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Kriminologie studieren: Studiengänge, Voraussetzungen und Berufsperspektiven

Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026 | Veröffentlicht: 31. Juli 2026 von Christian Wickert

Inhaltsverzeichnis

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  • Einleitung
    • Kriminologie ist in Deutschland ein Masterstudium
  • Was ist Kriminologie?
  • Kriminologie ist nicht Kriminalistik
    • Kriminologie ist kein Studium der Verbrechensaufklärung
  • Ist Kriminologie das richtige Studienfach für mich?
    • Kriminologie ist kein Studium nur für True-Crime-Fans
  • Der deutsche Sonderweg der Kriminologie
  • Kann man Kriminologie als Bachelor studieren?
  • Welcher Bachelor eignet sich für ein späteres Kriminologiestudium?
    • Zulassungsvoraussetzungen frühzeitig prüfen
    • Ist Soziologie eine gute Vorbereitung?
    • Ist Psychologie eine gute Vorbereitung?
    • Ist Jura eine gute Vorbereitung?
    • Ist Soziale Arbeit eine gute Vorbereitung?
    • Besonderheit bei dualen Polizeistudiengängen
    • Fachlich geeignet bedeutet nicht automatisch formal zugelassen
  • Wo kann man Kriminologie in Deutschland studieren?
    • Regulärer oder weiterbildender Master?
    • Die Studiengänge im Vergleich
    • Reguläre Präsenzstudiengänge
      • Universität Regensburg: Kriminologie und Gewaltforschung
    • Profil des Studiengangs
      • Johannes Gutenberg-Universität Mainz: Kriminologie
    • Profil des Studiengangs
    • Berufsbegleitende Studiengänge
      • Universität Hamburg: Kriminologie
        • Zulassungsvoraussetzungen
    • Profil des Studiengangs
      • Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin: Kriminologie und Kriminalprävention
    • Profil des Studiengangs
      • Ruhr-Universität Bochum: Kriminologie, Kriminalistik und Polizeiwissenschaft
        • Zielgruppe
    • Profil des Studiengangs
    • Welcher Studiengang passt zu wem?
  • Kriminologie im Jurastudium
  • Welche Inhalte hat ein Kriminologiestudium?
    • Kriminalitätstheorien
    • Empirische Sozialforschung
    • Kriminalstatistik und Dunkelfeldforschung
    • Viktimologie
    • Polizei und Strafverfolgung
    • Gerichte, Sanktionen und Strafvollzug
    • Kriminalprävention und Evaluation
    • Kriminalpolitik
  • Wie wichtig sind Statistik und Forschungsmethoden?
    • Kriminologische Forschung braucht Methodenkenntnisse
  • Welche Berufsmöglichkeiten bietet ein Kriminologiestudium?
  • Gibt es den Beruf Kriminologe?
  • Wie entwickelt man ein berufliches Profil?
    • Der Abschluss allein reicht selten aus
  • Kann man mit einem Kriminologiestudium Profiler werden?
  • Kann man Kriminologie im Fernstudium oder berufsbegleitend studieren?
  • Kriminologie im Ausland studieren
  • Häufige Fragen zum Kriminologiestudium
    • Kann ich direkt nach dem Abitur Kriminologie studieren?
    • Welcher Bachelor ist der beste?
    • Muss ich Jura studiert haben?
    • Ist ein Kriminologiestudium schwer?
    • Beschäftigt man sich im Studium mit Serienmördern?
    • Kann ich mit dem Abschluss bei der Polizei arbeiten?
    • Kann ich nach dem Master promovieren?
    • Wie gut sind die Berufsaussichten?
  • Fazit

Einleitung

KriminalitätKriminalität bezeichnet gesellschaftlich normierte Handlungen, die gegen das Strafgesetz verstoßen. verstehen, ihre Ursachen untersuchen und gesellschaftliche Reaktionen kritisch analysieren: Die KriminologieKriminologie ist die interdisziplinäre Wissenschaft über Ursachen, Erscheinungsformen und gesellschaftliche Reaktionen auf normabweichendes Verhalten. Sie untersucht insbesondere Prozesse sozialer Kontrolle, rechtliche Rahmenbedingungen sowie individuelle und strukturelle Einflussfaktoren. beschäftigt sich mit einem Gegenstand, der wissenschaftlich ebenso anspruchsvoll wie gesellschaftlich bedeutsam ist. Entsprechend groß ist das Interesse an einem Kriminologiestudium.

Wer in Deutschland nach einem solchen Studium sucht, stößt jedoch schnell auf eine Besonderheit: Eigenständige Studiengänge sind selten. Anders als in vielen angelsächsischen Ländern kann Kriminologie hierzulande normalerweise nicht unmittelbar nach dem Abitur als Bachelorfach gewählt werden. Die wenigen eigenständigen Studienangebote führen überwiegend zu einem Masterabschluss und setzen daher bereits ein abgeschlossenes Erststudium voraus.

Dieser Beitrag erklärt, welche Studienwege in die Kriminologie führen, welche Bachelorabschlüsse sich dafür eignen, wo Kriminologie in Deutschland studiert werden kann und welche beruflichen Möglichkeiten ein kriminologischer Abschluss eröffnet.

Kriminologie ist in Deutschland ein Masterstudium

Wer Kriminologie studieren möchte, benötigt in der Regel zunächst einen Bachelorabschluss oder einen vergleichbaren ersten Hochschulabschluss. Die Wahl des Erststudiums ist deshalb bereits ein wichtiger Teil der Studienplanung.

Was ist Kriminologie?

Kriminologie ist die wissenschaftliche Untersuchung von Kriminalität als sozialem Phänomen. Sie beschäftigt sich mit der Entstehung und Verbreitung von Kriminalität, ihren individuellen und gesellschaftlichen Ursachen sowie den Reaktionen von Polizei, Justiz, Politik und GesellschaftEine Gesellschaft ist ein strukturiertes Gefüge von Menschen, die innerhalb eines geografischen Raumes unter gemeinsamen politischen, sozialen und wirtschaftlichen Bedingungen leben und durch institutionalisierte soziale Beziehungen miteinander verbunden sind..

Das Fach untersucht dabei nicht nur, warum Menschen Straftaten begehen. Es beschäftigt sich ebenso mit Opfern, KriminalitätsfurchtDie individuelle und gesellschaftliche Angst vor kriminellen Handlungen., Kriminalstatistiken, Strafvollzug, Prävention, Kriminalpolitik und den gesellschaftlichen Prozessen, durch die bestimmte Handlungen überhaupt als kriminell definiert werden.

Eine ausführliche Einführung in Gegenstand, Geschichte und Teildisziplinen bietet der Beitrag Was ist Kriminologie?.

Kriminologie ist nicht Kriminalistik

Kriminologie und Kriminalistik werden im Alltag häufig miteinander verwechselt. Beide beschäftigen sich mit Kriminalität, stellen jedoch unterschiedliche Fragen.

KriminalistikWissenschaft der Aufklärung und Verhinderung von Straftaten mittels technischer, naturwissenschaftlicher und psychologischer Methoden. befasst sich vor allem mit der Aufklärung konkreter Straftaten. Dazu gehören beispielsweise Tatortarbeit, Spurensicherung, Vernehmungen, Fahndung und kriminalpolizeiliche Ermittlungsmethoden.

