Die Polizei steht zunehmend im Spannungsfeld zwischen rechtsstaatlicher Verfahrensbindung und realitätsnaher Einsatzpraxis. In diesem Kontext spielt die sogenannte „Cop Culture“ – die informelle Kultur der Polizistinnen – eine zentrale Rolle: Sie prägt das berufliche Selbstverständnis, Handlungsroutinen und den Umgang mit Bürgerinnen. Die Cop Culture entfaltet ihre Wirkung besonders in gruppendynamischen
Polizeikultur
Gewalt gegen Polizisten
In jüngerer Vergangenheit mehren sich Stimmen – insbesondere aus Reihen der Polizeigewerkschaften, die einen zunehmenden Autoritätsverlust der Polizei bemängeln. Dieser ginge mit einer erhöhten Gewaltbereitschaft gegen Polizeivollzugsbeamte (PVB) einher und die Politik sei aufgefordert, mehr zum Schutz PVB zu unternehmen. Neben einer breiten gesellschaftlichen Debatte sind diese Forderungen teilweise in
Polizeiorganisation und der Umgang mit Heterogenität
Die Polizei ist keine homogene Organisation. Gleichwohl war sie historisch über lange Zeit durch ein vergleichsweise einheitliches Rollenverständnis geprägt: männlich, hierarchisch, körperlich robust, loyal gegenüber der Organisation und distanziert gegenüber dem polizeilichen Gegenüber. Mit gesellschaftlichen Wandlungsprozessen geriet dieses Selbstbild zunehmend unter Druck. Fragen nach Geschlecht, Herkunft und sexueller Identität betreffen
Polizei und Protestbewegungen ab den 1960er Jahren
Das Verhältnis von Polizei und Protest ist ein zentrales Spannungsfeld moderner Demokratien. Protestbewegungen artikulieren gesellschaftliche Konflikte, politische Forderungen und soziale Brüche, während die Polizei den staatlichen Auftrag hat, öffentliche Ordnung und Sicherheit zu gewährleisten. Wie dieses Spannungsverhältnis ausgestaltet wird, sagt viel über das demokratische Selbstverständnis einer Gesellschaft aus. Seit den
Wiederaufbau der Polizei nach 1945
Mit dem Ende des Nationalsozialismus stand die deutsche Polizei vor einem tiefgreifenden Legitimationsproblem. Als zentrale Trägerin nationalsozialistischer Herrschaft, Repression und Gewalt war sie diskreditiert und zugleich unverzichtbar für den Wiederaufbau staatlicher Ordnung. Der Wiederaufbau der Polizei nach 1945 vollzog sich daher in einem Spannungsfeld aus politischem Neuanfang, pragmatischen Sicherheitsbedürfnissen und
Polizei in der Weimarer Republik
Die Entwicklung der Polizei in der Weimarer Republik markiert einen zentralen Abschnitt der deutschen Polizeigeschichte. In kaum einer anderen Phase treten Modernisierung, Demokratisierungsanspruch und autoritäre Kontinuitäten so deutlich nebeneinander. Um diese Ambivalenzen zu verstehen, ist ein kurzer Blick auf die Polizei im Deutschen Kaiserreich unerlässlich. Die Polizei im Deutschen Kaiserreich:

