend männliche Täter ausweisen, konnten in früheren historischen Kontexten auch ganz andere Muster auftreten. Ein bekanntes Beispiel sind die europäischen Hexenverfolgungen der Frühen Neuzeit. Obwohl Frauen den Großteil der Angeklagten stellten, lag der Anteil männlicher „Hexen“ in einigen Regionen dennoch bei etwa einem Viertel der Verfolgten. Solche Fälle verdeutlichen, dass gesellschaftliche Vorstellungen über Devianz und Schuld maßgeblich bestimmen können, welche Gruppen kriminalisiert werden.
Kriminalstatistiken spiegeln daher nicht nur tatsächliche Unterschiede im Verhalten wider, sondern auch Prozesse der Kriminalisierung und Strafverfolgung. Veränderungen im Strafrecht können das Verhältnis männlicher und weiblicher Tatverdächtiger erheblich beeinflussen. So haben etwa die EntkriminalisierungDie Reduzierung oder Aufhebung strafrechtlicher Sanktionen für bestimmte Handlungen. bestimmter Sexualdelikte oder die historische Kriminalisierung homosexueller Beziehungen in verschiedenen Ländern zeitweise zu deutlichen Verschiebungen der Geschlechterverhältnisse in der Kriminalstatistik geführt.
Männlichkeit und Gewalt
Ein zentraler Forschungsstrang der Kriminologie beschäftigt sich mit der Frage, warum Gewaltkriminalität besonders stark mit Männlichkeit verbunden ist. In vielen Gesellschaften gelten Eigenschaften wie Durchsetzungsfähigkeit, körperliche Stärke oder Risikobereitschaft traditionell als Bestandteile hegemonialer Männlichkeitsbilder. Solche kulturellen Vorstellungen können dazu beitragen, dass Gewalt unter bestimmten Bedingungen als legitimes Mittel zur Konfliktlösung erscheint.
Kriminologische Forschung spricht in diesem Zusammenhang häufig von gewaltlegitimierenden Männlichkeitsnormen. Diese Normen können insbesondere in bestimmten sozialen Kontexten entstehen oder verstärkt werden, etwa in Jugendgruppen, in subkulturellen Milieus oder in sozialen Räumen, in denen StatusStatus bezeichnet die soziale Position einer Person innerhalb einer Gruppe oder Gesellschaft, die mit bestimmten Erwartungen, Rechten und Pflichten verbunden ist., Respekt und körperliche Dominanz eine wichtige Rolle spielen. Gewalt kann dort zu einem Mittel werden, um Anerkennung zu erlangen oder den eigenen Status zu verteidigen.
Der Kriminologe James W. Messerschmidt argumentiert in seinem Werk Crime as Structured Action, dass Kriminalität teilweise als Form des „doing gender“ verstanden werden kann. Straftaten können demnach eine Möglichkeit darstellen, gesellschaftliche Erwartungen an Männlichkeit zu demonstrieren oder Defizite in anderen Bereichen – etwa im beruflichen oder sozialen Status – zu kompensieren.
Gewalt kann unter diesen Bedingungen zu einer symbolischen Ressource werden, mit der Männlichkeit hergestellt oder bestätigt wird. Besonders sichtbar wird dieser Zusammenhang bei bestimmten Formen der Jugendkriminalität, in Gruppenkontexten oder in gewaltorientierten Subkulturen.
Auch in der Soziologie der Gruppe wird Gewalt teilweise als Ergebnis gruppendynamischer Prozesse interpretiert. Innerhalb von Peer Groups können aggressive Verhaltensweisen Anerkennung erzeugen oder zur Stabilisierung von Gruppenhierarchien beitragen. In solchen Kontexten kann Gewalt eine soziale Funktion erfüllen, etwa zur Herstellung von Loyalität oder zur Verteidigung kollektiver IdentitätIdentität bezeichnet das Selbstverständnis von Individuen in Bezug auf sich selbst und ihre soziale Umwelt..
Kriminologische Forschung betont daher zunehmend, dass Gewaltkriminalität nicht allein als individuelles Verhalten verstanden werden kann. Vielmehr ist sie häufig in soziale Erwartungen, Gruppendynamiken und kulturelle Vorstellungen von Männlichkeit eingebettet.