Kriminologie untersucht Kriminalität dagegen als individuelles und gesellschaftliches Phänomen. Sie fragt beispielsweise, warum bestimmte Formen von Kriminalität entstehen, wie Kriminalität gemessen wird, welche Wirkungen Strafen haben oder welche Maßnahmen zur KriminalpräventionKriminalprävention umfasst alle Maßnahmen, die darauf abzielen, Straftaten zu verhindern oder deren Folgen zu reduzieren. geeignet sind.

KriminologieKriminalistik
Untersuchung von Kriminalität als gesellschaftlichem PhänomenAufklärung konkreter Straftaten
Erklärung von Ursachen und EntwicklungenSicherung und Auswertung von Spuren
Analyse von Polizei, Justiz und StrafvollzugRechtlich geregelte Inhaftierung und Resozialisierung von Straftätern zur Strafvollstreckung und Vorbereitung auf ein straffreies Leben in Freiheit.Planung und Durchführung von Ermittlungen
Empirische Forschung und TheoriebildungPraktische Ermittlungsmethoden
PräventionVorbeugende Maßnahmen zur Verhinderung von Straftaten oder sozialen Problemen. und EvaluationIdentifizierung von Tatverdächtigen

Kriminologie ist kein Studium der Verbrechensaufklärung

Wer Tatorte untersuchen, Spuren sichern oder Straftaten aufklären möchte, interessiert sich wahrscheinlich eher für Kriminalistik oder Polizeiarbeit. Im Kriminologiestudium stehen wissenschaftliche Theorien, empirische Forschungsmethoden und gesellschaftliche Zusammenhänge im Mittelpunkt.

Ist Kriminologie das richtige Studienfach für mich?

Kriminalität übt auf viele Menschen eine starke Faszination aus. True-Crime-Podcasts, Dokumentationen und Krimiserien können das Interesse am Fach wecken. Ein Kriminologiestudium besteht jedoch nicht aus der fortlaufenden Besprechung spektakulärer Mordfälle oder außergewöhnlicher Täterpersönlichkeiten.

Im Studium werden wissenschaftliche Texte gelesen, theoretische Modelle verglichen, Forschungsfragen entwickelt und empirische Daten ausgewertet. Häufig geht es gerade nicht um außergewöhnliche Einzelfälle, sondern um übergreifende Zusammenhänge:

  • Wie zuverlässig bilden Kriminalstatistiken das tatsächliche Kriminalitätsgeschehen ab?
  • Warum werden bestimmte Bevölkerungsgruppen häufiger polizeilich kontrolliert?
  • Welche RolleEine soziale Rolle bezeichnet das Bündel normativer Erwartungen, das an das Verhalten einer Person in einer bestimmten sozialen Position geknüpft ist. spielen soziale Ungleichheit, Alter, Geschlecht oder Wohnumfeld?
  • Wie wirken Geldstrafen, Bewährungsstrafen oder Freiheitsentzug?
  • Warum werden bestimmte Handlungen kriminalisiert und andere nicht?
  • Welche Präventionsprogramme wirken tatsächlich?
  • Warum werden manche Menschen kriminell und andere halten sich an die Regeln?

Ein Kriminologiestudium kann gut passen, wenn Sie:

  • sich nicht nur für einzelne Täter, sondern auch für gesellschaftliche Zusammenhänge interessieren,
  • bereit sind, unterschiedliche wissenschaftliche Perspektiven miteinander zu verbinden,
  • gerne lesen, argumentieren und wissenschaftlich schreiben,
  • sich mit empirischer Sozialforschung und Statistik beschäftigen möchten,
  • einfache Antworten auf komplexe Fragen eher skeptisch betrachten und
  • Interesse an Polizei, Justiz, Strafvollzug, Prävention und KriminalpolitikStrategien und Maßnahmen staatlicher Institutionen zur Aufrechterhaltung sozialer Ordnung und zur Reaktion auf regelwidriges Verhalten. haben.

Kriminologie ist kein Studium nur für True-Crime-Fans

Die Faszination für Kriminalfälle kann ein Ausgangspunkt sein. Für ein erfolgreiches Studium braucht es jedoch vor allem Interesse an Wissenschaft, Theorie und empirischer Forschung. Kriminologische Forschung beschäftigt sich häufig mit Statistiken, Befragungen, Akten, Institutionen und gesellschaftlichen Strukturen.

Der deutsche Sonderweg der Kriminologie

Die Kriminologie besitzt in Deutschland eine lange und international bedeutsame Tradition. Wissenschaftler wie Franz von Liszt, Gustav Aschaffenburg oder Hans von Hentig haben die Entwicklung des Faches weit über Deutschland hinaus geprägt.

Trotz dieser historischen Bedeutung konnte sich die Kriminologie in Deutschland jedoch nie dauerhaft als eigenständige sozialwissenschaftliche Universitätsdisziplin etablieren. Stattdessen blieb sie institutionell überwiegend an die Rechtswissenschaft gebunden.

Kriminologische Lehrstühle und Institute sind häufig an juristischen Fakultäten angesiedelt. Dort wird Kriminologie vor allem als Grundlagen- oder Bezugswissenschaft des Strafrechts verstanden. In vielen rechtswissenschaftlichen Studiengängen kann sie als Schwerpunkt, Wahlpflichtfach oder Vertiefungsbereich studiert werden.

Diese institutionelle Einbindung hat auch die inhaltliche Entwicklung der deutschen Kriminologie geprägt. Fragen des Strafrechts, des Jugendstrafrechts, der Sanktionierung und des Strafvollzugs besitzen traditionell einen hohen Stellenwert. Sozialwissenschaftliche, psychologische und kritische Perspektiven sind ebenfalls vertreten, verfügen aber nur selten über eigenständige institutionelle Strukturen.

Im angelsächsischen Raum entwickelte sich das Fach anders. Insbesondere in Großbritannien, den USA, Kanada und Australien entstanden eigenständige Departments of Criminology und Schools of Criminal Justice. Dort wird Kriminologie häufig bereits als Bachelorfach und anschließend in spezialisierten Master- und Promotionsprogrammen angeboten.

Der deutsche Sonderweg erklärt, warum das Interesse an einem Kriminologiestudium groß ist, das Angebot an eigenständigen Studiengängen aber klein bleibt.

Kann man Kriminologie als Bachelor studieren?

Ein grundständiges Kriminologiestudium unmittelbar nach dem Abitur ist in Deutschland kaum vorgesehen. Die eigenständigen kriminologischen Studienangebote führen überwiegend zu einem Masterabschluss. Studieninteressierte müssen daher zunächst ein fachlich geeignetes Bachelorstudium oder einen vergleichbaren ersten Hochschulabschluss absolvieren.

Das bedeutet nicht, dass man sich während des Bachelorstudiums noch gar nicht mit Kriminologie beschäftigen kann. Je nach Hochschule können kriminologische Lehrveranstaltungen beispielsweise Bestandteil folgender Studiengänge sein:

  • Rechtswissenschaft,
  • Soziologie,
  • Psychologie,
  • Sozialwissenschaften,
  • Soziale Arbeit,
  • Politikwissenschaft,
  • Erziehungswissenschaft,
  • Polizeivollzugsdienst,
  • Public Administration oder Verwaltungswissenschaften.

Einzelne kriminologische Module oder juristische Schwerpunktbereiche ersetzen jedoch kein vollständiges eigenständiges Kriminologiestudium.

Welcher Bachelor eignet sich für ein späteres Kriminologiestudium?

Es gibt nicht den einen vorgeschriebenen Bachelorabschluss, der in die Kriminologie führt. Gerade weil Kriminologie interdisziplinär ist, können unterschiedliche Erststudiengänge eine geeignete Grundlage bilden.

Die Wahl des Bachelorfaches beeinflusst allerdings, aus welcher Perspektive man sich später mit Kriminalität beschäftigt.

Bachelor oder ErststudiumTypische Vorbereitung auf die Kriminologie
SoziologieGesellschaftstheorien, soziale Ungleichheit, DevianzVerhalten, das in einer Gesellschaft als unangemessen, abweichend oder regelverletzend gilt – unabhängig davon, ob es strafrechtlich relevant ist., Institutionen, empirische Sozialforschung und Statistik
PsychologieMenschliches Verhalten, SozialpsychologieDie Sozialpsychologie untersucht, wie Denken, Fühlen und Handeln von Menschen durch die tatsächliche, vorgestellte oder implizite Anwesenheit anderer beeinflusst werden., Entwicklungspsychologie, Diagnostik und quantitative Forschungsmethoden
RechtswissenschaftStrafrechtDas Strafrecht umfasst die Gesamtheit der Gesetze, die bestimmen, welche Handlungen strafbar sind und welche Sanktionen dafür vorgesehen sind., Strafprozessrecht, Sanktionen, Jugendstrafrecht und rechtliche Institutionen
SozialwissenschaftenInterdisziplinäre Gesellschaftsanalyse, politische Institutionen, Methoden und empirische Forschung
PolitikwissenschaftStaat, HerrschaftHerrschaft ist die institutionalisierte Form der Machtausübung über Menschen oder Gruppen., Sicherheitspolitik, politische Gewalt und Kriminalpolitik
Soziale ArbeitSoziale Problemlagen, Jugendhilfe, Straffälligenhilfe, Prävention und praktische Intervention
ErziehungswissenschaftSozialisationSozialisation bezeichnet den Prozess, durch den Individuen die Werte, Normen, Verhaltensmuster und sozialen Rollen ihrer Gesellschaft erlernen und internalisieren. Dieser Prozess ermöglicht die Integration in soziale Gemeinschaften und die Entwicklung einer eigenen sozialen Identität., Jugend, Bildung, Prävention und pädagogische Intervention
PolizeistudiumPolizeipraxis, Strafverfolgung, Kriminalistik und institutionelle Kenntnisse; je nach Umfang des Studiums können zusätzliche Berufserfahrung oder Fortbildungen erforderlich sein
Public Administration oder VerwaltungswissenschaftÖffentliche Institutionen, Verwaltungshandeln, Sicherheitsbehörden und politische Steuerung

Welcher Abschluss tatsächlich anerkannt wird, entscheidet die jeweilige Hochschule. Dabei zählen nicht nur die Fachrichtung und die Abschlussnote, sondern auch der formale Umfang des Erststudiums. Einige Masterprogramme verlangen eine bestimmte Zahl bereits erworbener ECTS oder erkennen fehlende Leistungspunkte nur unter bestimmten Voraussetzungen durch Berufserfahrung, Fortbildungen oder andere Qualifikationen an.

Zulassungsvoraussetzungen frühzeitig prüfen

Wer bereits während des Bachelorstudiums ein späteres Kriminologiestudium plant, sollte sich früh mit den Zulassungsordnungen der infrage kommenden Masterprogramme beschäftigen. Ein grundsätzlich passender Bachelorabschluss garantiert noch keine Zulassung. Entscheidend können die genaue Fächerkombination, erworbene Leistungspunkte, Abschlussnote, Methodenkenntnisse und berufliche Erfahrungen sein.

Ist Soziologie eine gute Vorbereitung?

Soziologie ist eine besonders naheliegende Vorbereitung auf eine sozialwissenschaftlich ausgerichtete Kriminologie. Das Studium vermittelt Kenntnisse über soziale Strukturen, Institutionen, Ungleichheit, Sozialisation und gesellschaftlichen Wandel. Hinzu kommen empirische Forschungsmethoden und Statistik.

Viele zentrale KriminalitätstheorienWissenschaftliche Ansätze, die versuchen, Ursachen und Bedingungen für kriminelles Verhalten zu erklären. stammen aus der Soziologie oder bauen auf soziologischen Überlegungen auf. Dazu gehören unter anderem Anomietheorien, Lerntheorien, Kontrolltheorien, Subkulturtheorien, Labeling-Ansätze und Theorien sozialer Desorganisation.

Ein Soziologiestudium ist dennoch nicht automatisch ein halbes Kriminologiestudium. Je nach Hochschule und gewählten Schwerpunkten kann Kriminalität im Bachelor kaum eine Rolle spielen. Umso wichtiger sind passende Wahlveranstaltungen, Praktika, Abschlussarbeiten und eigene Schwerpunktsetzungen.

Ist Psychologie eine gute Vorbereitung?

Auch ein Psychologiestudium kann eine geeignete Grundlage bilden. Psychologische Perspektiven spielen unter anderem bei Aggression, Sozialisation, Persönlichkeit, Entscheidungsverhalten, Rückfallrisiken, Viktimologie und Rechtspsychologie eine Rolle.

Kriminologie ist jedoch nicht auf die Untersuchung individueller Tätermerkmale beschränkt. Wer aus der Psychologie kommt, muss sich im Master häufig zusätzlich mit gesellschaftlichen Strukturen, RechtRecht bezeichnet ein formalisiertes System verbindlicher Normen, das gesellschaftliches Handeln regelt, Konflikte entscheidet und durch staatliche Institutionen durchsetzbar ist., Institutionen und sozialwissenschaftlichen Kriminalitätstheorien auseinandersetzen.

Ist Jura eine gute Vorbereitung?

Die Rechtswissenschaft bietet einen unmittelbaren Zugang zu Strafrecht, Strafprozess, Sanktionen und StrafrechtspflegeStrafrechtspflege umfasst alle Institutionen, die für Verfolgung, Ahndung und Vollstreckung von Straftaten verantwortlich sind.. Aufgrund der institutionellen Verankerung der deutschen Kriminologie an juristischen Fakultäten ist Jura traditionell einer der wichtigsten Zugangswege.

Das klassische Jurastudium vermittelt allerdings nicht automatisch vertiefte Kenntnisse in empirischer Sozialforschung und Statistik. Wer später wissenschaftlich-empirisch arbeiten möchte, sollte entsprechende Kompetenzen gezielt ergänzen.

Ist Soziale Arbeit eine gute Vorbereitung?

Soziale Arbeit kann insbesondere für anwendungsorientierte kriminologische Tätigkeiten eine sinnvolle Grundlage bilden. Dazu gehören Straffälligenhilfe, Bewährungshilfe, Jugendhilfe, Opferhilfe und Kriminalprävention.

Ob ein Abschluss in Sozialer Arbeit für einen bestimmten Kriminologie-Master anerkannt wird, hängt jedoch von dessen Zulassungsordnung ab. Gerade hier sollte die formale Eignung frühzeitig geprüft werden.

Besonderheit bei dualen Polizeistudiengängen

Ein abgeschlossenes Polizeistudium erscheint auf den ersten Blick als besonders naheliegende Voraussetzung für ein Kriminologiestudium. In der Praxis kann es jedoch zu formalen Problemen kommen. Einige weiterbildende Masterprogramme verlangen, dass mit dem ersten Hochschulabschluss und zusätzlich anerkannten Qualifikationen eine bestimmte Gesamtzahl an Leistungspunkten erreicht wird.

