Polizei, Strafe und soziale KontrolleKontrolle bezeichnet soziale Mechanismen, mit denen Verhalten überwacht, reguliert und an geltende Normen angepasst wird. gehören zu den zentralen Themen der Kriminologie und Kriminalsoziologie. Moderne Gesellschaften reagieren auf KriminalitätKriminalität bezeichnet gesellschaftlich normierte Handlungen, die gegen das Strafgesetz verstoßen. nicht nur durch Strafverfolgung und Sanktionen, sondern auch durch Überwachung, Prävention und vielfältige Formen sozialer Kontrolle. Dabei stellen sich grundlegende Fragen: Wie entsteht polizeiliche Autorität? Warum genießen Polizei und Strafjustiz Vertrauen – und warum geraten sie zugleich immer wieder in die Kritik? Welche Rolle spielen Medien, Popkultur und öffentliche Debatten für die Wahrnehmung von Kriminalität, Sicherheit und Ordnung?
Die Beiträge dieses Dossiers beschäftigen sich mit dem Verhältnis von Polizei, Strafe und Gesellschaft. Im Mittelpunkt stehen sowohl klassische Fragen der Kriminologie als auch aktuelle Entwicklungen rund um ÜberwachungstechnologienTechnische Mittel zur Beobachtung und Kontrolle von Personen, Räumen oder Kommunikationswegen im Rahmen der Kriminalitätsbekämpfung und Gefahrenabwehr., Polizeikritik, Protestbewegungen und die kulturelle Verarbeitung von Kriminalität. Dabei wird deutlich, dass Polizei und Strafe nicht nur Instrumente staatlicher Kontrolle sind, sondern zugleich Gegenstand gesellschaftlicher Aushandlungsprozesse, politischer Konflikte und kultureller Bedeutungszuschreibungen.
Das Dossier verbindet kriminalsoziologische, kulturwissenschaftliche und medienkriminologische Perspektiven und fragt danach, wie Vorstellungen von SicherheitSicherheit bezeichnet den gesellschaftlich hergestellten Zustand der Abwesenheit oder Beherrschbarkeit von Gefahren., Kontrolle und Gerechtigkeit entstehen – und wie sie sich im Laufe der Zeit verändern.
Beiträge
- ACAB (1312): Zwischen Polizeikritik, Protestkultur und Popsymbol
- PolizeigewaltPolizeigewalt beschreibt den Einsatz physischer oder psychischer Gewalt durch Polizeibeamte im Rahmen ihrer Dienstausübung. Sie kann sowohl legitim (im rechtlichen Rahmen) als auch illegitim (bei Überschreitung der Befugnisse) ausgeübt werden. in den Medien
- Copaganda: Die PolizeiDie Polizei ist eine staatliche Institution zur Gefahrenabwehr, Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung und Verfolgung von Straftaten. als Heldengeschichte
- Gefängnisdarstellungen in Film und Fernsehen
- Der StrafvollzugRechtlich geregelte Inhaftierung und Resozialisierung von Straftätern zur Strafvollstreckung und Vorbereitung auf ein straffreies Leben in Freiheit. als Unterhaltungsformat
- ÜberwachungÜberwachung beschreibt die systematische Sammlung, Beobachtung und Analyse von Informationen über Personen, Gruppen oder Institutionen, meist durch staatliche oder private Akteure. als Popkultur
- Predictive PolicingPredictive Policing bezeichnet den datenbasierten Versuch, zukünftige Straftaten räumlich oder zeitlich vorherzusagen. zwischen Realität und Fiktion
- Gefängnisausbrüche als kulturelles Narrativ
- Die Polizei im Kriminalroman
- True CrimeTrue Crime bezeichnet das mediale Genre, das sich mit realen Kriminalfällen in dokumentarischer oder erzählerischer Form beschäftigt. und Strafbedürfnis
- Vom PanoptikumBegriff für eine architektonische und soziale Struktur, die vollständige Überwachung ermöglicht, ursprünglich von Jeremy Bentham entwickelt. zu CCTV: Überwachung im kulturellen Wandel