In jüngerer Zeit wird auch die Rolle digitaler Subkulturen diskutiert. In Online-Milieus wie der sogenannten „Manosphere“ oder in der Incel-Subkultur entstehen teilweise stark misogyn geprägte Weltbilder, in denen Gewalt gegen Frauen ideologisch legitimiert werden kann.
Frauen und Kriminalität
Lange Zeit spielte Frauenkriminalität in der kriminologischen Forschung nur eine untergeordnete Rolle. Viele klassische KriminalitätstheorienWissenschaftliche Ansätze, die versuchen, Ursachen und Bedingungen für kriminelles Verhalten zu erklären. wurden auf der Grundlage männlicher Täter entwickelt und übertrugen ihre Annahmen stillschweigend auf Frauen. Weibliche Delinquenz erschien daher entweder als seltene Ausnahme oder wurde als Abweichung von „normaler“ Weiblichkeit interpretiert.
Frühe kriminologische Ansätze erklärten Frauenkriminalität häufig mit biologischen oder moralischen Argumenten. Vertreter der positivistischen Kriminologie gingen teilweise davon aus, dass kriminelle Frauen besonders „degeneriert“ oder moralisch verdorben seien. Solche Deutungen spiegelten jedoch weniger empirische Befunde als vielmehr zeitgenössische Vorstellungen über Geschlechterrollen wider.
Erst seit den 1970er Jahren entwickelte sich eine intensivere Forschung zu weiblicher DelinquenzDelinquenz beschreibt die Neigung, strafbare Handlungen zu begehen.. In diesem Zusammenhang entstand die feministische Kriminologie, die darauf hinwies, dass Kriminalität nicht unabhängig von gesellschaftlichen Machtverhältnissen zwischen den Geschlechtern verstanden werden kann. Feministische Autorinnen kritisierten, dass Frauen in der Kriminologie lange Zeit entweder unsichtbar geblieben oder durch stereotype Vorstellungen verzerrt dargestellt worden waren.
Empirische Studien zeigen, dass weibliche Kriminalität häufig in anderen sozialen Kontexten entsteht als männliche Delinquenz. Die Forschung verweist unter anderem auf Faktoren wie ökonomische Abhängigkeit, Armut, Gewalterfahrungen oder soziale MarginalisierungMarginalisierung bezeichnet Prozesse sozialer Ausgrenzung und Benachteiligung bestimmter Gruppen.. Auch Rollenbelastungen in Familie und Care-Arbeit können Einfluss auf Lebenslagen und Handlungsmöglichkeiten von Frauen haben.
Die Kriminologin Pat Carlen argumentierte beispielsweise, dass weibliche Kriminalität häufig im Zusammenhang mit sozialer Ungleichheit und struktureller Benachteiligung steht. In ihrer Untersuchung zu Frauen im StrafvollzugRechtlich geregelte Inhaftierung und Resozialisierung von Straftätern zur Strafvollstreckung und Vorbereitung auf ein straffreies Leben in Freiheit. zeigte sie, dass viele Täterinnen aus prekären sozialen Lebensverhältnissen stammen und oftmals von Armut, instabilen Beziehungen oder Gewalterfahrungen geprägt sind.
Ein weiterer wichtiger Erklärungsansatz betrifft die Rolle sozialer Gelegenheitsstrukturen. Frauen waren historisch in vielen Bereichen des öffentlichen und wirtschaftlichen Lebens unterrepräsentiert, etwa in politischen Ämtern oder in wirtschaftlichen Führungspositionen. Dadurch fehlten häufig auch die Gelegenheiten für bestimmte Formen von Kriminalität, etwa im Bereich der Wirtschafts- oder Elitenkriminalität.
Gleichzeitig zeigen empirische Studien, dass geschlechtsspezifische Unterschiede je nach Deliktsform stark variieren können. Bei einigen Eigentumsdelikten, etwa Ladendiebstahl unter Jugendlichen, waren weibliche Täterinnen zeitweise sogar ähnlich häufig oder teilweise häufiger vertreten als männliche Altersgenossen. Solche Befunde zeigen, dass Kriminalität nicht nur von individuellen Eigenschaften abhängt, sondern auch von sozialen Rollen, Gelegenheiten und situativen Kontexten.
Ein weiterer wichtiger Forschungsaspekt betrifft die gesellschaftliche Reaktion auf weibliche Straftäterinnen. Studien zeigen, dass Frauen im Strafrechtssystem teilweise anders bewertet werden als männliche Täter. Kriminelles Verhalten kann dabei nicht nur als Gesetzesbruch interpretiert werden, sondern zugleich als Verstoß gegen normative Vorstellungen von Weiblichkeit. Täterinnen werden daher mitunter gleichzeitig als kriminell und als „unweiblich“ wahrgenommen.
Die moderne Kriminologie betrachtet Frauenkriminalität daher zunehmend im Zusammenhang mit sozialen Rollen, strukturellen Ungleichheiten und geschlechtsspezifischen Lebenslagen. Diese Perspektive ermöglicht ein differenzierteres Verständnis weiblicher Delinquenz und trägt dazu bei, ein lange vernachlässigtes Forschungsfeld systematisch zu erschließen.
Geschlecht spielt teilweise auch bei der strafrechtlichen Definition bestimmter Delikte eine Rolle. So richtet sich etwa der Straftatbestand des Exhibitionismus (§ 183 StGB) ausdrücklich gegen männliche Täter, während bei Delikten im Zusammenhang mit Schwangerschaftsabbrüchen nahezu ausschließlich Frauen als Tatverdächtige auftreten. Solche Regelungen zeigen, dass auch Strafnormen selbst geschlechtsspezifische Annahmen über Kriminalität widerspiegeln können.
Kriminologische Forschung weist zudem darauf hin, dass Frauen in bestimmten Formen der Kriminalität teilweise weniger sichtbar auftreten als Männer. Dies gilt insbesondere für Bereiche wie Organisierte Kriminalität, in denen familiäre oder soziale Netzwerke eine zentrale Rolle spielen. Frauen übernehmen dort häufig unterstützende oder koordinierende Funktionen, etwa bei der Verwaltung von Geldströmen, bei Kommunikationsaufgaben oder bei der OrganisationOrganisationen sind zielgerichtete soziale Gebilde mit formalen Strukturen, Mitgliedschaftsregeln und Entscheidungsprozessen. logistischer Abläufe.
Solche Rollen sind für Strafverfolgungsbehörden oft schwerer zu erkennen als direkte Beteiligungen an Gewalttaten oder öffentlich sichtbaren Straftaten. Einige Studien sprechen daher von „unsichtbarer“ oder unterschätzter weiblicher Kriminalität. Bekannte Ausnahmen wie die kolumbianische Drogenhändlerin Griselda Blanco zeigen jedoch, dass Frauen unter bestimmten Bedingungen auch Führungsrollen in kriminellen Organisationen einnehmen können.
Viktimisierung und Geschlecht
Geschlecht spielt nicht nur bei der Täterschaft, sondern auch bei Opfererfahrungen eine zentrale Rolle. Kriminologische Forschung zeigt, dass Männer und Frauen unterschiedlichen Viktimisierungsrisiken ausgesetzt sind und häufig von verschiedenen Formen von Gewalt betroffen sind.
Frauen werden überdurchschnittlich häufig Opfer bestimmter Deliktsformen, insbesondere von sexualisierter Gewalt, häuslicher Gewalt und Stalking. Diese Formen der Gewalt finden häufig im sozialen Nahraum statt und sind daher eng mit Machtverhältnissen in Beziehungen verbunden. In vielen Fällen handelt es sich um Gewalt innerhalb bestehender oder ehemaliger Partnerschaften.
Historisch war Gewalt in Beziehungen teilweise sogar rechtlich legitimiert. In vielen europäischen Gesellschaften existierte bis in das 19. Jahrhundert hinein ein sogenanntes „Züchtigungsrecht“, das Männern bestimmte Formen körperlicher Gewalt gegenüber ihren Ehefrauen erlaubte und von Vorstellungen ehelicher Unterordnung flankiert wurde.
Auch die strafrechtliche Bewertung sexualisierter Gewalt hat sich im Laufe der Zeit verändert. In Deutschland wurde VergewaltigungVergewaltigung bezeichnet eine besonders schwere Form sexueller Gewalt, bei der sexuelle Handlungen gegen den erkennbaren Willen einer Person vorgenommen werden. in der Ehe erst 1997 ausdrücklich unter Strafe gestellt, was die lange Zeit bestehende rechtliche Sonderstellung ehelicher Beziehungen verdeutlicht.