Besonders deutlich zeigt sich dies beim Hamburger Masterstudiengang. Da dieser selbst 60 ECTS umfasst, müssen Bewerberinnen und Bewerber bereits 240 ECTS oder entsprechende Äquivalente nachweisen. Wer ein duales Polizeistudium mit 180 ECTS abgeschlossen hat, erfüllt diese Voraussetzung daher nicht allein durch den Bachelorabschluss.

Mehrjährige einschlägige Berufserfahrung oder fachbezogene Fort- und Weiterbildungen können als Äquivalente anerkannt werden. Wer sich dagegen unmittelbar nach Abschluss des Polizeistudiums bewirbt und noch keine entsprechenden Zusatzqualifikationen oder Berufserfahrungen nachweisen kann, muss mit einer Ablehnung rechnen.

Fachlich geeignet bedeutet nicht automatisch formal zugelassen

Gerade bei dualen oder verwaltungsinternen Studiengängen sollte frühzeitig geprüft werden, wie viele ECTS-Punkte der Abschluss umfasst und ob der gewünschte Kriminologie-Master zusätzliche Berufserfahrung oder Fortbildungen anerkennt. Die Entscheidung richtet sich immer nach der jeweiligen Zulassungsordnung.

Wo kann man Kriminologie in Deutschland studieren?

Die Zahl eigenständiger Kriminologie-Studiengänge ist in Deutschland überschaubar. Die vorhandenen Angebote unterscheiden sich jedoch erheblich. Während Regensburg und Mainz als reguläre viersemestrige Präsenzstudiengänge mit 120 ECTS konzipiert sind, richten sich die Programme in Hamburg, Berlin und Bochum ausdrücklich an Berufstätige.

Auch die fachlichen Schwerpunkte variieren: Regensburg verbindet Kriminologie mit GewaltGewalt bezeichnet die absichtliche Anwendung körperlicher oder psychischer Kraft zur Schädigung von Personen oder Dingen.- und Aggressionsforschung, Mainz legt einen besonderen Akzent auf forensische Kriminologie, Hamburg auf eine sozialwissenschaftlich-reflexive Kriminologie, Berlin auf Kriminalprävention und Bochum auf die Verbindung von Kriminologie, Kriminalistik und Polizeiwissenschaft.

Studienangebote, Zulassungsvoraussetzungen, Gebühren und Bewerbungsfristen können sich ändern. Die folgende Übersicht dient deshalb der ersten Orientierung. Maßgeblich sind immer die aktuellen Angaben und Zulassungsordnungen der jeweiligen Hochschule.

Regulärer oder weiterbildender Master?

Reguläre Masterstudiengänge können in der Regel unmittelbar nach einem fachlich geeigneten ersten Hochschulabschluss aufgenommen werden. Weiterbildende Masterstudiengänge richten sich dagegen vor allem an Berufstätige. Sie setzen häufig einschlägige Berufserfahrung voraus und sind meist gebührenpflichtig.

Studieninteressierte sollten deshalb nicht nur auf die Bezeichnung des Studiengangs achten, sondern auch Studienform, Kosten, Umfang, Zielgruppe und Zulassungsvoraussetzungen vergleichen.

Die Studiengänge im Vergleich

HochschuleStudienformDauer und UmfangStudiengebührenBesonderes Profil
Universität RegensburgPräsenzstudium4 Semester, 120 ECTSkeine; regulärer SemesterbeitragKriminologie sowie Gewalt- und Aggressionsforschung; besonders breites Fächerspektrum
Universität MainzPräsenzstudium4 Semester, 120 ECTSkeine; regulärer SemesterbeitragForensische Kriminologie und Verbindung von Theorie, Einzelfall und Praxis
Universität HamburgBerufsbegleitendes Blended Learning3 Semester, 60 ECTS5.550 Euro zuzüglich SemesterbeitragSozialwissenschaftliche Kriminologie, soziale KontrolleKontrolle bezeichnet soziale Mechanismen, mit denen Verhalten überwacht, reguliert und an geltende Normen angepasst wird., Polizei und Strafjustiz
HWR BerlinBerufsbegleitend4 Semester, 90 ECTS8.900 EuroKriminalprävention, EvaluationEvaluation bezeichnet die systematische Untersuchung von Maßnahmen, Programmen oder Interventionen hinsichtlich ihrer Wirksamkeit, Effizienz und unbeabsichtigten Nebenfolgen., Evidenzbasierung und Projektleitung
Ruhr-Universität BochumBerufsbegleitend, Präsenz- und Onlinelehre4 Semester; ECTS siehe Studiengangsseite5.800 EuroVerbindung von Kriminologie, Kriminalistik und Polizeiwissenschaft

Die genannten Studiengebühren entsprechen dem Stand der letzten Überprüfung. Hinzukommen können Semesterbeiträge sowie Reise-, Übernachtungs- und Materialkosten. Verbindlich sind die aktuellen Angaben der jeweiligen Hochschule.

Reguläre Präsenzstudiengänge

Universität Regensburg: Kriminologie und Gewaltforschung

  • Abschluss: Master of Arts
  • Regelstudienzeit: 4 Semester
  • Umfang: 120 ECTS
  • Studienform: Präsenzstudium
  • Ausrichtung: interdisziplinär
  • Studiengebühren: keine; regulärer Semesterbeitrag
  • Besonderer Schwerpunkt: Gewalt- und Aggressionsforschung

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Der Masterstudiengang verbindet kriminologische Theorien mit aktuellen Erkenntnissen der Gewalt- und Aggressionsforschung. Untersucht werden die Ursachen, Erscheinungsformen und Folgen von Straftaten, Gewalt und Aggression.

Die ausgeprägte Interdisziplinarität zeigt sich in der großen Zahl beteiligter Fachrichtungen. Die Studierenden besuchen Veranstaltungen aus der Rechtswissenschaft und Kriminologie sowie aus Psychologie, Soziologie, Politikwissenschaft, Medizin, forensischer Psychiatrie, Neurobiologie, Theologie, Sprach- und Kulturwissenschaften.

Das Angebot richtet sich vorzugsweise an Absolventinnen und Absolventen aus den am Studiengang beteiligten Disziplinen. Es eignet sich besonders für Studieninteressierte, die Kriminalität und Gewalt nicht ausschließlich aus einer sozialwissenschaftlichen oder juristischen Perspektive betrachten möchten, sondern auch psychologische, medizinische und naturwissenschaftliche Erklärungsansätze einbeziehen wollen.

Profil des Studiengangs

Regensburg bietet den fachlich am breitesten angelegten Studiengang. Charakteristisch ist die Verbindung klassischer Kriminologie mit psychologischer, psychiatrischer, medizinischer und biologischer Gewaltforschung.

Johannes Gutenberg-Universität Mainz: Kriminologie

  • Abschluss: Master of Arts
  • Regelstudienzeit: 4 Semester
  • Umfang: 120 ECTS
  • Studienform: Präsenzstudium
  • Ausrichtung: interdisziplinär und praxisbezogen
  • Studiengebühren: keine; regulärer Semesterbeitrag
  • Besonderer Schwerpunkt: forensische Kriminologie

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Der am Fachbereich Rechts- und Wirtschaftswissenschaften angesiedelte Mainzer Masterstudiengang beschäftigt sich mit den Ursachen, Erscheinungsformen und Folgen von Kriminalität sowie mit Strafverfolgung, Prävention und gesellschaftlichen Reaktionen auf strafbares Verhalten. Dabei werden die Perspektiven von Tatverantwortlichen, Betroffenen und staatlichen Institutionen berücksichtigt.

