Die klassische Kriminalitätstheorie – auch als klassische Schule der Kriminologie bezeichnet – versteht kriminelles Handeln als Ergebnis freier und rationaler Entscheidungen der handelnden Individuen. Straftaten entstehen demnach dann, wenn der erwartete Nutzen einer Handlung größer erscheint als die zu erwartenden Kosten in Form von Strafen. Die zentralen Impulse dieser Perspektive
Kriminalitätstheorien
Rational Choice
Rationale Kriminalitätstheorien Kernidee rationaler Kriminalitätstheorien Kriminalität entsteht, wenn der erwartete Nutzen einer Straftat die erwarteten Kosten übersteigt. Täter treffen Entscheidungen daher häufig unter Berücksichtigung von Risiken, möglichen Gewinnen und situativen Gelegenheiten. Rationale Kriminalitätstheorien gehen davon aus, dass kriminelles Verhalten das Ergebnis bewusster Entscheidungen ist. Menschen handeln demnach nicht ausschließlich aufgrund
Subkulturtheorie (Cohen)
Die Subkulturtheorie von Albert K. Cohen erklärt Jugenddelinquenz als kollektive Reaktion auf soziale Statusprobleme und die daraus entstehende Statusfrustration. Cohen geht davon aus, dass sich Jugendliche – insbesondere Jungen aus benachteiligten sozialen Milieus – zu sogenannten delinquenten Subkulturen zusammenschließen, in denen eigene Wert- und Normsysteme entstehen. Innerhalb dieser Gruppen können Verhaltensweisen
Theorie des sozialen Lernens (Akers)
Die Theorie des sozialen Lernens (Social Learning Theory) von Ronald L. Akers gehört zu den wichtigsten modernen Lerntheorien der Kriminologie. Sie knüpft an die Differential Association Theory von Edwin H. Sutherland an und erweitert diese um sozialpsychologische Lernmechanismen. Die zentrale Annahme lautet: Kriminelles Verhalten wird in sozialen Beziehungen gelernt und
Theorie der differentiellen Gelegenheiten (Cloward & Ohlin)
Die Theorie der differentiellen Gelegenheiten von Richard Cloward und Lloyd Ohlin verbindet Elemente der Anomie-, Lern- und Subkulturtheorien mit Überlegungen der sozialen Desorganisation. Ihre zentrale Erweiterung besteht in der Annahme, dass nicht nur legale, sondern auch illegale Gelegenheitsstrukturen sozial ungleich verteilt sind. Kriminelles Verhalten hängt daher nicht nur von Motivation
Theorie der differentiellen Kontakte (Sutherland)
Mit der Theorie der differentiellen Assoziation entwickelte Edwin H. Sutherland eine der einflussreichsten kriminalsoziologischen Lerntheorien des 20. Jahrhunderts. Ihre zentrale Annahme lautet: Kriminalität ist kein angeborenes Merkmal, sondern ein sozial erlerntes Verhalten. Die sogenannte Differential Association Theory gilt heute als Grundlage vieler moderner Lerntheorien der Kriminologie. Nach Sutherland entsteht delinquentes Verhalten
