Albert K. Cohen
Personenprofil
- Name: Albert K. Cohen
- Geburtsjahr: 1918
- Sterbejahr: 2014
- Land: Vereinigte Staaten
- Disziplin(en): Kriminologie, Soziologie, Subkulturtheorien
- Themen: Anomie, Anomietheorie, Soziale Ungleichheit, Subkultur, Subkulturtheorien, Devianz, Abweichendes Verhalten (Devianz), Kriminalisierung, Soziale Kontrolle, Kriminalitätstheorien, Soziale Desorganisation, Diskriminierung, Vulnerabilität, Hotspot
Weitere Informationen
Albert K. Cohen war ein einflussreicher US-amerikanischer Soziologe und Kriminologe, der vor allem durch seine Forschungen zu Jugendbanden und Subkulturen bekannt wurde. Er promovierte an der Harvard University und lehrte später an der University of Connecticut. Cohen verband sozialstrukturelle, kultursoziologische und psychologisch orientierte Ansätze und entwickelte einen der frühesten systematischen Versuche, Jugendkriminalität über kollektiv geteilte Werte, Statusmangel und Subkulturstrukturen zu erklären. Sein Werk gehört bis heute zu den Grundlagen der amerikanischen Subkulturforschung.
Mit Delinquent Boys formulierte Cohen die These, dass delinquenten Subkulturen eine eigenständige Wert- und Normstruktur zugrunde liegt. Jugendliche aus unteren sozialen Schichten erleben in leistungsorientierten Institutionen Statusfrustrationen. Diese Frustration könne zur Ausbildung alternativer Statussysteme führen, in denen Handlungen, die in der Mehrheitsgesellschaft als deviant gelten, positiv bewertet werden. Cohen prägte dadurch die Subkulturtheorien maßgeblich und ergänzte die Anomietradition um eine differenzierte Analyse kollektiv geteilter Bedeutungen. Seine Theorie beeinflusste zahlreiche nachfolgende Arbeiten zur Bandenforschung, Urbanität und kultureller Devianz.
Schlüsselwerke
- Delinquent Boys: The Culture of the Gang (1955)
- Deviance and Control (1966)
- Beiträge zur Jugendforschung, Subkulturtheorie und allgemeinen Kriminalsoziologie