Das Studium verbindet Kriminologie insbesondere mit Rechtswissenschaft, Psychologie, forensischer Psychiatrie und Soziologie. Ein zentraler Bestandteil ist die forensische Kriminologie. Darunter wird die einzelfallbezogene Anwendung kriminologischen Wissens in der justiziellen und behördlichen Praxis verstanden.

Neben kriminologischen Theorien und empirischen Forschungsmethoden spielen daher auch die Einschätzung individueller Risiken, Interventionen und aktuelle kriminalpolitische Herausforderungen eine wichtige Rolle. Praxisprojekte, Exkursionen und Vorträge ermöglichen den Austausch mit Fachleuten aus Justizvollzug, Jugendhilfe, Drogenberatung und forensischen Einrichtungen.

Profil des Studiengangs

Mainz verbindet allgemeine Kriminologie besonders deutlich mit der einzelfallbezogenen Anwendung kriminologischen Wissens in Justiz und behördlicher Praxis. Der Studiengang dürfte daher vor allem für Personen interessant sein, die sich für Justiz, forensische Einrichtungen, Straffälligenhilfe und die praktische Anwendung kriminologischer Erkenntnisse interessieren.

Berufsbegleitende Studiengänge

Universität Hamburg: Kriminologie

  • Abschluss: Master of Arts
  • Regelstudienzeit: 3 Semester
  • Umfang: 60 ECTS
  • Studienform: berufsbegleitendes Blended Learning
  • Lehrformen: Präsenzphasen und E-Learning
  • Ausrichtung: ausdrücklich sozialwissenschaftlich
  • Studiengebühren: 5.550 Euro zuzüglich Semesterbeitrag
  • Besonderer Schwerpunkt: soziale Kontrolle, Strafrechtssoziologie und alternative Reaktionen auf Kriminalität

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Der Hamburger Masterstudiengang richtet sich an Berufstätige aus kriminologisch einschlägigen Tätigkeitsbereichen. Dazu gehören insbesondere PolizeiDie Polizei ist eine staatliche Institution zur Gefahrenabwehr, Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung und Verfolgung von Straftaten., Strafjustiz, Strafvollzug, Rechtspflege und Soziale Arbeit.

Inhaltlich ist das Studium ausdrücklich sozialwissenschaftlich ausgerichtet. Zu den zentralen Themen gehören kriminologische Theorien und Forschungsmethoden, Strafrechtssoziologie, soziale Kontrolle, Kontrollpraktiken, Kriminalitätsfurcht, PolicingPolicing bezeichnet die Gesamtheit gesellschaftlicher Praktiken, Institutionen und Strategien zur Herstellung von Ordnung, Sicherheit und sozialer Kontrolle – unabhängig davon, ob sie von der staatlichen Polizei ausgeübt werden oder nicht., Strafjustiz, Strafvollzug und alternative gesellschaftliche Reaktionen auf Devianz und Kriminalität.

Der Studiengang ist an der Schnittstelle von Sozialwissenschaften, Rechtswissenschaft, Verwaltungswissenschaft, Psychologie und Sozialer Arbeit angesiedelt. Ziel ist nicht nur die Vermittlung anwendungsbezogenen Wissens. Die Studierenden sollen auch befähigt werden, Probleme ihres eigenen Tätigkeitsfeldes wissenschaftlich zu analysieren und begründete Lösungsansätze zu entwickeln.

Das Studium umfasst insgesamt 1.800 Arbeitsstunden. Vorgesehen sind eine einwöchige Einführung in Präsenz, sieben weitere Präsenzwochenenden sowie ein durchschnittlicher Arbeitsaufwand von etwa 17 Stunden pro Woche im Blended Learning.

Zulassungsvoraussetzungen

Vorausgesetzt werden:

  • ein Hochschulabschluss in einem Fach mit kriminologischen Bezügen,
  • insgesamt 240 ECTS aus Erststudium und weiteren anerkannten Qualifikationen,
  • mindestens ein Jahr einschlägige Berufserfahrung nach dem ersten Hochschulabschluss sowie
  • eine aktuelle Tätigkeit in einem kriminologisch relevanten Arbeitsumfeld.

Wer im Erststudium weniger als 240 ECTS erworben hat, muss entsprechende Äquivalente nachweisen. Anerkannt werden können beispielsweise einschlägige Berufserfahrung oder fachbezogene Fort- und Weiterbildungen.

Profil des Studiengangs

Hamburg steht für eine ausdrücklich sozialwissenschaftliche und reflexive Kriminologie. Der Studiengang eignet sich besonders für Berufstätige, die ihr eigenes Praxisfeld wissenschaftlich reflektieren und sich vertieft mit sozialer Kontrolle, Polizei, Strafjustiz und alternativen Reaktionen auf Kriminalität auseinandersetzen möchten.

Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin: Kriminologie und Kriminalprävention

  • Abschluss: Master
  • Regelstudienzeit: 4 Semester
  • Umfang: 90 ECTS
  • Studienform: berufsbegleitend
  • Ausrichtung: wissenschaftlich und anwendungsorientiert
  • Studiengebühren: 8.900 Euro
  • Besonderer Schwerpunkt: Kriminalprävention, Evaluation und Evidenzbasierung

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Der Berliner Masterstudiengang verbindet Kriminologie mit Präventionswissenschaft und Präventionspraxis. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie kriminalpräventive Projekte und Programme entwickelt, wissenschaftlich begleitet, bewertet und in institutionellen Netzwerken umgesetzt werden können.

Die Studierenden erwerben Kenntnisse über erfolgreiche Prävention, Evaluation und evidenzbasiertes Arbeiten. Hinzu kommen Kompetenzen zur Planung und Leitung von Projekten sowie zur Zusammenarbeit in kommunalen, behördlichen und zivilgesellschaftlichen Präventionsnetzwerken.

Das Angebot richtet sich an Berufstätige aus unterschiedlichen Praxisfeldern. Dazu gehören unter anderem Polizei, Bewährungshilfe, kommunale Verwaltung, Soziale Arbeit, Kinder- und Jugendhilfe, Wirtschaft, Behörden, Präventionsgremien, Vereine und Verbände. Der Studiengang soll insbesondere auch für Führungs- und Leitungsaufgaben in der Kriminalprävention qualifizieren.

In den ersten drei Semestern werden acht Kernmodule und drei Wahlpflichtmodule absolviert. Das vierte Semester ist der Masterarbeit vorbehalten.

Profil des Studiengangs

Berlin ist der am stärksten auf Kriminalprävention spezialisierte Studiengang. Im Mittelpunkt stehen weniger die gesamte Breite der Kriminologie als vielmehr die Entwicklung, Umsetzung und wissenschaftliche Evaluation präventiver Maßnahmen.

