Der Zusammenhang von Migration und Kriminalität zählt seit Jahrzehnten zu den kontroversesten Themen der kriminalpolitischen und gesellschaftlichen Debatte. Insbesondere die jährlich veröffentlichten Zahlen der Polizeilichen KriminalstatistikSammlung und Auswertung von Daten über polizeilich registrierte Straftaten und Tatverdächtige. (PKS) werden regelmäßig als Beleg dafür herangezogen, dass nichtdeutsche Personen überproportional häufig an Straftaten beteiligt seien. Solche Interpretationen greifen jedoch häufig zu kurz. Die PKS bildet lediglich das polizeilich registrierte Hellfeld ab und erlaubt keine unmittelbaren Aussagen über Ursachen, Kriminalitätsneigungen oder gar kulturell bedingte Unterschiede zwischen Bevölkerungsgruppen.
Der vorliegende Lehrtext von Prof. Dr. Stefan Kersting und EKHKin Julia Erdmann, M.A. wurde für Studierende des Bachelorstudiengangs Polizeivollzugsdienst an der Hochschule für PolizeiDie Polizei ist eine staatliche Institution zur Gefahrenabwehr, Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung und Verfolgung von Straftaten. und öffentliche Verwaltung Nordrhein-Westfalen (HSPV NRW) erstellt. Ziel des Beitrags ist es, die statistischen Grundlagen der Debatte verständlich darzustellen und typische Fehlinterpretationen kriminalstatistischer Daten aufzuzeigen.
Im Mittelpunkt steht die Frage, wie die in der PKS beobachtete Überrepräsentation nichtdeutscher Tatverdächtiger methodisch einzuordnen ist. Anhand der PKS Nordrhein-Westfalen 2025 demonstrieren die Autoren, wie Faktoren wie Altersstruktur, Geschlecht, Wohnsitzstatus und soziale Lage die Tatverdächtigenbelastungszahlen beeinflussen können. Mithilfe einer Standardisierung wird gezeigt, weshalb einfache Vergleiche zwischen deutschen und nichtdeutschen Tatverdächtigen statistisch problematisch sind und welche Verzerrungen bei einer unkritischen Interpretation entstehen können.
Der Lehrtext richtet sich insbesondere an Studierende, Polizeibeschäftigte und alle Leserinnen und Leser, die kriminalstatistische Befunde sachlich und wissenschaftlich fundiert bewerten möchten. Er vermittelt grundlegende Kenntnisse zu Tatverdächtigenbelastungszahlen, Hellfeld– und Dunkelfeldforschung sowie zu den sozialwissenschaftlichen Erklärungsansätzen, die in der aktuellen Migrations- und Kriminalitätsforschung diskutiert werden.
Hinweis:
Der nachfolgende Lehrtext wurde von Prof. Dr. Stefan Kersting und EKHKin Julia Erdmann, M.A. (HSPV NRW) verfasst und wird mit freundlicher Genehmigung von Prof. Dr. Stefan Kersting und Julia Erdmann auf SozTheo bereitgestellt.
Der Lehrtext ergänzt den SozTheo-Beitrag zur Kriminalität nichtdeutscher Tatverdächtiger um eine detaillierte statistische Analyse und eignet sich insbesondere für Studierende, die sich vertiefend mit der Interpretation kriminalstatistischer Daten beschäftigen möchten.
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17 Seiten · PDF-Datei · HSPV NRW



