KriminalitätKriminalität bezeichnet gesellschaftlich normierte Handlungen, die gegen das Strafgesetz verstoßen. gehört zu den Themen, die in modernen Gesellschaften besonders viel Aufmerksamkeit erhalten. Straftaten werden in Nachrichtenmedien berichtet, in Filmen und Serien inszeniert, in Musik verarbeitet und in sozialen Netzwerken diskutiert. Gleichzeitig haben die meisten Menschen nur selten unmittelbare Erfahrungen mit schweren Straftaten, Gerichtsverfahren oder dem Strafvollzug. Unser Wissen über Kriminalität entsteht daher zu einem erheblichen Teil durch mediale Vermittlung.
Diese Beobachtung bildet den Ausgangspunkt der Medienkriminologie. Sie untersucht, wie Kriminalität in Medien dargestellt wird, welche Bilder von Tätern, Opfern und Polizei entstehen und welche gesellschaftlichen Folgen diese Darstellungen haben können. Dabei geht es nicht nur um die Frage, ob Medien Kriminalität beeinflussen, sondern auch darum, wie Medien Wahrnehmungen von SicherheitSicherheit bezeichnet den gesellschaftlich hergestellten Zustand der Abwesenheit oder Beherrschbarkeit von Gefahren., Gefahr und sozialer Ordnung prägen.
Kriminalität besitzt für Medien einen hohen Nachrichtenwert. Straftaten enthalten häufig Elemente von Konflikt, Normverletzung, Gewalt, Emotion und moralischer Bewertung. Zugleich ermöglichen sie die Darstellung gesellschaftlicher Grundfragen: Was gilt als richtig oder falsch? Wer wird als gefährlich wahrgenommen? Welche Rolle soll die Polizei spielen? Und wie viel Kontrolle ist in einer demokratischen GesellschaftEine Gesellschaft ist ein strukturiertes Gefüge von Menschen, die innerhalb eines geografischen Raumes unter gemeinsamen politischen, sozialen und wirtschaftlichen Bedingungen leben und durch institutionalisierte soziale Beziehungen miteinander verbunden sind. legitim?
Die Bedeutung medialer Darstellungen reicht dabei weit über klassische Nachrichtenmedien hinaus. Filme, Fernsehserien, True-Crime-Formate, Podcasts, Computerspiele, Musik und soziale Netzwerke tragen ebenfalls zur gesellschaftlichen Konstruktion von Kriminalität bei. Sie vermitteln Deutungsmuster, erzeugen Emotionen und beeinflussen öffentliche Debatten über Sicherheit, Strafe und soziale KontrolleKontrolle bezeichnet soziale Mechanismen, mit denen Verhalten überwacht, reguliert und an geltende Normen angepasst wird..
Die Beiträge in diesem Bereich führen in die zentralen Fragestellungen der Medienkriminologie ein. Sie behandeln die RolleEine soziale Rolle bezeichnet das Bündel normativer Erwartungen, das an das Verhalten einer Person in einer bestimmten sozialen Position geknüpft ist. der Medien bei der gesellschaftlichen Konstruktion von Kriminalität, die Logiken der Kriminalitätsberichterstattung sowie grundlegende Fragen zu Medienwirkungen, öffentlicher Wahrnehmung und sozialer Kontrolle.
Beiträge im Überblick
- Was ist Medienkriminologie?
- Medien und sozialer Wandel: Eine kurze Geschichte der Unterhaltungstechnik
- Kriminalität in den Medien: Warum manche VerbrechenEin Verbrechen ist eine besonders schwerwiegende Form rechtswidrigen Handelns, die im Strafrecht mit einer Mindestfreiheitsstrafe von einem Jahr oder mehr bedroht ist – zugleich ist es ein sozial und historisch wandelbares Konstrukt. Schlagzeilen machen
Weiterführende Beiträge
Literatur
- Frehsee, D. (2000). Kriminalität in den Medien. Eine kriminelle Wirklichkeit eigener Art. In: Kriminalität in den Medien. 5. Kölner Symposium, 27.–29. September 1999, Universität zu Köln. Forum Verlag Godesberg. S. 23-41.



