David Garland
Foto: © NYU Law – Faculty Profile David W. Garland, https://its.law.nyu.edu/facultyprofiles/index.cfm?fuseaction=profile.presentations_and_lectures&personid=19938
Personenprofil
- Name: David Garland
- Geburtsjahr: 1955
- Land: Vereinigtes Königreich / Vereinigte Staaten
- Disziplin(en): Cultural Criminology, Kriminologie, Rechtssoziologie, Soziologie
- Themen: Kriminalisierung, Kriminalpolitik, Kriminalitätsfurcht, Soziale Kontrolle, Staat, Macht, Soziale Ungleichheit, Institutioneller Rassismus, Diskriminierung, Überwachung, Megan’s Law, Polizeigewalt, Vulnerabilität, Abweichendes Verhalten (Devianz), Prävention, Moderne, Community Policing
Weitere Informationen
David Garland zählt zu den international einflussreichsten Kriminologen der Gegenwart. Geboren in Edinburgh und ausgebildet in Rechtswissenschaft und Soziologie, lehrte er zunächst an der University of Edinburgh und später an der New York University (NYU), wo er bis heute als Professor forschend tätig ist. Garland verbindet historisch-komparative Analysen mit sozialtheoretischen Zugängen und gilt als einer der entscheidenden Theoretiker moderner Strafpolitik. Seine Arbeiten untersuchen die Transformationen des Strafrechts, die politische Ökonomie der Strafe, kulturelle Deutungsmuster von Kriminalität und die Entwicklung neuer Kontrolllogiken in spätmodernen Gesellschaften.
Garlands Werk veränderte die Kriminologie maßgeblich. Besonders bekannt ist The Culture of Control, in dem er argumentiert, dass westliche Gesellschaften seit den 1970er-Jahren von einem neuen Kontrollregime geprägt sind: steigende Straflust, Präventionsorientierung, Risikomanagement, „actuarial justice“ und weitreichende Überwachungsmechanismen. Garland zeigt, wie diese Entwicklungen mit sozialen Veränderungen – Globalisierung, Prekarisierung, Migration, sozialer Ungleichheit – verflochten sind.
Frühere Arbeiten wie Punishment and Modern Society etablierten Garland als zentralen Theoretiker der historischen und soziologischen Strafanalyse. Er verbindet Foucault, Durkheim, Elias und Kritische Theorie zu einem eigenständigen Interpretationsrahmen der modernen Strafe. Garland gilt zudem als wichtiger Impulsgeber für die Analyse des Wohlfahrtsstaates, Masseninhaftierung und die „criminological modernity“.
Schlüsselwerke
- Punishment and Modern Society (1990)
- The Culture of Control: Crime and Social Order in Contemporary Society (2001)
- Peculiar Institution: America’s Death Penalty in an Age of Abolition (2010)
- Mass Imprisonment: Social Causes and Consequences (Hg., 2001)
- Umfangreiche Beiträge zu Strafpolitik, Kriminalitätskultur, Governance und Wohlfahrtsstaat