Männer sind dagegen häufiger Opfer von Gewalt im öffentlichen Raum. Dazu zählen beispielsweise Körperverletzungen, Raubdelikte oder Auseinandersetzungen zwischen jungen Männern. Solche Delikte stehen oft im Zusammenhang mit Konflikten in Freizeitkontexten, mit Alkoholkonsum oder mit gruppendynamischen Situationen.
Kriminologische Forschung erklärt diese Unterschiede unter anderem mit unterschiedlichen Alltagsroutinen und sozialen Rollen. Ansätze wie der Routine Activity Approach gehen davon aus, dass Viktimisierung auch von Tatgelegenheiten abhängt. Personen geraten häufiger in Situationen, in denen Straftaten möglich sind, wenn bestimmte Faktoren zusammenkommen – etwa geeignete Opfer, motivierte Täter und das Fehlen effektiver sozialer Kontrolle.
Geschlecht beeinflusst in diesem Zusammenhang unter anderem Aufenthaltsorte, soziale Netzwerke und Alltagssituationen. Während Männer häufiger in öffentlichen Räumen Opfer von Gewalt werden, finden viele Gewaltdelikte gegen Frauen im privaten Umfeld statt.
In Gesellschaften mit insgesamt niedrigen Gewalt- und Tötungsraten tritt Gewalt gegen Frauen im privaten Kontext häufig besonders deutlich hervor. Während tödliche Gewalt zwischen Männern im öffentlichen Raum langfristig zurückgeht, bleiben Partnerschaftstötungen vergleichsweise stabil. Dadurch kann sich das Risiko von Frauen, Opfer tödlicher Gewalt zu werden, relativ stärker im Verhältnis zum allgemeinen Gewaltniveau einer GesellschaftEine Gesellschaft ist ein strukturiertes Gefüge von Menschen, die innerhalb eines geografischen Raumes unter gemeinsamen politischen, sozialen und wirtschaftlichen Bedingungen leben und durch institutionalisierte soziale Beziehungen miteinander verbunden sind. entwickeln.
Ein weiteres wichtiges Thema ist die Dunkelfeldproblematik. Besonders bei sexualisierter Gewalt und häuslicher Gewalt ist davon auszugehen, dass viele Taten nicht angezeigt werden. Scham, Angst vor dem Täter oder mangelndes Vertrauen in staatliche Institutionen können dazu führen, dass Opfer auf eine Anzeige verzichten. Viktimologische Studien zeigen daher, dass die tatsächliche Verbreitung solcher Delikte in offiziellen Kriminalstatistiken häufig unterschätzt wird.
Hinweise in diese Richtung liefert auch die aktuelle Dunkelfeldstudie LeSuBiA („Lebenssituation, Sicherheit und Belastung im Alltag“), für die 15.479 Personen in Deutschland zu Gewalterfahrungen befragt wurden (vgl. Leitgöb-Guzy, & Bieber, 2026). Die Ergebnisse sind mit Vorsicht zu interpretieren, da die Studie einen breiten sozialwissenschaftlichen Gewaltbegriff verwendet und deshalb nicht unmittelbar mit Hellfelddaten der Polizeilichen Kriminalstatistik vergleichbar ist. Gleichwohl bestätigt sie einen zentralen Befund der geschlechtervergleichenden Gewaltforschung: Frauen sind vor allem bei sexualisierter Gewalt, Stalking und digitaler Gewalt deutlich stärker betroffen als Männer. Zugleich zeigen die Daten, dass sich Geschlechterunterschiede nicht nur in der Prävalenz, sondern auch in der Häufigkeit, Schwere und subjektiven Belastung der Gewalterfahrungen niederschlagen. Selbst dort, wo Männer und Frauen in bestimmten Kontexten ähnlich häufig von Gewalt betroffen sind, berichten Frauen im Durchschnitt häufiger von Angst, Verletzungsfolgen und schwerwiegenden Belastungen.
