GoodFellas (1990)
Film- / Serienprofil
- Originaltitel: GoodFellas
- Deutscher Titel: GoodFellas - Drei Jahrzehnte in der Mafia
- Erscheinungsjahr: 1990
- Land: USA
- Regie / Creator / Showrunner: Martin Scorsese
- Medium: Spielfilm
- Laufzeit / Umfang: 145 Minuten
- Schwerpunkte: Drogen und organisierte Kriminalität
Kriminologische Relevanz
GoodFellas gehört zu den wichtigsten filmischen Darstellungen organisierter Kriminalität. Im Mittelpunkt steht nicht die spektakuläre Straftat, sondern der Weg eines jungen Menschen in ein kriminelles Milieu. Der Film zeigt eindrucksvoll, wie kriminelle Karrieren entstehen, welche Anreize organisierte Gruppen bieten und wie soziale Beziehungen kriminelles Verhalten fördern können.
Besonders anschaulich verdeutlicht der Film die Bedeutung von Lernen und Sozialisation innerhalb krimineller Netzwerke. Henry Hill wird schrittweise in die Werte, Normen und Verhaltensweisen der Mafia eingeführt. Kriminalität erscheint dabei nicht als Ausnahme, sondern als selbstverständlicher Bestandteil des Alltags. Der Film illustriert damit zentrale Einsichten der Lerntheorien und insbesondere der Theorie der differentiellen Assoziation.
Darüber hinaus zeigt GoodFellas die soziale Organisation krimineller Gruppen. Loyalität, Vertrauen, Status und gegenseitige Verpflichtungen bilden die Grundlage des Zusammenhalts. Gleichzeitig wird deutlich, dass Gewalt ein wichtiges Mittel zur Durchsetzung von Regeln und Machtansprüchen bleibt.
Der Film macht außerdem sichtbar, wie eng legale und illegale Lebenswelten miteinander verflochten sein können. Die Beteiligten bewegen sich zwischen Familie, Beruf, Konsum und Kriminalität, ohne diese Bereiche strikt voneinander zu trennen. Organisierte Kriminalität erscheint dadurch weniger als abgeschlossene Gegenwelt, sondern als Teil gesellschaftlicher Strukturen.
Aus kriminologischer Sicht ist GoodFellas besonders interessant, weil der Film die Attraktivität krimineller Karrieren ebenso zeigt wie deren langfristige Risiken. Reichtum, Anerkennung und Macht stehen Unsicherheit, Gewalt und Misstrauen gegenüber. Dadurch entsteht ein differenziertes Bild organisierter Kriminalität jenseits romantisierender Mafia-Klischees.
Kriminologische Einordnung
Kriminalitätstheorien
Theorie der differentiellen Kontakte (Sutherland)
Theorie des sozialen Lernens (Akers)
Schlüsselwerke
William Foote Whyte – Street Corner Society (1943)