Ruhr-Universität Bochum: Kriminologie, Kriminalistik und Polizeiwissenschaft

  • Abschluss: Master
  • Regelstudienzeit: 4 Semester
  • Studienform: berufsbegleitend
  • Lehrformen: Präsenz- und Onlinelehre
  • Ausrichtung: interdisziplinär, multiperspektivisch und praxisbezogen
  • Studiengebühren: 5.800 Euro
  • Wahlbereiche: Kriminologie oder Kriminalistik
  • Weiterer Schwerpunkt: Polizeiwissenschaft

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Der Bochumer Masterstudiengang nimmt innerhalb der deutschen Studienlandschaft eine besondere Stellung ein, weil er Kriminologie, Kriminalistik und Polizeiwissenschaft miteinander verbindet. Die Studierenden wählen eine Vertiefung in Kriminologie oder Kriminalistik und erwerben zusätzlich Kenntnisse im Bereich der Polizeiwissenschaft.

Das Programm richtet sich an Personen, die bereits in einschlägigen Berufsfeldern tätig sind. Die Praxiserfahrungen der Teilnehmenden werden ausdrücklich in das Studium einbezogen. Ziel ist es, berufliche Abläufe wissenschaftlich zu analysieren und die Studierenden dazu zu befähigen, in ihrem Tätigkeitsfeld reflektiert, innovativ und methodisch fundiert zu arbeiten.

Der Studiengang geht davon aus, dass Kriminalität als komplexes gesellschaftliches Phänomen nur durch die Zusammenarbeit verschiedener Berufsgruppen angemessen bearbeitet werden kann. Entsprechend werden präventive und repressive Perspektiven ebenso miteinander verbunden wie polizeiliche, juristische und sozialwissenschaftliche Zugänge.

Zielgruppe

Das Angebot richtet sich unter anderem an:

  • Juristinnen und Juristen,
  • Sozialwissenschaftlerinnen und Sozialwissenschaftler,
  • Psychologinnen und Psychologen,
  • Psychiaterinnen und Psychiater,
  • Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte,
  • Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter,
  • Rechtspflegerinnen und Rechtspfleger sowie
  • Pädagoginnen und Pädagogen.

Vorausgesetzt werden ein abgeschlossenes Hochschul- oder Fachhochschulstudium und grundsätzlich mindestens ein Jahr einschlägige Praxiserfahrung.

Mögliche Berufsfelder liegen insbesondere bei Polizei, Justiz, Strafvollzug, Bewährungs- und Gerichtshilfe, öffentlichen und privaten sozialen Diensten, Verwaltung sowie in Aus- und Fortbildung und im schulischen Umfeld.

Profil des Studiengangs

Bochum ist der einzige der hier vorgestellten Studiengänge, der Kriminologie ausdrücklich mit Kriminalistik und Polizeiwissenschaft verbindet. Das Angebot dürfte deshalb besonders für Berufstätige interessant sein, die an der Schnittstelle von Polizei, Justiz und Sozialer Arbeit tätig sind oder kriminalistische Inhalte in ihr Studium einbeziehen möchten.

Welcher Studiengang passt zu wem?

Regensburg bietet sich für eine besonders breite und multidisziplinäre Beschäftigung mit Kriminalität, Gewalt und Aggression an.

Mainz eignet sich für Studieninteressierte, die allgemeine und forensische Kriminologie mit einer starken Verbindung zur justiziellen und psychosozialen Praxis studieren möchten.

Hamburg richtet sich an Berufserfahrene, die eine ausdrücklich sozialwissenschaftliche und reflexive Perspektive auf Kriminalität, soziale Kontrolle und Institutionen suchen.

Berlin ist besonders interessant für Berufstätige, die kriminalpräventive Projekte entwickeln, leiten oder wissenschaftlich evaluieren.

Bochum bietet sich für Personen an, die Kriminologie mit Kriminalistik und Polizeiwissenschaft verbinden und ihre berufliche Praxis fachübergreifend weiterentwickeln möchten.

Kriminologie im Jurastudium

Auch wenn eigenständige Studiengänge selten sind, wird Kriminologie an zahlreichen deutschen Universitäten gelehrt. Meist geschieht dies innerhalb der Rechtswissenschaft.

Jurastudierende können kriminologische Inhalte je nach Hochschule beispielsweise in folgenden Zusammenhängen belegen:

  • als Schwerpunktbereich,
  • als Wahlpflichtfach,
  • als Grundlagenfach,
  • im Jugendstrafrecht,
  • im Sanktionenrecht,
  • im Strafvollzugsrecht oder
  • in Seminaren zu Kriminalpolitik und Strafrechtspflege.

Ein solcher Schwerpunkt ist vor allem für angehende Juristinnen und Juristen interessant. Er ist jedoch nicht mit einem eigenständigen sozialwissenschaftlichen Kriminologiestudium gleichzusetzen. Der Umfang empirischer Forschungsmethoden und sozialwissenschaftlicher Kriminalitätstheorien kann erheblich variieren.

Welche Inhalte hat ein Kriminologiestudium?

Die genaue Zusammensetzung unterscheidet sich zwischen den Hochschulen. Typische Studieninhalte sind:

Kriminalitätstheorien

Kriminalitätstheorien versuchen zu erklären, warum Kriminalität entsteht, wie abweichendes Verhalten erlernt wird, welche Rolle soziale Strukturen spielen und wie gesellschaftliche Zuschreibungen kriminelle Karrieren beeinflussen können.

Empirische SozialforschungWissenschaftliche Methode zur Erhebung und Analyse sozialer Daten.

Kriminologische Aussagen sollen nicht allein auf Vermutungen oder spektakulären Einzelfällen beruhen. Studierende lernen deshalb die Methoden der empirischen Sozialforschung kennen. Sie entwickeln Forschungsfragen, erheben und analysieren Daten und lernen, wissenschaftliche Studien kritisch zu beurteilen.

Kriminalstatistik und DunkelfeldforschungDunkelfeldforschung beschreibt den wissenschaftlichen Versuch, nicht erfasste Straftaten und Opfererfahrungen sichtbar zu machen.

Polizeiliche Statistiken bilden nur Straftaten ab, die bekannt und registriert wurden. Kriminologische Forschung untersucht daher auch das Dunkelfeld nicht angezeigter oder nicht entdeckter Kriminalität.

ViktimologieDie Viktimologie ist die wissenschaftliche Untersuchung von Opfern von Straftaten, ihrer Viktimisierung sowie ihrer Rolle im Kriminalitätsgeschehen und im Strafverfahren.

Die Viktimologie beschäftigt sich mit Opfern von Straftaten, Viktimisierungsrisiken, Tatfolgen, gesellschaftlichen Reaktionen und dem Umgang von Polizei und Justiz mit Betroffenen.

Polizei und Strafverfolgung

Untersucht werden OrganisationOrganisationen sind zielgerichtete soziale Gebilde mit formalen Strukturen, Mitgliedschaftsregeln und Entscheidungsprozessen., Entscheidungsprozesse und Kontrollpraktiken der Polizei. Dazu gehören beispielsweise Anzeigebereitschaft, Verdachtsbildung, polizeiliche Kontrollen und das Verhältnis zwischen Polizei und Bevölkerung.

Gerichte, Sanktionen und Strafvollzug

Kriminologie untersucht, wie Sanktionen zustande kommen, welche Wirkungen Strafen entfalten und unter welchen Bedingungen ResozialisierungResozialisierung bezeichnet die gesellschaftliche Wiedereingliederung von Straftäter:innen. Ziel ist es, nach einer Straftat durch pädagogische, therapeutische und soziale Maßnahmen ein Leben ohne weitere Straftaten zu ermöglichen. gelingen kann.

Kriminalprävention und Evaluation

Präventionsmaßnahmen müssen nicht nur plausibel klingen, sondern auf ihre tatsächliche Wirkung geprüft werden. Evaluationen untersuchen, ob Programme ihre Ziele erreichen und welche unbeabsichtigten Nebenfolgen auftreten.

Kriminalpolitik

Kriminalpolitik beschäftigt sich mit staatlichen und gesellschaftlichen Reaktionen auf Kriminalität. Dabei geht es auch um die Frage, warum bestimmte Probleme große öffentliche Aufmerksamkeit erhalten, während andere kaum wahrgenommen werden.

Wie wichtig sind Statistik und Forschungsmethoden?

Statistik und empirische Forschungsmethoden gehören zu den wichtigsten Bestandteilen eines wissenschaftlichen Kriminologiestudiums. Kriminologinnen und Kriminologen arbeiten unter anderem mit:

  • Polizeilichen Kriminalstatistiken,
  • Strafverfolgungs- und Strafvollzugsstatistiken,
  • Bevölkerungsbefragungen,
  • Opferbefragungen,
  • Schülerbefragungen,
  • Gerichts- und Strafakten,
  • Interviews,
  • Beobachtungen sowie
  • Evaluationsdaten.

Studierende müssen nicht bereits zu Beginn statistische Expertinnen oder Experten sein. Sie sollten aber bereit sein, sich mit Datenerhebung, Wahrscheinlichkeiten, Zusammenhängen und den Grenzen statistischer Aussagen auseinanderzusetzen.

Kriminologische Forschung braucht Methodenkenntnisse

Die Fähigkeit, Daten kritisch zu lesen und wissenschaftliche Untersuchungen zu beurteilen, gehört zu den wertvollsten Qualifikationen eines Kriminologiestudiums. Gerade in öffentlichen Debatten über Kriminalität werden Zahlen häufig verkürzt, falsch interpretiert oder ohne den notwendigen Kontext verwendet.

Welche Berufsmöglichkeiten bietet ein Kriminologiestudium?

Ein Kriminologiestudium führt nicht zu einem klar abgegrenzten Beruf wie Medizin, Lehramt oder Rechtsanwalt. Es gibt keinen einheitlichen Arbeitsmarkt, auf dem regelmäßig eine große Zahl von Stellen mit der Berufsbezeichnung „Kriminologe“ oder „Kriminologin“ ausgeschrieben wird.

Absolventinnen und Absolventen arbeiten je nach Erststudium, Spezialisierung und Berufserfahrung unter anderem in folgenden Bereichen:

  • Universitäten und Forschungsinstituten,
  • Kriminalprävention,
  • Polizei und Sicherheitsbehörden,
  • Ministerien und öffentlicher Verwaltung,
  • Strafvollzug und Bewährungshilfe,
  • Jugendhilfe und Straffälligenhilfe,
  • Opferhilfe,
  • politischer Beratung,
  • Evaluation und wissenschaftlicher Begleitforschung,
  • Verbänden und Nichtregierungsorganisationen,
  • Fort- und Weiterbildung,
  • Journalismus und Wissenschaftskommunikation sowie
  • privaten Beratungs- und Sicherheitsunternehmen.

Welche Tätigkeiten tatsächlich infrage kommen, hängt stark vom Erststudium ab. Ein Polizeibeamter mit kriminologischem Master besitzt andere berufliche Möglichkeiten als eine Psychologin, Sozialarbeiterin, Juristin oder Soziologin mit demselben Abschluss.

Gibt es den Beruf Kriminologe?

Kriminologe oder Kriminologin ist keine geschützte Berufsbezeichnung. Ein abgeschlossenes Kriminologiestudium qualifiziert für wissenschaftliche, analytische und beratende Tätigkeiten, führt aber nicht automatisch in eine festgelegte berufliche Position.

In Stellenausschreibungen werden häufig nicht ausdrücklich Kriminologinnen und Kriminologen gesucht. Stattdessen finden sich Bezeichnungen wie:

  • wissenschaftliche Mitarbeiterin oder wissenschaftlicher Mitarbeiter,
  • Referentin oder Referent für Prävention,
  • Projektmitarbeiterin oder Projektmitarbeiter,
  • Evaluatorin oder Evaluator,
  • Sozialwissenschaftlerin oder Sozialwissenschaftler,
  • Referentin oder Referent für SicherheitSicherheit bezeichnet den gesellschaftlich hergestellten Zustand der Abwesenheit oder Beherrschbarkeit von Gefahren. oder Justiz sowie
  • Fachkraft in der Straffälligen- oder Opferhilfe.

Bei der Stellensuche sollte deshalb nicht nur nach dem Begriff „Kriminologie“ gesucht werden, sondern auch nach Tätigkeiten, Methodenkenntnissen und thematischen Arbeitsfeldern.

Wie entwickelt man ein berufliches Profil?

Weil Kriminologie nicht auf einen einzigen Beruf vorbereitet, sollten Studierende möglichst früh ein eigenes Profil entwickeln. Hilfreich sind insbesondere:

  • solide Kenntnisse empirischer Forschungsmethoden,
  • Statistik und der Umgang mit Auswertungssoftware,
  • qualitative Interview- und Analysemethoden,
  • Praktika in passenden Institutionen,
  • Tätigkeiten als studentische Hilfskraft,
  • Mitarbeit an Forschungs- und Evaluationsprojekten,
  • eine thematisch passende Abschlussarbeit,
  • gute wissenschaftliche Englischkenntnisse und
  • Kenntnisse eines konkreten Praxisfeldes.

Ein solches Profil könnte beispielsweise in der JugendkriminalitätKriminelles Verhalten von Personen, die nach deutschem Recht als Jugendliche (14 bis unter 18 Jahre) oder Heranwachsende (18 bis unter 21 Jahre) gelten., Polizeiforschung, Gewaltprävention, Viktimologie, Radikalisierungsforschung, Cyberkriminalität, Suchtforschung oder im Strafvollzug liegen.

Der Abschluss allein reicht selten aus

Ein Masterabschluss in Kriminologie ist eine wichtige Qualifikation, ersetzt aber keine berufliche Orientierung. Praktische Erfahrungen, Methodenkenntnisse und eine erkennbare fachliche Spezialisierung sind für den Berufseinstieg häufig ebenso wichtig wie der Name des Studiengangs.

Kann man mit einem Kriminologiestudium Profiler werden?

Die Tätigkeit des Profilers wird in Film und Fernsehen stark vereinfacht dargestellt. In Deutschland existiert kein allgemein zugänglicher Studiengang, der unmittelbar für den Beruf des Profilers qualifiziert.

Die operative Fallanalyse ist überwiegend eine spezialisierte Aufgabe innerhalb der Polizei. Ein Kriminologiestudium allein ermöglicht daher normalerweise keinen direkten Einstieg in diese Tätigkeit. Je nach Aufgabenfeld können polizeiliche Berufserfahrung, kriminalistische Kenntnisse, Psychologie, Rechtsmedizin und besondere Fortbildungen erforderlich sein.

Kriminologie kann wichtige wissenschaftliche Kenntnisse über Täterverhalten, Kriminalitätsmuster und empirische Forschung vermitteln. Sie ist aber weder eine Ausbildung zum Kriminalkommissar noch eine Garantie für eine spätere Tätigkeit in der operativen Fallanalyse.

