Kurzdefinition
Das Strafrecht umfasst die Gesamtheit der Gesetze, die bestimmen, welche Handlungen strafbar sind und welche Sanktionen dafür vorgesehen sind.
Ausführliche Erklärung
Strafrecht regelt, welche Verhaltensweisen in einer Gesellschaft als Straftaten gelten und wie der Staat darauf reagieren darf. Es definiert Tatbestände, Rechtsfolgen und Verfahrensabläufe. Das Strafrecht erfüllt mehrere gesellschaftliche Funktionen – darunter Schutz zentraler Rechtsgüter, Wiederherstellung der sozialen Ordnung und Steuerung sozial unerwünschten Verhaltens. Es ist eng mit Fragen der Macht, der sozialen Kontrolle und der politischen Gestaltung von Sicherheit verbunden.
Neben dem materiellen Strafrecht (Was ist strafbar?) gibt es das Strafverfahrensrecht (Wie wird ermittelt, angeklagt und verurteilt?) und das Strafvollzugsrecht (Wie wird Strafe vollzogen?). Das moderne Strafrecht ist von Prinzipien wie Rechtsstaatlichkeit, Verhältnismäßigkeit und Schuldprinzip geprägt, wird aber auch immer wieder für seine sozialen Selektivitäten und punitiven Entwicklungen kritisiert.
Theoriebezug
Relevante Bezüge bestehen zu Kriminalitätstheorien, Kritischer Kriminologie, Abolitionismus, Labeling Approach, Rational-Choice-Theorien, Kontrolltheorien, Foucaults Analysen der Disziplinierung sowie Garland, Wacquant und Alexander (Strafrecht im Kontext von Masseninhaftierung und sozialer Kontrolle).