Empirische Studien zeigen zudem, dass tödliche Gewalt gegen Frauen häufig im Kontext intimer Beziehungen stattfindet. Untersuchungen zu Tötungsdelikten in Deutschland weisen darauf hin, dass ein erheblicher Teil weiblicher Opfer von aktuellen oder ehemaligen Partnern getötet wird. Partnerschaftstötungen stellen damit einen zentralen Bestandteil geschlechtsspezifischer Gewalt dar.
Kriminalitätsfurcht und Geschlecht
Schließlich spielt Geschlecht auch eine Rolle bei der Wahrnehmung von Kriminalität und Sicherheitsrisiken. Frauen berichten in Umfragen oft eine höhere Kriminalitätsfurcht als Männer, obwohl Männer statistisch häufiger Opfer bestimmter Gewaltdelikte werden. Dieses sogenannte Kriminalitätsfurcht-Paradox gehört zu den häufig diskutierten Themen der Viktimologie und verweist auf die Bedeutung subjektiver Sicherheitswahrnehmungen.
Erklärungsansätze verweisen unter anderem auf unterschiedliche Wahrnehmungen von Risiken sowie auf gesellschaftliche Erfahrungen mit Gewalt. Während Männer häufiger Opfer von Gewalt im öffentlichen Raum werden, ist die Angst vieler Frauen besonders mit sexualisierter Gewalt verbunden. Solche Delikte werden als besonders bedrohlich wahrgenommen und können das subjektive SicherheitsgefühlSicherheitsgefühl beschreibt das subjektive Empfinden einer Person, vor Kriminalität und Gefahren geschützt zu sein. stark beeinflussen.
Darüber hinaus spielen soziale Rollen und Alltagserfahrungen eine Rolle. Frauen passen ihr Verhalten häufig stärker an potenzielle Gefahren an, etwa durch die Wahl bestimmter Wege, durch das Vermeiden bestimmter Orte oder durch vorsichtiges Verhalten in öffentlichen Situationen. KriminalitätsfurchtDie individuelle und gesellschaftliche Angst vor kriminellen Handlungen. ist daher nicht nur eine individuelle Emotion, sondern auch ein Ausdruck sozialer Erfahrungen und gesellschaftlicher Machtverhältnisse.
Feministische Kriminologie
Die feministische Kriminologie entwickelte sich seit den 1970er Jahren als kritische Reaktion auf eine lange Zeit männlich dominierte Kriminalitätsforschung. Viele klassische kriminologische Theorien waren auf der Grundlage männlicher Täter entwickelt worden und berücksichtigten geschlechtsspezifische Lebensbedingungen nur unzureichend.
Feministische Autorinnen kritisierten daher, dass Frauen in der Kriminologie häufig entweder ignoriert oder durch stereotype Vorstellungen verzerrt dargestellt wurden. Während männliche Kriminalität als soziales Phänomen analysiert wurde, erschien weibliche Delinquenz in älteren Theorien häufig als moralische oder biologische Abweichung.
Ein zentrales Anliegen der feministischen Kriminologie besteht darin, Geschlecht als strukturierende Kategorie der Kriminalitätsforschung sichtbar zu machen. Dabei geht es nicht nur um die Analyse weiblicher Täterschaft, sondern auch um die Untersuchung geschlechtsspezifischer Gewaltformen und gesellschaftlicher Machtverhältnisse.
Zu den zentralen Themenfeldern gehören unter anderem:
- Gewalt gegen Frauen, insbesondere sexualisierte Gewalt und häusliche Gewalt
- die Rolle von Geschlechterverhältnissen bei der Entstehung von Kriminalität
- die Behandlung von Frauen im Strafrechtssystem
- die geschlechtsspezifische Organisation von PolizeiDie Polizei ist eine staatliche Institution zur Gefahrenabwehr, Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung und Verfolgung von Straftaten., Justiz und Strafvollzug
Eine der wichtigsten Vertreterinnen dieses Ansatzes ist Frances Heidensohn. In ihren Arbeiten argumentierte sie, dass Kriminalität auch als Ergebnis sozialer Kontrollmechanismen verstanden werden kann, die auf Frauen und Männer unterschiedlich wirken. Frauen unterliegen in vielen Gesellschaften stärkeren informellen Kontrollformen, etwa innerhalb von FamilieFamilie bezeichnet eine soziale Institution, in der Verwandtschafts-, Sorge- und Intimitätsbeziehungen organisiert sind und zentrale Prozesse der Sozialisation stattfinden. oder sozialen Netzwerken, was ihre Beteiligung an bestimmten Formen von Kriminalität beeinflussen kann.
Spätere feministische Ansätze betonen darüber hinaus die Bedeutung von IntersektionalitätIntersektionalität beschreibt das Zusammenwirken verschiedener Diskriminierungsformen wie Rassismus, Sexismus und Klassismus und deren Auswirkungen auf soziale Ungleichheit.. Kriminalität und Viktimisierung werden demnach nicht allein durch Geschlecht geprägt, sondern auch durch andere soziale Kategorien wie soziale Klasse, MigrationMigration bezeichnet die dauerhafte oder zeitweise räumliche Verlagerung des Lebensmittelpunkts von Personen oder Gruppen. oder ethnische Zugehörigkeit. Diese Perspektive ermöglicht ein differenzierteres Verständnis sozialer Ungleichheiten im Bereich von Kriminalität und sozialer Kontrolle.
Die feministische Kriminologie hat damit wesentlich dazu beigetragen, blinde Flecken der klassischen Kriminalitätsforschung sichtbar zu machen. Gleichzeitig hat sie den Blick auf neue Forschungsfelder gelenkt – etwa auf Gewalt in privaten Beziehungen, strukturelle Machtverhältnisse oder geschlechtsspezifische Erfahrungen im Strafrechtssystem.
In jüngerer Zeit wird zudem diskutiert, in welchem Verhältnis gesellschaftliche Gleichstellung und Gewalt gegen Frauen stehen. Einige Studien verweisen auf das sogenannte „nordische Paradox“: In skandinavischen Ländern, die international als besonders gleichgestellt gelten, werden vergleichsweise hohe Raten von Gewalt gegen Frauen gemessen. Erklärungsansätze reichen von verbesserten Anzeige- und Erfassungsmechanismen bis hin zu möglichen sozialen Spannungen in Phasen gesellschaftlicher Rollenveränderungen.
Queer Criminology
In jüngerer Zeit hat sich mit der Queer CriminologyEin Forschungsfeld, das sich mit der Kriminalisierung und Viktimisierung von LGBTIQ*-Personen sowie mit deren spezifischen Erfahrungen im Strafrechtssystem auseinandersetzt. ein weiterer Forschungsansatz entwickelt. Dieser untersucht die Beziehung zwischen Kriminalität, sozialer Kontrolle und sexueller bzw. geschlechtlicher Vielfalt.
Forschungsfragen sind beispielsweise:
- DiskriminierungDiskriminierung beschreibt die Benachteiligung oder Herabsetzung von Personen oder Gruppen aufgrund bestimmter Merkmale wie Geschlecht, Hautfarbe, Herkunft, Religion oder sozialem Status. von LGBTQ-Personen im Strafrechtssystem
- Hate Crime gegen sexuelle Minderheiten
- historische Kriminalisierung homosexueller Beziehungen
- Normen von Geschlecht und Sexualität im StrafrechtDas Strafrecht umfasst die Gesamtheit der Gesetze, die bestimmen, welche Handlungen strafbar sind und welche Sanktionen dafür vorgesehen sind.
Queer Criminology knüpft dabei an kritische Ansätze der Soziologie und Kriminologie an und analysiert, wie gesellschaftliche Normen bestimmen, welches Verhalten als deviant oder kriminell gilt.
Damit erweitert die Queer Criminology die feministische Kriminologie um eine Kritik an geschlechtsbinären und heteronormativen Annahmen, die auch in Strafrecht und Kriminalitätsforschung lange wirksam waren.
Geschlecht und Polizei
Auch im Bereich der Polizei spielt Geschlecht eine wichtige Rolle. Polizeiorganisationen waren lange Zeit stark männlich geprägt, sowohl in ihrer personellen Zusammensetzung als auch in ihren beruflichen Rollenbildern. In vielen Ländern wurden Frauen erst relativ spät in größerer Zahl in den Polizeidienst integriert.