Ausführliche Informationen zu Berufsbild, Voraussetzungen und Ausbildungswegen bietet der Beitrag Wie wird man ProfilerAls Profiler werden umgangssprachlich Fachleute bezeichnet, die Ermittlungsbehörden bei der Analyse schwerer Gewaltverbrechen unterstützen. Die Berufsbezeichnung ist weder geschützt noch existiert eine eigenständige Ausbildung zum Profiler. In Deutschland wird stattdessen überwiegend im Rahmen der Operativen Fallanalyse gearbeitet.?.

Kann man Kriminologie im Fernstudium oder berufsbegleitend studieren?

Einige weiterbildende Masterprogramme sind ausdrücklich berufsbegleitend konzipiert und kombinieren Onlinelehre mit Präsenzphasen. Solche Angebote richten sich insbesondere an Personen, die bereits bei Polizei, Justiz, Verwaltung, in der Sozialen Arbeit oder in einem verwandten Berufsfeld tätig sind.

Berufsbegleitende Studiengänge unterscheiden sich von regulären Vollzeitstudiengängen häufig durch:

  • zusätzliche Studiengebühren,
  • vorausgesetzte Berufserfahrung,
  • kompakte Präsenzphasen,
  • einen hohen Anteil digitalen Selbststudiums und
  • eine stärkere Ausrichtung auf berufliche Praxisfelder.

Kriminologie im Ausland studieren

Im Ausland ist das Angebot an eigenständigen Kriminologiestudiengängen wesentlich größer. Besonders in Großbritannien, den Niederlanden, Belgien, den USA, Kanada und Australien wird Kriminologie häufig als Bachelor- und Masterfach angeboten.

Ein Auslandsstudium kann daher eine Alternative sein, wenn unmittelbar nach dem Schulabschluss ein grundständiges Kriminologiestudium begonnen werden soll. Vor einer Entscheidung sollten jedoch Studiengebühren, Lebenshaltungskosten, Unterrichtssprache und die spätere Anerkennung des Abschlusses geprüft werden.

Auch die inhaltliche Ausrichtung variiert. Manche Studiengänge sind stark sozialwissenschaftlich geprägt, andere orientieren sich eher an Criminal Justice, Polizei, Sicherheitsmanagement, Rechtspsychologie oder forensischen Themen.

Häufige Fragen zum Kriminologiestudium

Kann ich direkt nach dem Abitur Kriminologie studieren?

In Deutschland ist das normalerweise nicht möglich, weil eigenständige Kriminologiestudiengänge überwiegend als Master angeboten werden. Zunächst muss ein fachlich geeignetes Erststudium absolviert werden.

Welcher Bachelor ist der beste?

Das hängt von den eigenen Interessen und dem angestrebten Tätigkeitsfeld ab. Soziologie bietet eine breite sozialwissenschaftliche Grundlage, Psychologie richtet den Blick stärker auf individuelles Verhalten, Jura auf Strafrecht und Strafrechtspflege und Soziale Arbeit auf praktische Hilfen und Interventionen.

Entscheidend ist außerdem, ob der jeweilige Bachelorabschluss die formalen Voraussetzungen des gewünschten Masterstudiengangs erfüllt.

Muss ich Jura studiert haben?

Nein. Viele kriminologische Masterprogramme sind interdisziplinär und nehmen auch Absolventinnen und Absolventen sozialwissenschaftlicher, psychologischer oder anderer Studiengänge auf. Die konkreten Zugangsvoraussetzungen unterscheiden sich jedoch erheblich.

Ist ein Kriminologiestudium schwer?

Das Studium verlangt die Fähigkeit, wissenschaftliche Texte zu verstehen, unterschiedliche Theorien zu vergleichen und empirische Forschung kritisch zu beurteilen. Statistik und Forschungsmethoden können anspruchsvoll sein. Wer kontinuierlich arbeitet und wissenschaftliches Interesse mitbringt, kann diese Anforderungen jedoch bewältigen.

Beschäftigt man sich im Studium mit Serienmördern?

SerienmordSerienmord bezeichnet die wiederholte vorsätzliche Tötung von mindestens drei Personen durch denselben Täter in getrennten Handlungseinheiten mit zeitlichem Abstand. kann Gegenstand einzelner Lehrveranstaltungen oder Forschungsarbeiten sein, nimmt im regulären Kriminologiestudium aber nur einen kleinen Raum ein. Häufiger geht es um verbreitete Formen von Kriminalität, gesellschaftliche Strukturen, Institutionen und Methoden der Kriminalitätsmessung.

Kann ich mit dem Abschluss bei der Polizei arbeiten?

Ein Kriminologiestudium ersetzt keine polizeiliche Laufbahnausbildung. Für viele operative Polizeitätigkeiten ist ein Polizeistudium und die Aufnahme in den Polizeivollzugsdienst erforderlich. Kriminologische Qualifikationen können jedoch für Forschung, Analyse, Prävention, Fortbildung sowie bestimmte Fach- und Leitungsaufgaben relevant sein.

Kann ich nach dem Master promovieren?

Grundsätzlich kann ein geeigneter Masterabschluss zur Promotion berechtigen. Ob eine Promotion möglich ist, hängt von der Promotionsordnung der jeweiligen Fakultät, den Abschlussnoten, dem Forschungsvorhaben und der Betreuung durch eine promotionsberechtigte Hochschullehrerin oder einen Hochschullehrer ab.

Wie gut sind die Berufsaussichten?

Es gibt nur wenige Stellen, die ausdrücklich für Kriminologinnen und Kriminologen ausgeschrieben werden. Die Berufsaussichten hängen deshalb stark vom Erststudium, den Methodenkenntnissen, Praxiserfahrungen und der gewählten Spezialisierung ab. Ein klares fachliches Profil verbessert die Möglichkeiten deutlich.

Fazit

Kriminologie ist ein vielseitiges und gesellschaftlich relevantes Studienfach. Sie richtet sich an Menschen, die Kriminalität nicht nur als spektakulären Einzelfall betrachten, sondern ihre sozialen Ursachen, institutionellen Bedingungen und politischen Folgen wissenschaftlich untersuchen möchten.

Der Weg in das Fach ist in Deutschland allerdings ungewöhnlich. Eigenständige Bachelorstudiengänge fehlen weitgehend, während die wenigen spezialisierten Angebote überwiegend auf Masterebene angesiedelt sind. Studieninteressierte müssen daher zunächst ein passendes Erststudium wählen und die Zulassungsvoraussetzungen möglicher Masterprogramme frühzeitig prüfen.

Soziologie, Psychologie, Rechtswissenschaft, Sozialwissenschaften und Soziale Arbeit können geeignete Ausgangspunkte sein. Welcher Weg der richtige ist, hängt von den eigenen Interessen und beruflichen Zielen ab. Gerade weil Kriminologie interdisziplinär ist, gibt es nicht nur einen Zugang zum Fach.

Ein Kriminologiestudium eröffnet keine automatisch festgelegte Berufslaufbahn. Es bietet jedoch die Möglichkeit, ein wissenschaftliches Profil an der Schnittstelle von Kriminalität, Gesellschaft, Recht und staatlicher Kontrolle zu entwickeln. Wer Methodenkenntnisse, Praxiserfahrungen und eine erkennbare Spezialisierung verbindet, kann in Forschung, Prävention, Verwaltung, Justiz und zahlreichen angrenzenden Arbeitsfeldern tätig werden.


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