Historisch waren Polizistinnen häufig auf bestimmte Aufgabenbereiche beschränkt, etwa auf Jugendschutz, Opferbetreuung oder administrative Tätigkeiten. Erst seit den späten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts wurden Frauen zunehmend in alle Bereiche der Polizeiarbeit integriert, einschließlich Streifendienst und kriminalpolizeilicher Ermittlungen.
Kriminologische und organisationssoziologische Forschung beschäftigt sich daher unter anderem mit dem Anteil von Frauen im Polizeidienst sowie mit der Frage, wie sich steigende Frauenanteile auf Organisationskultur und Arbeitspraktiken auswirken. Studien zeigen, dass Polizeiarbeit traditionell mit bestimmten Vorstellungen von Männlichkeit, körperlicher Stärke und Durchsetzungsfähigkeit verbunden war. Diese kulturellen Muster werden häufig unter dem Begriff der Cop Culture diskutiert.
Forschungsarbeiten zur PolizeikulturPolizeikultur bezeichnet die informellen Normen, Werte, Verhaltensweisen und Überzeugungen, die innerhalb der Polizei als Organisation gelebt und weitergegeben werden. Diese Kultur beeinflusst das Handeln der Polizeibeamten, ihre Einstellungen gegenüber Bürgern sowie die Wahrnehmung von Gefahr und Kriminalität. untersuchen beispielsweise, wie Geschlechterrollen innerhalb von Polizeiorganisationen verhandelt werden, welche Karrierechancen Frauen haben und in welchem Maße informelle Netzwerke berufliche Aufstiegsmöglichkeiten beeinflussen können.
Ein weiteres Forschungsfeld betrifft den polizeilichen Umgang mit geschlechtsspezifischer Gewalt. Delikte wie häusliche Gewalt oder sexualisierte Gewalt stellen besondere Anforderungen an Ermittlungsarbeit und Opferbetreuung. In vielen Ländern wurden daher spezialisierte Einheiten eingerichtet, die sich mit solchen Delikten befassen.
Kriminologische Studien analysieren in diesem Zusammenhang auch mögliche Unterschiede in der Wahrnehmung von Opfern, in der Bearbeitung entsprechender Anzeigen sowie in der polizeilichen KommunikationKommunikation bezeichnet den Austausch von Informationen, Bedeutungen und Symbolen zwischen Akteuren. mit Betroffenen.
Die Forschung zu Geschlecht und Polizei verbindet damit kriminalsoziologische, organisationssoziologische und viktimologische Perspektiven. Sie untersucht sowohl die interne StrukturStruktur bezeichnet das relativ stabile Gefüge von Beziehungen, Regeln und Positionen, das soziale Prozesse, Handlungen und Bedeutungen ordnet. von Polizeiorganisationen als auch die gesellschaftlichen Erwartungen, die an Polizeiarbeit im Umgang mit geschlechtsspezifischer Gewalt gestellt werden.
Fazit
Geschlecht ist eine zentrale Dimension der Kriminalitätsforschung. Unterschiede zwischen Männern und Frauen zeigen sich sowohl bei Täterschaft als auch bei Opfererfahrungen und bei der gesellschaftlichen Kontrolle von Kriminalität.
ModerneGesellschaftsform, die sich durch Industrialisierung, Urbanisierung, Rationalisierung und Individualisierung auszeichnet. kriminologische Forschung betrachtet Geschlecht daher nicht als rein biologische Kategorie, sondern als soziale Struktur, die mit Machtverhältnissen, Rollenbildern und sozialen Ungleichheiten verbunden ist.
Die Analyse von Geschlecht und Kriminalität ermöglicht damit ein besseres Verständnis dafür,
- warum bestimmte Delikte häufiger von Männern begangen werden,
- welche strukturellen Bedingungen weibliche Kriminalität beeinflussen,
- und wie gesellschaftliche Normen über Geschlecht Kriminalität und soziale Kontrolle prägen.
Die Auseinandersetzung mit Geschlecht und Kriminalität erweitert die Kriminologie damit nicht nur um ein zusätzliches Themenfeld, sondern verändert den Blick auf grundlegende Fragen von DevianzVerhalten, das in einer Gesellschaft als unangemessen, abweichend oder regelverletzend gilt – unabhängig davon, ob es strafrechtlich relevant ist., sozialer Kontrolle und Strafverfolgung insgesamt.
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